Aus für Viva: Gruner + Jahr wird Magazin für Best-Ager nicht weiterführen

Viva-Erfinder und stern-Herausgeber Thomas Osterkorn
Viva-Erfinder und stern-Herausgeber Thomas Osterkorn

Publishing In den vergangenen Monaten brachte Gruner + Jahr einen neuen Titel nach dem anderen an den Kiosk. Es geht aber auch andersherum. Nach gut drei Jahren ist für das Best-Ager-Magazin Viva Schluss – zumindest unter dem Dach von Gruner + Jahr. Wie der Verlag auf MEEDIA-Anfrage bestätigte, wollen die Hamburger das Heft nicht mehr weiterführen. Zu Entlassungen soll es durch die Einstellung nicht kommen.

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„Gruner + Jahr wird Viva nicht fortführen. Wir danken den Kolleginnen und Kollegen, die Viva bisher produziert haben, sehr herzlich für ihre Arbeit“, sagt ein Verlagssprecher gegenüber MEEDIA. „Die Redakteure werden zum stern zurückkehren, von wo sie ausgeliehen waren. Gruner + Jahr entwickelt derzeit viele neue Ideen. Wir setzen weiter auf Innovationen – wie zuletzt etwa erfolgreich mit Magazinen wie Barbara, Brigitte Wir oder stern Crime.“

Das Ende des Best-Ager-Hefts überrascht insofern, weil das Projekt des ehemaligen stern-Chefredakteurs Thomas Osterkorn mit so viel Rückenwind gestartet war und auch bei MEEDIA für das Pilotheft gute Kritiken bekommen. Nach dem sich die Testausgabe Ende 2012 überraschend gut verkauft hatte, schickte der Verlag den Titel in Serie. Offenbar gelang es aber nicht, an den starken Wert von 100.000 abgesetzten Heften anzuknüpfen. Auch die Anzeigenbuchung habe zuletzt, so ist zu hören, unter den Erwartungen gelegen.

Osterkorn, der das Konzept noch als stern-Chef entwickelt hatte, erklärte damals dazu, dass die Zeit einfach „reif“ sei, „für ein Magazin, das Männern und Frauen ab 50 Mut macht, auf der großen Reise des Lebens noch einmal Abenteuer zu wagen und das Glück zu suchen“. Das hätten auch die zahlreichen positiven Rückmeldungen gezeigt. „In meinen 40 Jahren als Journalist und Chefredakteur des stern habe ich noch nie so viele begeisterte Briefe mit Anregungen und neuen Ideen erhalten wie nach den ersten Ausgaben von Viva.“

Zuletzt lag die verkaufte Auflage – laut Verlagsangaben – bei 70.000 Exemplaren. In der IVW ist Viva, das zuletzt sechs Mal pro Jahr erscheint, nicht gelistet. Nach MEEDIA-Informationen soll es aber einen Interessenten geben, der den Titel eventuell in eigener Regie weiter verlegen will. Die Verhandlungen dauern aber offenbar noch an. Dass ein solches Buy out-Modell durchaus erfolgreich sein kann, hatte vor Jahren Katarzyna Mol-Wolf mit Emotion bewiesen. Im besten Fall würde dies bedeuten, dass es für Viva – wörtlich: Lebe – ein zweites Magazin-Leben gibt.

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Alle Kommentare

  1. Auch ich kann mich nur anschließen. Die erste Zeitschrift auf die ich mich immer gefreut habe, komplett gelesen und auch später immer mal wieder reingeschaut habe. Ich werde viva vermissen.

  2. Schade, schade. Ein Heft, das mich bei der Gestaltung meines eigenes Leben inspiriert hat. Leider war es nur in ausgesuchten Läden zu erhalten. Und die Werbung (falls es welche gab) hat die Zielgruppe nicht erreicht. Mein Bekanntenkreis wurde jedenfalls nur durch mich auf das Magazin aufmerksam.

  3. Momo sagt: Sehr gern habe ich als „Berufsjugendliche“ VIVA gelesen, nicht nur weil sie alterserecht war, nein, weil sie ganz viele aktuelle Themen ansprach, die tiefgründig, verbindlich und aufmuntert Menschen Themen vermittelte, die vielleicht schon seit langem im eigenen Leben „auf der Strecke geblieben“ sind.

    Vielleicht gibt es doch ein Fortführen des Magazins, ich sehe das positiv.

  4. Nun wollte ich Ihrem Aufruf mit Sinn und Verstand folgen und nun das. Was kann man tun, um diese Zeitschrift, die sich so angenehm von der Masse abhebt, wiederzubeleben/zu retten?
    Katrin

  5. Erst jetzt lese ich, dass VIva nicht mehr erscheint.Immer wieder habe ich bei meinem holländischen Zeitschriftenhändler danach gefragt. Er wusste es auch nicht. Ich bedauere sehr, dass es VIva nicht mehr gibt! Eine Zeitschrift, die man mit Spannung und Interesse lesen konnte. Hoffentlich kommt sie wieder!

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