Was zusammen gehört: Matthias Matusseks Auftritt bei den Neuen Rechten der Jungen Freiheit

Matthias Matussek (l.) bei der Jungen Freiheit
Matthias Matussek (l.) bei der Jungen Freiheit

Publishing Der Journalist Matthias Matussek ist es gewohnt, anzuecken. Ob mit seinem Ausspruch, er sei homophob und das sei auch gut so oder mit seinen aktuellen Ausfällen nach den Anschlägen von Paris. Nun war er bei der Verleihung des Gerhard-Löwenthal-Preises als Laudator geladen. Der Preis wird u.a. von der Zeitung Junge Freiheit vergeben, die der Neuen Rechten zugeordnet wird.

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Gerade erst hat Matthias Matussek für Aufsehen gesorgt, weil er auf Facebook die Anschläge von Paris in einen direkten Zusammenhang mit der Flüchtlings-Problematik stellte und vorhersagte, „der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen“. Versehen hatte er diese Aussage, die vermutlich Junge Freiheit-Leser unterschreiben würden, noch mit einem Smiley.

Wegen der Aussage stritt sich Matussek dann mit der Chefredaktion seines Arbeitgebers, der Tageszeitung Die Welt. Er wurde gefeuert, nachdem er Chefredakteur Jan-Eric Peters und seinen Stellvertreter Ulf Poschardt in diesem Zusammenhang beleidigt hatte.

Es war nicht der erste Ausraster von Matussek. In Erinnerung ist sein Ausruf, er sei wohl homophob und das sei auch gut so, sein Vergleich von Kritikern der Pegida-Bewegung mit der Hitler-Jugend, Antisemitismus-Vorwürfe gegen eine Autorin auf Facebook sowie die Beschimpfung des Medienbloggers Stefan Niggemeier als „aufgeschwemmten Mausepaul“ und „Regenbogen-Haudegen“. Um nur ein paar zu nennen.

Jetzt ist er also bei der Jungen Freiheit gelandet. Einer Zeitung, die von Politikwissenschaftlern laut Wikipedia „einem Grenzbereich zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus“ zugeordnet und als „Sprachrohr der Neuen Rechten“ bezeichnet wird. Matussek hielt die Laudatio auf die Verleihung des Gerhard-Löwenthal-Preises für das Lebenswerk an den früheren Welt-Redakteur und Autor diverser Bücher über Ernst-Jünger, Heimo Schwilk. In der Laudatio sagte Matussek u.a., es brauche „Risikobereitschaft und Mut, um für die Wahrheit einzustehen, und es braucht den inneren Kompass, um sich im Gefechtsfeld der öffentlichen Meinungen und Diskurse zu behaupten.“ Vielleicht dachte er ja, dass er da auch so ein bisschen über sich selbst spricht.

Den Löwenthal-Preis für Journalisten erhielt bei derselben Veranstaltung übrigens der Jugendsprache-Forscher Martin Voigt, der in einem Gastbeitrag in der FAZ gegen eine vermeintliche „Umerziehung“ von Kindern durch sexualisierte Bildungspläne gewettert hatte. Die angeblich staatlich geplante „Verschwulung“ und Zertrümmerung des Vater-Mutter-Kind-Modells durch linke Homos ist seit geraumer Zeit eines der Lieblingsthemen der Neuen Rechten und kirchennaher Medienmenschen, zu denen auch Matussek zählt.

Dass Voigt in seinem FAZ-Artikel so einiges durcheinander wirft und populistisch aufkocht, dürfte ihn für einen Preis der Jungen Freiheit geradezu prädestinieren. Dass der Preisträger nebenher vor allem auch in ebenjener Jungen Freiheit ganz ähnliche Artikel publiziert, wurde beim Bericht über die Preisverleihung lieber ausgeklammert. Nimmt man seine früheren Äußerungen als Maßstab, kann sich auch ein Matthias Matussek in dem von der Jungen Freiheit prämierten Werk wiederfinden. Es scheint, da ist einer dort angekommen, wo er hingehört.

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Alle Kommentare

  1. Lieber Herr Winterbauer,

    ihr Artikel zeigt wieder einmal genau auf, warum sich der gemeine Leser immer mehr von Mainstream-Zeitungen verabschiedet und Indipendent-Medien dagegen ein Hoch feiern.

    Sie arbeiten mit Unterstellungen und Diffamierunge, Herr Winterbauer.

    Ein Beispiel gefällig?

