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Was Mark Zuckerberg den Kritikern seiner Wohltätigkeits-Ankündigung antwortet

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Einigen Leuten wäre es offenbar lieber, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg würde seine 45 Milliarden Dollar über die Jahre versaufen, statt zu spenden. Zuckerberg hat seine Beweggründe jetzt noch einmal geduldig erklärt. Große TV-Produktionen wie “Deutschland 83” und “Mordkommission Berlin 1” liefern enttäuschende Quoten. Der DJV verbietet dem Spiegel zu kündigen, und der stern wird bei Groupon verramscht. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Dieser Mark Zuckerberg ist schon ein schlimmer Finger. Kündigt der doch einfach so an, dass er und seine Frau Priscilla Chan im Laufe ihres Lebens 99 Prozent ihres Vermögens an Facebook-Aktien (aktueller Wert rund 45 Milliarden US-Dollar) für wohltätige Zwecke weggeben wollen. Anlass ist die Geburt ihrer Tochter.Das rief nicht nur Gratulanten und Applaudierer auf den Plan, sondern auch jede Menge Kritiker. Es wurde u.a. gemäkelt, dass Zuckerberg für seine Wohltätigkeit eine Limited Liability Company (LLC) gründet und nicht etwa eine Stiftung oder Charity Organisation. Schlaumeier hatten schnell Deutungen parat, die hinter der Ankündigung der Wohltätigkeit einen abgefeimten Steuertrick witterten. Derart missgünstig argumentierten nicht bloß “die Deutschen” – wie ich zunächst falsch unterstellte – sondern auch “die Amis”. Wie hier, in diesem vielfach geteilten Artikel von ProPublica, der u.a. von der New York Times veröffentlicht wurde. Mark Zuckerberg hat sich mittlerweile die Zeit genommen (er ist gerade in Elternzeit), auf die Kritik zu antworten.

I want to thank you all for your heartwarming congratulations on Max’s birth and on starting the Chan Zuckerberg…

Posted by Mark Zuckerberg on Donnerstag, 3. Dezember 2015

Die Rechtsform einer LLC für die Zuckerberg Chan Initiative ermögliche es, flexibler zu handeln. Auf diese Weise könnten sowohl Non-Profit-Organisationen unterstützt werden als auch Investitionen in profit-orientierte Unternehmen getätigt und Lobby-Arbeit gemacht werden. Zuckerberg hat explizit angekündigt, mit seiner Initiative auch auf die Politik einwirken zu wollen. Charity-Organisationen sind in den USA was Lobby-Arbeit und Investments in Profit-orientierte Unternehmen stark eingeschränkt. Zuckerberg weist darauf hin, dass er von der Überschreibung von Aktien in die LLC keine Steuervorteile hat – anders als wenn er eine traditionelle Stiftung gegründet hätte. Und er versichert mehrfach, dass er für Aktien, die von der LLC veräußert werden selbstverständlich Steuern zahle. Der Economist hat die Beweggründe für ein solches Vorgehen gut zusammengefasst. Und das Satire-Ressort von Spiegel Online hat den meiner Ansicht nach treffendsten Kommentar zu den ganzen Mecker-Heinis geliefert: “Zuckerberg lenkt ein – ‘Ihr habt recht. Ich werde das Geld versaufen”.

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Und? Diese Woche auch wieder nicht “Deutschland 83” beim RTL geguckt? Da waren wir nicht alleine. Die Vorzeige-Superduper-Event-Serie stürzt quotenmäßig gerade ziemlich ab. Oder, wie es Thomas Lückerath bei DWDL treffend formuliert: “Das Serien-Flaggschiff ‘Deutschland 83’ läuft auf Grund”. „Schockstarre“ bei Sender und Produktionsfirma. Seine Analyse, warum RTL beim Marketing für “Deutschland 83” gepatzt hat, ist sehr lesenswert. Das Gefühl, dass eine aufwändige TV-Produktion vom Publikum links liegen gelassen wird, kennt natürlich nicht nur RTL. Die mit viel Gedöns promotete “Mordkommission Berlin 1” bei Sat.1 wollten auch nicht übermäßig viele Zuschauer sehen. Kann es sein, dass Zuschauer, die aufwändig und gut gemachte Fiction suchen, sich von den Free-TV-Kanälen abgewendet haben? Und gibt es einen Zusammenhang, dass sowohl gut gemachtes Fernsehen als auch exklusive Titelstories bei Zeitschriften (siehe das zerstörte DFB-Sommermärchen vom Spiegel) kein Garant mehr für Publikumserfolge sind? Jedenfalls nicht, wenn sie über die althergebrachten Kanäle übermittelt werden.

Das Leid mit der sinkenden Auflage kennen fast alle Printmedien. Diese Woche musste zum Beispiel der stern mit dem “Brandstifter”-Cover ein fast historisches Tief bei den harten Auflagenzahlen hinnehmen. Das stern-Jahresabo erhält man derzeit beim Schnäppchen-Portal Groupon übrigens um 86% rabattiert für schlappe 29,90 Euro statt für 218,40 Euro. Zusammenhang, anyone?

Bildschirmfoto 2015-12-04 um 10.06.25

Beim Spiegel haben sie es auch nicht leicht. Am Dienstag wurde dort erklärt, wie sie den Laden zukunftsfit machen wollen: gleichzeitig wachsen & sparen. Klingt ein bisschen wie gleichzeitig schwimmen & radfahren. Da muss man sehr aufpassen, dass man nicht stürzt bzw. absäuft. Man kann sich schon fragen: Wenn die beim Spiegel Verlag 150 Stellen streichen und die übrig gebliebenen Leute dann zusätzlich ganz viele neue Digital-Gedöns-Projekte bestücken sollen – ja haben die dann alle die ganzen Jahre vorher auf der faulen Haut gelegen? Oder gehen beim Spiegel bald die „journalistischen Qualitätsstandards“ den Bach runter, wie der DJV in seiner Alarma-Pressemitteilung zur Sache befürchtet? Wobei: Der DJV hat dem Spiegel ja praktisch verboten, Kündigungen auszusprechen. Dieses Problem wäre also schon mal gelöst. Vielleicht könnte der DJV den doofen Lesern und Fernsehzuschauern auch befehlen, wieder mehr Hefte zu kaufen und gefälligst Privatfernsehen zu gucken. Dann hätten sich alle Medien-Sorgen auf einen Schlag so erledigt wie die IS-Bande nach Genuss der neuen Xavier Naidoo Single!

Wünsche ein allseits sorgenfreies Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Aye Stefan,

    geh auffe Reeperbahn, lass dich volllaufen und von einer Fachkraft ordentlich durchentspannen.

    Zitiere aus „Good Morning Vietnam“:

    „ich habe noch nie einen Mann gesehen der so dringend einen geblasen braucht“

    Küsschen Schatz!

    Dein Miesepeter 😀 😀 😀

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