Heinen stößt Anteile an Berliner Verlag und Mopo ab – DuMont künftig Alleingesellschafter

Helmut Heinen trennt sich von seinen Anteilen am Berliner Verlag (Berliner Kurier, Berliner Zeitung) und der Hamburger Morgenpost
Helmut Heinen trennt sich von seinen Anteilen am Berliner Verlag (Berliner Kurier, Berliner Zeitung) und der Hamburger Morgenpost

Publishing Der Kölner Heinen-Verlag verschlankt sein Portfolio. Das Medienhaus, dem BDZV-Präsident und Herausgeber Helmut Heinen vorsteht, hat sich zum Jahreswechsel von den Anteilen am defizitären Berliner Verlag und an der Hamburger Morgenpost getrennt. Die 35 Prozent übernimmt (wieder) DuMont als künftiger Alleingesellschafter, wie das Unternehmen am Montag auf Anfrage von MEEDIA bestätigte.

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DuMont hatte die PMB Presse- und Medienhaus GmbH & Co. KG, zu der Berliner Verlag und die Hamburger Mopo gehören, 2009 von der überschuldeten Mecom Group des Finanzinvestors David Montgomery für 152 Millionen Euro übernommen und kurz darauf 35 Prozent der Anteile an den Heinen-Verlag (Kölnische Rundschau) abgegeben.

Die PMB ist Mutter der BV Deutsche Zeitungsholding, unter dessen Dach die Medienhäuser Berliner Verlag (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) und die Hamburger Morgenpost publizieren.

Die Mediengruppe Berliner Verlag schreibt seit Jahren rote Zahlen. Wie ein Sprecher jüngst dem Handelsblatt bestätigte, wird das Unternehmen das abgeschlossene Jahr 2015 mit einem Verlust von rund acht Millionen Euro abschließen. Rund fünf Millionen Euro entfallen laut Handelsblatt dabei auf DuMont, im Umkehrschluss würden rund drei Millionen Euro auf den Heinen-Verlag entfallen. Das Verlustgeschäft, die schwierige Marktsituation in Berlin und die damit verbundenen schlechten Aussichten könnten für Heinen die ausschlaggebenden Gründe für die Trennung von den Anteilen sein. Geäußert hat sich der Verleger dazu noch nicht. Gegenüber MEEDIA hat DuMont bestätigt, die PMG zu 100 Prozent übernommen zu haben. „Die DuMont Mediengruppe und der Heinen Verlag werden in Köln weiterhin partnerschaftlich zusammenarbeiten“, betont ein Sprecher weiter.

Dem Vernehmen nach heißt es, DuMont habe bereits seit Längerem auf die Trennung hingearbeitet, um den Berliner Verlag und die anderen Gesellschaften wieder in Eigenregie führen zu können. Das Verhältnis zwischen Heinen und DuMont-CEO Christoph Bauer sei angespannt, heißt es aus Verlagskreisen. Es gebe auch Differenzen bei strategischen Entscheidungen im Geschäft mit den Anzeigenblättern, die beide Unternehmen in einer gemeinsamen Tochtergesellschaft gebündelt haben.

Die PMB in Berlin wird nun wieder zur 100-prozentigen Tochter der Mediengruppe DuMont, dessen Verantwortliche derzeit um verlagsübergreifende Kooperationen mit Funke (Berliner Morgenpost) und Holtzbrinck (Tagesspiegel) bemüht sind. Die Verlage wollen in den Bereichen Technik, Anzeigenverkauf und Buchhaltung zusammenarbeiten, um Kosten zu sparen. Wie DuMont-Aufsichtsratschef Chrisitan DuMont Schütte jüngst der Süddeutschen Zeitung mitteilte, prüfe man, „was politisch und kartellrechtlich möglich ist“. Nach mittlerweile über ein Jahr andauernden Gesprächen mit der Kartellbehörde ist ein konkretes Ziel allerdings noch nicht erreicht worden.

 

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