    Sie unterstellen Martin Voigt, dass er in einem Gastbeitrag in der FAZ von „Verschwulung“ geschrieben habe. Benutze ich aber die Suche meines Browers, ist dieses Wort nicht zu finden.

    Und es geht weiter:

    Jeder Student lernt im ersten Semester, dass man „Wikipedia“ nicht zitieren soll. Hausarbeiten etc. die mit „Wiki“ argumentieren, sind an meiner Universität nicht angenommen bzw. mit einer schlechten Note bewertet worden. Sie greifen allerdings Wikipedia auf, um die Junge Freiheit in ein rechtsextremes Licht zu rücken. Das dies von (angeblichen) Politikwissenschaftlern aus einem gewissen Spektrum getan wird, verschweigen Sie natürlich. Auch, dass in der Jungen Freiheit Autoren aus einem bürgerlichen und liberalen Lager schreiben bzw. geschrieben haben. Zu nennen sind Hans-Olaf Henkel, Peter Scholl-Latour oder der Politikwisseschaftler Werner Patzelt.

    Auch die Behauptung, Matussek habe seine Vorgesetzten beleidigt, wie Sie schreiben, ist nicht richtig. Anwalt Joachim Steinhoefel schreibt dazu: „Herr Matussek hat weder Herrn Peters noch Herrn Poschardt als ‚durchgeknallt‘ und/oder ‚Arschloch‘ und/oder ‚durchgeknalltes Arschloch‘ bezeichnet. Er hat den Konferenzraum gar nicht betreten und ist Herrn Peters heute auch nicht begegnet“

    1. „Sie unterstellen Martin Voigt, dass er in einem Gastbeitrag in der FAZ von „Verschwulung“ geschrieben habe. Benutze ich aber die Suche meines Browers, ist dieses Wort nicht zu finden.“

      Knallharte Recherche. 😀 Aber hauptsache, sich über die bösen Mainstream-Medien beschweren, während die vermeintlichen „Indipendent“-Medien, die in erster Linie massiv abhängig vom rechten Klientel sind (also alles andere als „independent“ sind, so wird das Wort übrigens geschrieben), brutale Hetze betreiben.

      Es scheint im übrigen, dass sie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr studiert haben, ansonsten wäre ihnen bereits aufgefallen, dass Wikipedia-Zitate durchaus brauchbar sind, wenn deren Bezug auf die eigentliche Quelle klar ersichtlich ist.

      Und Leute wie Henkel, Patzelt und Scholl-Latour sind alles andere als Personen, die dafür sprechen, dass es sich um harmlose Plattformen handelt, hat zum Beispiel doch insbesondere Henkel intensivst dabei geholfen, aus der AfD die NSDAP 2.0 zu machen 😉

      Klar, wenn man will kann man sich auch jede noch so rechte Hetze schönsaufen. Oder aber, man kann zur Abwechslung doch mal ein bißchen Intelligenz einsetzen, dann allerdings wird man schnell merken, welche Rechtsaußen-Hetze man hier verteidigt. Das allerdings dauert bei einigen halt ein bißchen länger.

      1. Ich behaupte nirgends, dass Martin Voigt von „Verschwulung“ geschrieben hat. Ich schreibe: „Die angeblich staatlich geplante „Verschwulung“ und Zertrümmerung des Vater-Mutter-Kind-Modells durch linke Homos ist seit geraumer Zeit eines der Lieblingsthemen der Neuen Rechten und kirchennaher Medienmenschen, zu denen auch Matussek zählt.“

        Bitte genauer lesen.

  2. Ist es eigentich die heimliche Absicht der Mainstream Medien, die Deutschen in die „Rechte Ecke“ zu treiben?

  3. Danke an Herrn „Leser“ für seinen obigen Kommentar. Stimme ich zu.

    An Herrn Winterbauer,
    ja, Ihr Kommentar ist von der Sorte „main stream“, der jegliche Offenheit und Toleranz vermissen läßt, die Journalisten wie Sie stets einfordern.
    Zum Thema M.Voigt in der FAZ: Ihren Eröffnungssatz können Sie durch nichts konkret untermauern, Ihrerseits reiner main-stream-Populismus. Sie wollen einfach nicht hören, daß diese widerlichen sexualisierten Bildungspläne in unseren Schulen verhindert werden müssen. Dieser Teil der Erziehung gehört ins Elternhaus.

