Huch! American Media bringt eine deutsche Version des National Enquirers an den Kiosk

The-ENQUIRER.jpg
Eine Dummy-Ausgabe des deutschen National Enquirer

Kurz vor Weihnachten schwappt eine Medien-Überraschung nach Deutschland: Der US-Verlag American Media, Inc. (AMI) will eine deutsche Ausgabe des berühmt-berüchtigten Boulevard-Blattes The National Enquirer starten. Los geht's schon am 14. Januar. Ziel des Unternehmens: "Innerhalb von 6 Monaten" soll der Enquirer "das bestverkaufte Promimagazin in Deutschland sein".

Anzeige

Nach eigenen Angaben ist die deutsche Version der Zeitschrift die erste internationale Ausgabe seit dem britischen Enquirer, der vor 25 Jahren an den Start ging. Die Pläne für die deutsche Ausgabe klingen gelinde gesagt ambitioniert: „Das Unternehmen erwartet, dass der deutsche Enquirer innerhalb von 6 Monaten das bestverkaufte Promimagazin in Deutschland sein wird“. Erreicht werden soll das u.a. mit einer nach eigenen Angaben „mehreren Millionen Dollar schweren Kampagne“ in Fernsehen und Internet.

Von einem „einzigartigen Neuzugang“ für den deutschen Markt spricht David J. Pecker, CEO von American Media, Inc.: „Was die Berichterstattung über die aktuell wichtige Hollywoodprominenz und internationale Figuren angeht, klafft bei den deutschen Promimagazinen eine Lücke und The National Enquirer wird diese Lücke füllen“. Produziert werden soll die deutsche Ausgabe im Übrigen aus dem AMI-Headquarter in New York. Der Chefredakteur der US-Ausgabe Dylan Howard soll auch die deutsche Version verantworten. Es soll aber ein Büro in Frankfurt geben.

Das deutsche Büro wird dann hoffentlich auch an der Sprache feilen. Die beiden Dummy-Cover, die zusammen mit der Mitteilung veröffentlicht wurden, enthalten sperrige Headlines wie „Jolie in herzzerreißender Gesundheitskrise“ oder „Jennifer Aniston: Verfangen in Morduntersuchung!“.

Der US-Version geht es im Übrigen längst nicht mehr so gut wie einst. Von 6,7 Mio. verkauften Exemplaren Mitte der 1970er-Jahre sind inzwischen nichtmal mehr 400.000 geblieben, allein in den jüngsten fünf Jahren verlor das Magazin die Hälfte der Käufer. Zudem hat der Enquirer als Marke ein Problem im Netz. Die US-Website (die in Deutschland nicht auf normalem Wege erreichbar ist, sondern auf die ebenfalls zu AMI gehörende Website Radar Online umgeleitet wird) erreicht laut SimilarWeb weltweit nur ein Viertel des Traffics von Bunte.de, auf Facebook hat der Enquirer gerade mal 33.710 Fans. Aber dafür wird das Magazin Mitte 2016 ja nun „das bestverkaufte Promimagazin in Deutschland“ sein.

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige