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„Eindeutig erodierende Nutzerzahlen“: Süddeutsche relauncht jetzt.de

Stefan Plöchinger krempelt jetzt.de um
Stefan Plöchinger krempelt jetzt.de um

SZ-Digitalchef Stefan Plöchinger will das Online-Magazin der Süddeutschen Zeitung runderneuern. Grund dafür seien die gesunkenen Zugriffszahlen auf den Community-Seiten des Portals, so Plöchinger. Das neue jetzt.de solle jedoch kein weiteres Millennial-Portal wie bento oder Ze.tt werden. Schließlich ginge es es den jungen Leuten um mehr als Popkultur.

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„Kaum ein Begriff im Netz hat sich so sehr gewandelt wie jener von der ‚Community‘. Früher meinte er Foren, Blognetzwerke, Vernetzungsportale jeder Art, und dann traten Facebook und Twitter an, um unser Verständnis des Begriffs neu zu definieren“, erklärt Stefan Plöchinger in einem Blogbeitrag die schwindenden Klickzahlen in der jetzt.de-Community. „So hart das auch für uns klingt; viele in der Redaktion haben ihre Wurzeln in der Community hier — aber selten habe ich so eindeutig erodierende Nutzungsstatistiken gesehen.“ Da jetzt.de bei IVW und AGOF gemeinsam mit süddeutsche.de ausgewiesen wird, liegen keine eigenen Traffic- und Nutzerzahlen für das Portal vor.

Möglicherweise habe man sich zu wenig gekümmert, dennoch sei die Bewegung hin zu den großen Communities so massiv, dass man nicht mehr so weitermachen wolle wie bisher. „Wenn heute Community WhatsApp bedeutet, müssen wir dorthin. Wenn viele Leser heute mit Twitter und Facebook in den Tag starten, sollten wir uns genauso darum kümmern wie um eine Homepage“, betont Stefan Plöchinger. Wie dies genau aussehen wird, soll in den kommenden Wochen auf dem Blog verkündet werden.

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Von den in diesem Jahr neu gestarteten Millennials-Portalen wie bento, Ze.tt und Byou soll sich jetzt.de jedoch deutlich abgrenzen. Stefan Plöchinger kritisiert: „‚Mach eine Internet-Seite für 22-Jährige‘ ist in Medienhäusern ein gern gehörter Wunsch, und es klingt nach: Erklär’s mal für die Kleinen, die die Welt noch nicht kapieren. So war jetzt nie, so soll es nicht werden.“ Auch oder gerade die Millennials seien politisch deutlich interessierter als oftmals angenommen und bräuchten „eine geistige Heimat des Weltoffenen, des Weltenöffnens“. Schließlich habe vor allem das vergangenen,politisierte Jahr gezeigt, dass es „diesen jungen Leuten“ eben nicht nur um Popkultur und Lifestyle gehe, so Plöchinger.

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