Apple fordert Nutzer mit Pop-Up-Werbung zum iPhone-Upgrade auf

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Die Hiobsbotschaften für Apple lassen nicht nach. Die Umsatzwarnung des Chip-Herstellers Dialog Semiconductor lässt nichts Gutes für Apples Geschäftsentwicklung erahnen – der TecDax-Konzern erzielt den Löwenanteil seines Umsatzes schließlich mit Chip-Anfertigungen für das iPhone. Während Analysten weiter den Daumen senken, scheint Apple zu reagieren: In den USA tauchen bei Besitzern von alten iPhones erstmals Werbebotschaften auf, die zum Upgrade auf das iPhone 6s auffordern.

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Der Druck wächst. Einen Tag nach der Schock-Analyse von Morgan Stanley Topanalystin Katy Huberty, die ihre iPhone-Absatzprognose für 2016 um satte 29 Millionen Einheiten reduzierte, folgt die nächste Hiobsbotschaft für Apple-Aktionäre.

Der deutsche Halbleiter-Hersteller Dialog Semiconductor, der Apple Power-Management-Chips für das neuste iPhone liefert, hat gestern überraschend eine geharnischte Umsatzwarnung herausgegeben. Statt der anvisierten Umsatzspanne von 460 bis 430 Millionen Euro rechnet der TecDax-Konzern nunmehr im vierten Quartal nur noch mit Erlösen in Höhe von 390 bis 400 Millionen Euro.

Alle Gewinne 2015 wieder abgegeben

Was das mit Apple zu tun hat? Dialog Semiconductors größter Kunde ist Apple – mit Abstand. In anderen Worten: Der Umsatzeinbruch wäre damit in erster Linie auf eine Auftragskürzung aus Cupertino zurückzuführen. Entsprechend reagierten dann auch die Anleger und ließen die Anteilsscheine des iKonzerns auch am gestrigen Handelstag mit einem Minus von nochmals zwei Prozent gegen den Markttrend wie einen Stein fallen.

Die Apple-Aktie hat sich damit alle Gewinne des Jahres abgegeben und notiert nun bei 110 Dollar exakt auf dem Startniveau vom Januar. Seit den Allzeithochs im April beträgt das Minus bereits saftige 18 Prozent.

Credit Suisse und Stifel senken den Daumen

Sollte sich Dialog Semiconductors Umsatzeinbruch 1:1 auf Apples Geschäftsentwicklung übertragen lassen, stünde der wertvollste Konzern der Welt vor einem krachenden Rücksetzer, wie der Marktforscher Stifel vorrechnet. Im Weihnachtsquartal wäre demnach nur noch mit 68 bis 70 Millionen verkauften iPhones zu rechen, nachdem 2014 im selben Zeitraum noch 74,5 Millionen Einheiten abgesetzt wurden.

Auch die Credit Suisse erneuerte ihre skeptische Einschätzung zur Apples Geschäftsentwicklung: „Wir rechnen mit einem eingetrübten iPhone-Zyklus in den nächsten Monaten“, schreiben die Schweizer in einer neuerlichen Kurzstudie in Reaktion auf die Umsatzwarnung von Dialog Semiconductor und strichen die Absatzschätzungen des iPhones im März-Quartal weiter auf nur noch 50 Millionen Einheiten zusammen. Das würde nun schon einem satten Minus von 18 Prozent entsprechen.

Verzweiflungstat: Apple fordert zum iPhone-Upgrade auf

Als wollte Apple mit aller Macht gegen den kommenden Einbruch ansteuern, tauchten in den vergangenen Tagen in den USA bei Nutzern von älteren iPhones, die sich im App Store einloggten, Anzeigen auf, die zum Upgrade auf das iPhone 6s auffordern.

„Ridiculously powerful“ („irre leistungsstark“) sei das iPhone 6s, lockte Apple die Altkunden zum Upgrade, das seit einigen Monaten in den USA im Rahmen eines alljährlichen Erneuerungsprogramms möglich ist – es klingt ein bisschen verzweifelt und ganz und gar untypisch für den Kultkonzern aus Cupertino, der sich immer wieder dafür preist, keine Nutzerdaten zu sammeln.

Die Reaktion von iPhone-Kunden war vorprogrammiert – und fielen auf Twitter nicht wirklich freundlich für den Techpionier aus. Der Gegenwind wird stärker für Apple…

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