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Debatte um Jugendportale: Welt-Autorin disst Vice und nennt Bento „absolute Trottelplattform“

Ronja von Rönne schreibt für die Welt
Ronja von Rönne schreibt für die Welt

Ronja von Rönne hat über Vice geschrieben – und da wird es schon interessant. Denn Vice hat die Welt-Autorin mal zum Teil der Reihe "Heulsuse der Woche" gemacht und für einen "unreflektierten" Text über ihren Feminismus-Ekel kritisiert. Ist ihr Artikel eine Retourkutsche? Vielleicht ... aber was für eine! Immerhin kann von Rönne Vice nicht nur Schlechtes abgewinnen, dem Newcomer Bento dagegen schon.

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Viel ist in den vergangenen Monaten über Sinn und Unsinn von Portalen, die sich ausschließlich an die Zielgruppen der 18 bis 30- oder 40-Jährigen richten, publiziert worden. Mit dem Zeit-Ableger Zett, dem Bild.de-Ressort BYou oder zuletzt mit der Spiegel-Online-Tochter Bento mühen sich eine ganze Reihe von Angeboten um die Aufmerksamkeit einer Zielgruppe, die nach Ansicht etlicher Medienexperten für die klassischen Marken und News-Portale verloren scheint. Ronja von Rönne widmet sich in ihrem Welt-Artikel Vice, der Urform des alternativen, jungen Nachrichtenangebots. Seit zehn Jahren ist Vice in Deutschland, die Online-Seite verzeichnet wachsende Zugriffszahlen und Umsätze.

Für Rönne, 23 Jahre alt und damit eigentlich im Kern der Zielgruppe, richtet sich Vice an „die mit der Sehnsucht und den Nike Air Max“.  Über die Fans des Portals schreibt sie: „Vice-Leser erfahren gerne Dinge, die die großen Leitmedien verschweigen, zum Beispiel ‚die sieben besten Weihnachts-Urlaubsziele für Kiffer‘.“ Dennoch attestiert Rönne Vice und seinen einschlägigen Headlines und Stories einen gewissen Sucht-Faktor und kritisiert zugleich den Mangel an Humor und Meinungs-Pluralismus. Ihr Fazit: „Vice ist zwar ‚guilty pleasure‘, doch die linksliberale Haltung, der flapsige Ton und das fantastische Design der Seite machen den Boulevardjournalismus appetitlich und akzeptabel.“

Das Spiegel-Jugendportal Bento hingegen hält sie schlicht für eine „dürftige Vice-Imitation“. Denn während sich Vice nicht so einfach verurteilen lasse, weil es einen „Spagat zwischen Entertainment, investigativem Journalismus und Boulevard“ schaffe, gäbe es andere Portale wie Bento, die das Bogen zum wirklichen Journalismus nicht zu spannen im Stande seien.

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Im Spätsommer dieses Jahres dachte sich Spiegel Online deshalb, das mit den Swingerclub-Tests, der großzügigen Bebilderung und den großen Überschriften sei eine echt gute Idee, und gründete daraufhin die absolute Trottelplattformbento, in Design und Inhalt eine mehr als dürftige „Vice“-Imitation.

Eine Reaktion zu von Rönnes Text ist bislang weder von Vice noch von Bento erfolgt. So oder so: Die Debatte um die Sinnhaftigkeit der Jugendportale wird weitergehen.

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Alle Kommentare

  1. Das ist schon bitter, jahrelang Journalismus studiert (hoffe ich doch) und dann langt es halt doch bloß für Springer – da muß man halt Dampf ablassen gegen die, die es geschafft haben.

    1. Völlig egal was sie studiert hat, das mit dem Schreiben hat sie besser drauf, als ein sehr großer Teil der Leute die in dieser Branche arbeiten und sie ist noch jung genug um noch besser zu werden. Da ändert auch der Verweis auf Springer nichts dran.

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