Dumm gelaufen für Pegida: Amazon spendet Einnahmen aus Pegida-Hymne für Flüchtlinge

Der Pegida-Song wird auch bei Amazon verkauft, doch der Versandhändler nutzt seine Provision für Flüchtlingshilfe
Der Pegida-Song wird auch bei Amazon verkauft, doch der Versandhändler nutzt seine Provision für Flüchtlingshilfe

Marketing Nazi-Demo in Wunsiedel mit gegenteiligem Effekt: Ohne das Wissen der Rechten wurde ihr Aufmarsch Ende 2014 zu einem Spendenlauf für ein Aussteigerprogramm umfunktioniert. Ganz ähnlich geht Amazon nun mit den Verkäufen der Pegida-Hyme "Gemeinsam sind wir stark" um. Seinen Anteil an dem Lied der islamfeindlichen Gruppierung spendet der Web-Konzern für Flüchtlinge.

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So unterstützt Pegida nun – völlig ungewollt – Flüchtlingsprojekte. Die Spende des Versandhändlers dürfte dabei recht üppig ausfallen. Am Silvestermorgen rangierte der Song auf Amazon-Bestsellerliste hinter Weltstar Adele mit „Hello“ auf Rang 2. Grundsätzlich können sich die Pegida-Anhänger eigentlich kaum beschweren. Denn sie selbst wollen die Einnahmen des Tracks, den es für 1,29 Euro auf verschiedenen Internetportalen gibt „für einen guten Zweck“ spenden.

Der US-Konzern zeigt jetzt neben dem Verkaufsangebot zur Hymne den Hinweis: „Amazon hilft – Die Erlöse von Amazon aus dem Verkauf dieses Songs gehen an eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Flüchtlingen.

In den Rezensionen zu der Hymne tobt die typische Pro- und Contra-Debatte in Sachen Pegida, angereichert mit unzählige Beschimpfungen der „Lügenpresse“. Laut Statistik gab es am Donnerstagmorgen 488 positive Besprechungen und 534 negative. In der hilfreichsten kritischen Rezension heißt es etwa: „Leider funktioniert das Produkt nicht. Ich habe das Lied mehrfach mit meinen Freunden angehört, leider wurden wir weder stärker noch deutscher. Es hilft auch nicht gegen Islamisierung. Allerdings stellten sich direkt beim ersten Hören qualvolle Ohrenschmerzen ein.“

Die Amazon-Idee erinnert an preisgekrönte PR-Aktion von Grabarz und Partner für ihr „Wunder von Wunsiedel“. In dem fränkischen Ort funktionierten die Werbeprofis eine Nazi-Demo zu einem Charity-Lauf um. Für jeden Meter, den die Rechten liefen, ging eine Spende von zehn Euro auf das Konto des Aussteiger-Programms Exit-Deutschland. So finanzierten die Nazis den Ausstieg ihrer einstigen Kameraden mit.

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Alle Kommentare

  1. Was bitte ist da nun für Pegida „dumm gelaufen“?

    Weil Amazon seinen Schnitt irgendwo „spendet“ was immer das heissen mag?

    Hat Pegida nun Reichweite erlangt oder nicht?

    Diese Überschrift ist ein Paradebeispiel für den disconnect zwischen MSM und Realität

  2. Ist doch völlig in Ordnung, wenn Amazon die eingenommene Provision für Flüchtlinge spendet. Und Pegida will meines Wissens nach u. a. für Obdachlose spenden. Das ist zweifellos der deutlich größere Teil des eingenommenen Betrages beim Verkauf dieser Hymne.

    So gibt halt jeder für gute Zwecke. Finde ich prima – sowohl als auch …

    Auch ich würde übrigens eher für Obdachlose spenden. Für unsere neuen Gäste hat unsere Regierung übervolle Füllhörner in ungeahnter Anzahl aus dem Hut gezaubert. Da braucht man meine paar Euro nicht.

    Für in unserem Land schon lange vorhandene Hilfsbedürftige – gleich welcher Nationalität – sah es in den letzten Jahren und Jahrzehnten leider nicht ansatzweise so toll aus. Wegen allgemeiner Geldknappheit.

    1. Für Obdachlose, ja? Pegida-Anhänger sind ja immer offen für jegliche VT, aber eine Frage hätte ich da:

      Wovon leben Lutz Bachmann und die Festerling? Luft und Liebe werden es bei den Beiden wohl nicht sein …

    2. Volle Zustimmung: Beide Spendenaktionen sind sinnvoll und es wäre auch völlig daneben, die einen Hilfsbedürftigen gegen die anderen auszuspielen.
      Mein frommer Wunsch für 2016: Bei den Diskussionen rund um Pegida und das Flüchtlingsthema wäre es prima, wenn beide Seiten wieder zu mehr Sachlichkeit und Augenmaß kommen würden – da schließe ich mich gerne mit ein. Das Polarisieren, Schwarzmalen und Ausgrenzen ist letztlich lediglich im Sinne von Extremisten aller Art, die an einem friedlichen, demokratischen Gemeinwesen überhaupt kein Interesse haben. Für die allermeisten, die hier im Meedia-Forum auftauchen, dürfte dies aber immer noch Konsens sein – so hoffe ich doch. Falls nicht, sei ihnen weiterhin gerne der Spiegel (nein, weder der gedruckte, noch der digitale) vorgehalten.

  3. Was soll denn für PEGIDA dumm gelaufen sein? Trotz Häme und Verwünschungen stürmt der Titel alle Charts. Hosianna!
    Ich behaupte, wäre die Hymne auf „ferner liefen“ geblieben und damit außerhalb der Medienbeachtung, dann hätte der Systemhändler auch nicht gespendet, denn schließlich stinkt Geld nicht.Unter voller Medienbeachtung aber sah man sich genötigt „Flagge zu zeigen“, wozu sich alle verpflichtet fühlen und erhalten kostenlose Sympathiewerbung. So läuft der Laden.
    Wenn man dann noch PEGIDA verspottet, weil sie unfreiwillig über ihre Leistungen die Flächtlingehilfe stärken ist das die nächste Fußangel, die sich die Medien selbst verordnen. PEGIDA hat sich in allen seinen Erkläringen festgelegt, es geht nicht gegen Flüchtlinge, es deht ausschließlich gegen die Politik der volksfeindlichen Regierung.

  4. Ich glaube nicht, dass Pegida-Anhänger per se gegen Flüchtlinge sind. Man kann ja für Hilfe für Kriegsflüchtlinge sein, aber zeitgleich für Grenzkontrollen und für die Verringerung der Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge.

  5. Nein, nicht dumm gelaufen „Bestseller Nr. 1“ ist die beste Werbung! Dafür kann man gerne für Flüchtlinge spenden.

  6. Wie wäre es mit einen fairen Umgang miteinander?
    Demokratie und Meinungsfreiheit gelingt in diesen Land nicht, weil ein Haufen Verblendeter leichtgläubig an den Lippenbekenntnissen von Berufspolitikern hängen.

    Das Peterprinzip ist vollendet.

    Also Herr Becker, wie wäre es zum Beispiel über die falschen Negativ-Rezensionen zu berichten, die bei Amazon Parteianhänger und Ideologen hinterlassen haben? Gekauft haben die überhaupt nichts. Ich übe hier auch ganz klar Kritik an der Verkaufsplattform Amazon. Es kann nicht angehen, dass man Nichtkäufer zu Produktbewertungen zulässt und solche offenkundigen Fälschungen gewehren lässt.

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