Nach Naidoo-Debakel: ARD lässt Publikum wieder über ESC-Kandidaten entscheiden

NDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Lutz Marmor freut sich über das Vertrauen der Norddeutschen
NDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Lutz Marmor freut sich über das Vertrauen der Norddeutschen

Fernsehen Nach dem Debakel um die ESC-Nominierung Xavier Naidoos durch den NDR peilen die Verantwortlichen offensichtlich wieder einen Vorentscheid an. Die Tendenz gehe in der Tat dahin, zum Wettbewerb zurückzukehren und das Publikum entscheiden zu lassen, wer im nächsten Jahr nach Stockholm fährt, sagte ARD-Vorsitzender und NDR-Intendant Lutz Marmor am Mittwoch in Hamburg.

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Der innerhalb der ARD für den Wettbewerb verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte in der vergangenen Woche Naidoo zunächst ohne die sonst übliche Vorentscheidung als Teilnehmer für den Eurovision Song Contest (ESC) bestimmt, die Nominierung nach heftiger Kritik aber wieder zurückgezogen. „Der NDR hat einen Fehler gemacht“, meinte Marmor.

Der Alleingang hatte auch in der Sendeanstalt Widerstand hervorgerufen. In einem internen Brandbrief hieß es u.a.: „Diese Entscheidung beschädigt das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit nachhaltig.“ Insgesamt 40 Angestellte sollen den Brief unterschrieben haben, darunter viele in leitenden Positionen.

In dem vom NDR bestätigten Schreiben heißt es außerdem: „Wir festangestellte Redakteure und Redakteurinnen des Bereiches Zeitgeschehen und Kultur und Dokumentationen haben die Entscheidung mit Unverständnis und Fassungslosigkeit aufgenommen.“ Die Verfasser des Briefes hätten dem NDR vorgeworfen, „Naidoo verpflichtet zu haben, obwohl er mit Antisemitismus, Homophobie und Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht würde“.

Zuvor hatte sich bereits ARD-Programmchef Volker Herres öffentlich von der NDR-Entscheidung distanziert und betont: „Xavier Naidoo hat mehrfach Äußerungen getätigt, die man nicht gutheißen kann und missbilligen muss“. Die Diskussion darüber, ob Naidoo trotz dieser Äußerungen ein geeigneter Kandidat für den ESC sei, hätte man ARD-intern führen müssen, so Herres. Der NDR habe jedoch im Alleingang gehandelt.

(Mit Material von dpa)

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Alle Kommentare

  1. Ja also ich hoffe diesmal aber auf ein gescheites Konzept. Das schafft auch die Ard und man kann, (ist zwar schwer) es auch ohne Raab schaffen. Aber langsam macht dieses Debakel und die Blamagen beim ESC wirklich keinen Spaß mehr, auch wenn die Beiträge wirklich ok waren. Man sollte sowas wie USFO mit viel Geduld und Engagement wieder starten, nur ob das ohne Kooperation geht, weiß ich halt nicht …. LG

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