Zalando auf Allzeithochs: Banken stufen hoch, Samwers verkaufen

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Das kann sich wahrlich sehen lassen: Der Berliner Modeversender Zalando ist in den vergangenen Handelstagen aus einer monatelangen Kursspanne ausgebrochen und hat auf den letzten Metern des Börsenjahres 2015 nochmals neue Allzeithochs aufgestellt. Grund für den neuerlichen Kursausbruch nach oben: Die Banken stufen weiter kräftig hoch. Die Samwers agieren indes antizyklisch und nutzen die hohen Kurse, um ihre Beteiligung weiter zu reduzieren.

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Zwei Samwer-Aktien, zwei Welten: Das ist die überraschende Bilanz nach dem ersten Börsenjahr von Rocket Internet und Zalando – das Mutterschiff bleibt auf Tauchstation, Kursraketen zündet weiter die Beteiligung.

Nicht, wie im Vorfeld erwartet worden war, der Internet-Inkubator Rocket Internet, sondern der Zögling Zalando, der 2008 erst mit dem Kapital und Knowhow der Samwers gegründet wurde, hat sich zum eigentlichen Star des Beteiligungsimperiums gemausert.

Zalando 2015 mit Kursplus von 40 Prozent

Während die Anteilsscheine von Rocket Internet ihren Besitzern 2015 bislang happige Verluste von mehr als 40 Prozent eingebrockt haben, sind die Zalando-Aktien in den vergangenen elfeinhalb Monaten um eben jenen Prozentsatz in die Höhe geschossen.

Zum Jahresende wurden sogar noch einmal die bisherigen Allzeithochs von 34 Euro vom Juli getoppt. Der Grund: Die Banken stufen hoch. Zahlreiche Analysten sehen in den kommenden Monaten beim Berliner Modeversender erhebliches Kurspotenzial.

Wall Street-Riese Goldman Sachs etwa fügte Zalando erst in der vergangenen Woche seiner „Conviction Buy List“ hinzu – jenen Aktien also, von denen das Dow Jones-Mitlied besonders überzeugt ist. Kursziel:  44 Euro binnen der nächsten 12 Monate.

Banken stufen hoch, Samwers verkaufen weiter Anteile

Die Branchenkollegen Bernstein Research sehen mit einem Kursziel von 42 Euro fast ähnlich viel Kurspotenzial. Diese Woche zog nun auch noch die Investmentbank Jefferies nach. Kursziel hier: 41 Euro. Bei Notierungen von aktuell 35 Euro böte sich Anlegern damit nach Analystenmeinung weiteres Kurspotenzial von 17 bis 25 Prozent.

Nur die einstigen Wegbereiter scheinen den Gipfelsturm immer nüchterner zu betrachten: Die Samwer-Brüder Oliver und Marc nutzen die jüngsten Kurssteigerungen, um ihren Anteile am Vorzeige-Unternehmen aus dem Rocket-Reich weiter auf nunmehr unter 10 Prozent zu reduzieren.

An Anlagealternativen wird es den Samwers kaum mangeln: Bei Deutschlands größter börsengelisteter Internet-Beteiligungsgesellschaft warten schließlich noch andere „Proven Winner“ darauf, ihr Investment nach dem Vorbild Zalandos zu vervielfachen. Der Einsatz bleibt hoch…

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