25 neue Medienpartner: Facebook Instant Articles setzen sich bei Verlagen durch

Ein Instant Article vom National Geographic
Ein Instant Article vom National Geographic

Publishing Facebook erweitert den Kreis der deutschsprachigen Partnermedien für sein Instant-Articles-Programm. Zu den bisherigen Portalen Bild und Spiegel Online stoßen nun 25 weitere Medienangebote hinzu. Unter anderem werden tagesschau.de, Handelsblatt, Bunte.de, Focus Online, Zeit Online und einige Regional-Medien mit dem neuen Vertriebsweg experimentieren.

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Damit werden Instant Articles offenbar salonfähig. Die neuen Partner im Überblick :

Testpartner_InstantArticles_DACH

Durch das  Instant-Articles-Porgramm werden bei Facebook geteilte Texte von Medien nicht mehr im Web-Browser und somit auf der Plattform des Betreibers geöffnet, sondern im sozialen Netzwerk selbst. Ein Vorteil seien unter anderem schnellere Ladezeiten sowie ein höheres User Engagement. Dafür, dass die Redaktionen auf Traffic für die eigene Plattform verzichten, erhalten sie im Gegenzug Nutzerdaten und werden an den Erlösen aus der Vermarktung beteiligt. Es steht ihnen allerdings auch frei, das Umfeld selbst zu vermarkten.  Zudem zahlt der Traffic auf Instant Articles weiter auf die Reichweiten-Bilanzen der Portale ein, da auch diese von der IVW verpixelt sind. Hier kam es zuletzt aber zu technischen Komplikationen, sodass sich die bisherigen Partner Bild und Spiegel Online mit dem Publizieren von Instant Articles noch zurückgehalten hatten.

Bislang noch nicht ganz klar ist, ob Instant Articles – wie erhofft – das User Engagement tatsächlich steigern. Während Facebook und Partner betonen, dass beispielsweise die Freude am Teilen von Inhalten gestiegen sei, stellen einzelne Analysen keine großen Veränderungen fest. Mitte November wurde erstmals bekannt, dass einige Partner nicht ganz zufrieden mit den Umsätzen aus Instant Articles seien.

Skepsis gegenüber Facebook und Google nimmt ab

Die nun zahlreichen weiteren Partner zeigen allerdings, dass deutsche Medienhäuser gewillt sind, neue Vertriebskanäle für ihre Inhalte zu testen und die Skepsis abnimmt. Noch immer nicht von den Instant Articles überzeugt ist offenbar FAZ.net-Chef Mathias Müller von Blumencron, der jüngst bei den Medientagen in München noch einmal betonte, sich gegen das Programm entschieden zu haben. Immer wieder bekräftigt er die Chancen aber auch die Risiken einer Zusammenarbeit und sprach zur Einführung der Instant Articles von einer „Gefahr“ und die „radikalste Attacke auf die Medienwelt, wie wir sie kennen“. Von Blumencron und FAZ.net haben sich auf eine Zusammenarbeit mit Google eingelassen, die innerhalb der Digital News Initiative auf die Entwicklungen bei Facebook reagiert haben. 

Auch Zeit Online, nun ebenfalls Partner des Facebook-Programms, wies im Mai dieses Jahres darauf hin, dass eine Zusammenarbeit „wirtschaftlich sinnvoll“, aber „politisch bedenklich“ sei.

Bei der Mehrheit der Medienmacher scheint allerdings die Neugier höher und Abneigung gegenüber Facebook geringer geworden zu sein. Bild-Online-Chef Julian Reichelt betonte bereits des Öfteren die gute Zusammenarbeit mit dem Netzwerk, auch Zeit-Online-Chef Jochen Wegner habe beobachtet, dass Facebook auf die Bedürfnisse der Medien eingehe. Oliver Stock, stv. Chefredakteur beim Handelsblatt, lässt sich mit den Worten zitieren: „Eine Innovation, die von Facebook kommt, verdient eine faire Chance.“

Unterdessen baut Facebook die Verfügbarkeit der Instant Articles weiter aus und hat die Testphase für iOS-Geräte vor einem Monate beendet, sodass Instant Articles mittlerweile für alle iPhone-User zu sehen sind. Für Android-Geräte sind Netzwerk und Medien Facebook derzeit noch in der Betaphas, sodass die Artikel nur für eine von Facebook bestimmte Testgruppe sichtbar sind.  

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