Mit 250 Medienpartnern und LSR-Konform: Springers Upday startet im Frühjahr

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Digital Economy 50 Millionen potenzielle neue Leser – und das pro Jahr. Im Zuge seines traditionellen Presse-Get-Togethers erlaubte Springer einen ersten Blick auf das wohl ehrgeizigste Verlags-Projekt der kommenden Monate: Upday, das Nachrichten-Angebot für alle Samsung-Smartphones. Der Mix aus kuratierten Top-Stories und automatisch aggregierten Inhalten soll Nutzer mit den wichtigsten Infos des Tages versorgen.

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Noch immer scheinen die Macher des neuen Angebotes, CEO Peter Würtenberger und Chief Product Officer Jan-Eric Peters, leicht verwundert, welch eine massive Durchdringung der Mega-Konzern aus Korea hierzulande hat. So liegt der Marktanteil von Samsung alleine in Deutschland bei über 40 Prozent. In Europa verkauft der Konzern gar 50 Millionen Einheiten pro Jahr.

Ab dem Frühjahr wird, zumindest in den deutsch- und polnischsprachigen Märkten, das neue News-Angebot Upday auf den Smartphones installiert sein. Eine englische und französische Version könnte dann auch schon bereit sein. Falls nicht, folgten diese Sprachen in kurzer Zeit. Wie genau Upday auf den Samsung-Handys vorinstalliert sein wird, stehe noch nicht fest, werde sich aber in den kommenden Wochen klären, erklärte Würtenberger. Tatsächlich scheinen sich die Springer-Manager große Hoffnungen zu machen, dass ihre Nachrichten-Plattform direkt auf dem ersten Screen aller frisch ausgelieferten Mobil-Telefone des Apple-Konkurrenten vorinstalliert sein wird.

Damit hätten die Berliner einen gigantischen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Nachrichten-Apps, die aktiv in den jeweiligen App-Stores gesucht, geladen und möglicherweise auch bezahlt werden müssen.

Würtenberger und Peters, der gerade erst seine Abschiedsfeier bei der Welt hinter sich gebracht hatte, erklärte nun das Konzept von Upday. Die Grundidee: Die App soll alle relevanten Nachrichten aus einer Hand liefern. Dafür greift Upday auf rund 250 Quellen pro Land zurück und spielt diese entweder mittels eines Algorithmus aus oder bietet einen von Hand kuratierten Überblick über die wichtigsten Nachrichten.

Für letzteres baut Peters gerade eine Redaktion von sechs bis neun ausgebildeten Journalisten auf. Ihr Job besteht aus zwei Teilen. Zum einen das Finden und Bewerten der wichtigsten Nachrichten und zum anderen die verlinkten Stücke der Partner prägnant zusammenzufassen.

Bevor die Berliner auf einen Artikel eines Partners extern verlinken, teasern sie die entsprechenden Stücke zuerst an. Dazu setzen sie auf ein Kartenlayout, das offensichtlich von der US-Plattform Vox inspiriert wurde. Pro Karte gibt es eine Story. Die Leser scrollen sich dann nicht mehr durch das Gesamtangebot, sondern sie swipen.

Nur mit einem Wisch navigieren die Leser also durch die einzelnen Karten. Zum Start ist die gesamte Nutzung kostenlos. Finanzieren soll sich Upday über Werbung. Auch hier verspricht das Kartensystem einen strategischen Vorteil, weil sich jeweils eine komplette Karte vermarkten lässt. Das garantiert – zumindest für Dauer eines Lidschlages – die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leser, ohne dass Ad-Blocker eine Chance hätte, das Ausspielen der Werbung zu verhindern.

Aber auch die Content-Partner können laut Peters gleich doppelt von Upday profitieren. Sie erhalten zusätzlichen Traffic und werden von Springer nach den Regeln des Leistungsschutzrechtes für jeden Link bezahlt.

Wie es sich für ein anständiges Entwicklungsprojekt gehört, träumen die Macher schon heute von den nächsten Ausbaustufen. So ist die Einführung von Paid-Content-Diensten ebenso denkbar, wie eine Ausweitung von Upday über die Grenzen Europas hinweg.

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