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Nach ESC-Rauswurf: 121 Promis schalten in der FAZ Solidaritäts-Anzeige für Xavier Naidoo

Xavier Naidoo:
Xavier Naidoo:

Die deutsche Musikszene reagierte am Wochenende mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die Entscheidung des NDR, den umstrittenen Sänger Xavier Naidoo doch nicht zum Eurovision Song Contest zu schicken. 121 Prominente zeigten in einer ganzseitigen Anzeige in der Samstagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung solidarisch. Hinter der Aktion steckt der Konzertveranstalter Marek Lieberberg.

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In der Anzeige stand über der Auflistung der Unterstützer schwarz auf rotem Grund geschrieben: „Menschen für Xavier Naidoo„. 121 Prominente schlossen sich dieser Aktion an, unter anderem Til Schweiger, Jan Josef Liefers, Jan Delay, Anna Loos, Tim Mälzer, Mario Adorf, Kay One, Atze Schröder oder Marek Lieberberg.

Der bekannte Konzertveranstalter ist es auch, der die Anzeigenaktion in die Wege geleitet hatte. Im Interview mit der Süddeutschen erklärte er am Wochenende: „Ich habe die ganze Geschichte aus der Nähe mitbekommen. Und ich war wirklich erschüttert über die Heuchelei, die Hetze und den blinden Hass, die da aufkamen.“ Lieberberg berief sich im Gespräch auf eine über 20-jährige Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem Sänger. „Ja, sein Auftritt bei den ‚Reichsbürgern‘ war sicher ambivalent. Und ja, er hat so manche Vorstellung, mit der ich mich nicht unbedingt anfreunden kann und muss. Aber er unterstützt weder rechte Parteien noch fremdenfeindliche Bewegungen“, so Lieberberg. In der Diskussion um seine Person seien auch „einfach viele Dinge aus dem Zusammenhang gerissen“ worden.

Im Interview berichtigte der Manager auch die Kosten für die Anzeige in der FAZ. Diese sei nicht mal halb so teuer gewesen, wie berichtet. Am Wochenende war von rund 70.000 Euro nach Listenpreis die Rede.

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Vorvergangenes Wochenende hatte der NDR die Entscheidung bekannt gegeben, Xavier Naidoo doch nicht zum Eurovision Song Contest fahren zu lassen. Nach der Nominierung des Sängers war der öffentlich-rechtliche Sender zunächst stark kritisiert worden, die Pläne sorgten auch innerhalb der ARD für Streitereien, weil Naidoos Person und Weltanschauung umstritten sind. ARD-Programmkoordinator Thomas Schreiber hatte versucht, die Nominierung zunächst zu verteidigen, ruderte dann aber zurück. Über die Kritik am Sänger und das Verhalten des Senders und der Medien hatten sich bereits Promis wie Herbert Grönemeyer oder Til Schweiger empört.

Lieberberg hätte „von der Intendanz etwas mehr Stehvermögen und Zivilcourage erwartet. Jeder weiß doch, dass die Nominierung von Naidoo keine einsame Entscheidung des ARD-Unterhaltungskoordinators Thomas Schreiber war, sondern dass das mit den Verantwortlichen des NDR abgestimmt war.“ Er kritisierte die ARD auch dafür, Schreiber „allein im Regen“ stehen gelassen zu haben. Lieberberg äußerte sich auch generell zum ESC als Musikkultur-Event. Der ESC sei „ein großes, aufgeblasenes Nichts“ und ein „europäischer Karneval ohne jede Bedeutung für die Musikwelt“, an dem „seit Jahrzehnten kein relevanter Künstler mehr teilgenommen“ habe.

 

 

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Alle Kommentare

  1. Versteh ich das richtig? Wir haben Terroranschläge weltweit, Kriege mit hunderttausenden Toten, ebensoviele Menschen im Land, die durch halb Europa und übers Meer vor den Bomben geflohen sind, wir haben den Verkauf unserer Freiheit an die Großkonzerne, der Planet geht vor die Hunde etc… Und die schalten eine ganzseitige Anzeige in der FAZ, damit das Ego von Xavier Naidoo keinen Schaden nimmt? Schämt Ihr Euch eigentlich nicht? Spendet das Geld!

    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein.

    1. Tja RockyRod, vielleicht sollten Sie dann gleich auch die Sinnhaftigkeit einer Veranstaltung wie den ESC infrage Stellen! Oder Sie könnten sich die Frage stellen, ob wir nicht überhaupt gewichtigere Probleme haben, als Hexenjagden auf Künstler zu veranstalten, weil diese nicht die genehme Meinung vertreten aber soweit sind Sie wohl noch nicht!

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