Anzeige

Cover des Jahres: die emotionale Kraft von stern, Spiegel und Charlie Hebdo

cover3.jpg

2015 war ein Jahr der Krisen, Katastrophen und Anschläge – zumindest, wenn man die vergangenen zwölf Monate publizistisch Revue passieren lässt. Ob Flüchtlinge, Terror-Anschläge in Paris oder der Absturz des Germanwings-Fluges 9525: Die großen Nachrichtenlagen waren dramatisch. Das spiegeln auch die besten Cover des Jahres wieder.

Anzeige
Anzeige

Charlie Hebdo
Charlie Hebdo
Die emotionale Kraft und den Mut der Redaktion zu diesem Titel, lassen sich wohl kaum genug würdigen. Nach dem Massaker an den eigenen Kollegen, bringen die Satiriker eine Ausgabe an den Kiosk, die den Attentätern vergibt. Beeindruckend.

time-merkel-cover
Time
Von dieser Ehre wird Angela Merkel lange zehren. Während in Deutschland die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin immer lauter wurde, machte Time sie zur Person des Jahres. Auf diese Titelseite kann sie wahrlich stolz sein.

stern
stern
Auch dem stern gelang ein preiswürdiger Merkel-Titel. Bevor die Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage zur Mutter Courage wurde, galt sie als kühl und berechnend. Dieses Image bringt keine Titel besser zur Geltung, als „die Eiskönigin“. Ein zweiter Aufmacher der Hamburger, der im Gedächtnis bleibt, ist die Titelseite nach den Anschlägen von Paris. Bedrohlich.

Polska

Polska
Ebenfalls über die Terror-Attacke in der französischen Hauptstadt berichtet Polska. Den ganzen Schrecken der Anschläge machen die Blattmacher sichtbar, indem sie das rot der Tricolore mit einem Rinnsal aus Blut malen.

spiegel
Der Spiegel
Gleich zwei Titelseiten des Spiegels beeindruckten in diesem Jahr besonders. Zum einen die Cover-Serie „Die letzten Zeugen“. Auf 19 Titelseiten zeigten die Hamburger 19 Ausschwitz-Überlebende.

Ausgeliefert

Zum anderen ist „Ausgeliefert“ ist das wohl beklemmendste Cover zum Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen. „Ein Pilot. 149 Opfer“. Klarer kann man die Tragödie nicht benennen.

Anzeige

 

taz
taz
Wie bereits in den vergangenen Jahren, lieferten auch die Berliner wieder eine Vielzahl überzeugender Titelseiten. Stellvertretend sei auf diese beiden hingewiesen. Das eine Cover konnte nicht fertig werden, weil der verantwortliche Redakteur noch fix die Kinder aus der Kita abholen musste. Das andere kommentiert die erste Prozessaussage von Beate Zschäpe. Prägnanter lässt sich ihr vermeintliches Geständnis wohl kaum zusammenfassen.

DIE ZEIT
Die Zeit
Die Redaktion der Wochenzeitung liefert jeden Donnerstag eine dicke Lese-Packung mit Qualitäts-Inhalten. Die Titelgestaltung ist dabei allerdings in den wenigsten Fällen außergewöhnlich. Dass es auch anders geht, zeigt dieser Aufmacher. Die Zeile war natürlich eine Lüge. Auch diese Ausgabe steckte voller hübscher Ideen. Gerade bei der Zeit gilt: Print lebt.

Süddeutsche-Zeitung-Magazin-494x630
Süddeutsche Zeitung Magazin
Fast jede Woche überrascht, erfreut oder bewegt uns das Cover des Magazins der Süddeutschen Zeitung. Stellvertretend für die vielen tollen Arbeiten, sei an dieser Stelle der Aufmacher mit Investigativ-Star Günther Wallraff genannt und gezeigt. All das gilt übrigens auch für die doppelten Titelseiten des Zeit Magazins.

59_cicero11-460x630
Cicero
Neben den Magazinen der SZ und der Zeit, gibt es hierzulande nur wenige Hefte, die verlässlich gute Titelgestaltungen liefern. Brand eins, Impulse, Dummy oder 11 Freunde gehören an dieser Stelle genannt, aber auch Cicero. Seit einiger Zeit schon produzieren die Berliner richtig gute Aufmacher. Sie sind klug, frech und manchmal sogar pfiffig.

151211-playboy-0710_d63fcd6c7d80ff041e906e4132cf2956.nbcnews-ux-2880-1000
Playboy
Was hat ein Playboy in dieser Sammlung zu suchen? Ganz einfach: Es ist der letzte seiner Art. Für viele Jahrzehnte stand das Magazin von Hugh Hefner für gute Interviews (natürlich) und viel nackte Haut. Letztere soll ab dem kommenden Jahr deutlich reduziert werden. Die US-Ausgabe will auf explizite Darstellungen verzichten. Das kann man gut oder schlecht finden. Es ist aber auf jeden Fall das Ende einer Ära. Letztes Nacktmodel ist Pamela Anderson. Sie ist bereits zum 14. Mal auf dem Titel des US-Playboys.

Independent-479x630
The Independent
Der tote Junge am Strand von Bodrum: Es ist das Symbolbild des Jahres. Selbst in zehn Jahren wird kein Zeitdokument derart für das Leid und Dramatik der syrischen Flüchtlinge stehen, wie dieses Foto. Als Erstes erkannte die englische Presse die Kraft dieses Dokumentes der Zeitgeschichte. Erst nach einem Tag und einer heftigen ethischen Debatte druckten auch die deutschen Zeitungen das Bild. Wir werden es immer mit dem Sommer 2015 und der Flüchtlingskrise verbinden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*