Der stille Twitter-Crash: Topmanager gehen, Analysten kapitulieren, Aktie auf Allzeittief

Im freien Fall: die Twitter-Aktie

Digital Economy Wird’s noch was mit Twitter? Die letzten Monate machen wenig Hoffnung beim einstigen Social Media-Liebling, zu steil zeigt die Entwicklung bei Twitter auch nach dem turbulenten CEO-Wechsel nach unten. Dem 140-Zeichen-Dienst läuft die zweite Managementebene weg – gestern wurde der Abschied von Designchef Mike Davidson bekannt. Analysten stuften die Aktie unterdessen immer weiter herab, die daraufhin gestern neue Tiefstkurse markierte.

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Wer 2015 neben GoPro eine prominente Verliereraktie aus dem Tech- bzw. Internetsektor sucht, wird schnell bei einem einstigen Highflyer fündig: Auch Twitter hat die Wall Street in den vergangenen zwölf Monaten mit immer neuen Negativschlagzeilen in Atem gehalten.

Dabei schien sich das Blatt nach der Inthronisierung von Gründer Jack Dorsey als dauerhaften CEO zu wenden: Der saudi-arabische Prinz Al-Walid bin Talar stockte seinen Anteil zu höheren Kursen auf, Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer investierte – und Jack Dorsey verkündete jede Menge neuer Maßnahmen.

Kursgift Twitter: 70 Prozent vom Allzeithoch verloren, mehr als 33 Prozent 2015

Geholfen hat bislang nichts. Gestern sackte die Twitter-Aktie nach einem neuerlichen, wochenlangen Sinkflug auf neue Allzeittiefs auf Schlusskursbasis ab und unterbot damit noch mal die Augusttiefs.

Nicht mal mehr 24 Dollar ist eine Twitter-Aktie wert – das entspricht einem erdrurschtartigem Verlust von fast 70 Prozent gegenüber den Allzeithochs von vor zwei Jahren. Auch anno 2015 hat blieb Twitter pures Kursgift, das Aktionären ein Minus von mehr als 33 Prozent einbrachte.

Banken senken den Daumen, Manager fliehen

Die Turnaround-Hoffnungen beim auch schon neun Jahre alten Internet-Unternehmen, dessen Nutzerwachstum inzwischen zum Erliegen gekommen ist, schwinden: Der Rückhalt der Wall Street scheint aufgebraucht. Folgerichtig stufte gestern auch die New Yorker Investmentbank Evercore Twitter weiter ab und reduzierte das Kursziel nochmals auf 22 Dollar.

Auch die Moral bei der Belegschaft scheint immer weiter zu sinken – zahlreiche Abgänge in den vergangenen Monaten zeugen nicht gerade von Aufbruchsstimmung. In die Reihe der jüngsten Demissionen reihte sich gestern der Vizepräsident Design, Mike Davidson ein.

Nach dem jüngsten Aderlass sucht Twitter damit aktuell für seine Konzernzentrale einen neuen Kommunikationschef, einen Marketingchef und einen Leiter Corporate Development.

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