  4. Hallo Journalist Winterbauer,

    solche infamen Texte sind eine Offenbarung bester Güte. Sie zeigen sehr deutlich in welcher eindimensionalen Denkwelt der Autor lebt. Dass Herr Winterbauer mit so einen diffamierenden Text auf MEEDIA publizieren darf, verweist auf die Machtverhältnisse in der Journalistenbranche.

    Echt peinlicher Müll. Wer so auftritt, muss es nötig haben.

  5. Was für widerliche Zuschriften. Natürlich ist Matussek dort gelandet wohin er gehört. Welch Dummheit zu behaupten: der Rechtsanwalt von M. habe die Angelegenheit in der Redaktion richtiggestellt. Anwälte behaupten das, was ein Klient von ihnen wünscht. Schön für ihn, dass er, Martin Voigt, diesen „Ehrenpreis“ erhalten hat. Es gibt nicht viele, die so etwas annehmen. Ich habe den Artikel von ihm in der FAZ gelesen und war schlicht angekotzt.
    Es bewahrheitet sich immer mehr dass die heutige Analyse in der Süddeutschen zum Rechtsextremismus leider stimmt. Die spricht von 15-20 Prozent der Deutschen, die vom Kopf her eher rechtsextrem sind, aus was für Gründen auch immer. Und immer dabei besonders die Verlierer der Gesellschaft
    Florian Adler

  6. Matussek ist sicher kein Rechter, weniger noch ein Neuer Rechter. Ich würde ihn eher den Hyperaktiven zuordnen, Hyperaktivität ist keine Krankheit, die gedämpft werden müßte. Weniger nocht steht Hyperaktivität für eine politische Aussage. Im Spektrum der Persönlichkeiten gehören die Hyperaktiven sicher zu den Leichtsinnigen, aber deshalb müssen sie in einem gesunden Rechtsstaat trotzdem als akzeptabel gelten.

    Matussek wird auf Grund seiner extremen Persönlichkeit von der Politik gefürchtet. Die Politik will Kontrolle über das Denken, die will den farblosen Zombie.

    Die Neue Rechte ist gar nicht so unterschiedlich zu den Altparteien. Die hat zu jedem Thema eine Meinung. Furchtbar, vor allem, weil sich die vielen Meinungen meist neutralisieren. Das eine findet man gut, das andere hahnebüchen. Die steht gegen den Islam, für Atomkraftwerke, gegen regenerative Energie, für Alienbesuche, gegen die Verfassung und dann wieder für die Verfassung. Ausschlaggebend, das gilt für alle Parteien, ist dann auch, was sie nicht sagen.

    Auf der Website der Grünen kann man finden, daß die ihre „Politik“ alphabetisch geordnet haben von A bis Z. Die haben zu allem was zu sagen. Wer die wählt für ein A1, kann schon bei A2 eine Bruchlandung machen.

    Die Altparteien haben alle aufgeblähte Programme. Die durchschaut kein Mensch.

    Mir wäre eine Partei oder Gruppierung willkommen mit schlankem Programm, die Tatsachen von Meinungen zu differenzieren versteht und die Verfassung hochhält.

  7. Schon putzig, wie die von irgendeiner Facebookseite der Neuen Rechten hierhin gepeitschten Matussek-Fans hier Gift und Galle spucken, um den Anschein aufrecht zu erhalten, sie würden in irgendeiner Weise für das Volk sprechen.
    Wer es, wie der Autor, wagt, die fremdenfeindliche Bewegung und den ihr definitiv zuzurechnenden Matussek zu kritisieren, wird sofort zum Vertreter der angeblich „bornierten“ Massenmedien erhoben und steht natürlich für den „Mainstream“, der abzulehnen ist (die Gründe hierfür bleiben im Dunkeln, aber das stört ja nicht). Während die Rechte natürlich ihrerseits völlig frei im Denken ist und nur die Wahrheit sagt, die der verängstigte und von unsichtbaren Fesseln in der schwulen- und ausländerfreundlichen Ecke gehaltene Durchschnittsdeutsche nicht äußern kann. Klischees gegenüber Flüchtlingen? Ausländerhass? Ach wo! Hier wird ja nur „frei“ gesprochen. Es ist so ermüdend. Aber halt irgendwie auch putzig.

  8. Matussek ist jetzt dort angekommen wo eine Stimme wie die seine hingehört:
    ganz tief unten in Abfalleimer der Geschichte.
    Mann wird nur noch mit Schaudern seiner Gedenken: vom abgesehenen Journalisten zu einem der sich mit Gesocks rumtreibt,von der Gesellschaft geächtet,und das ganze auch noch ziemlich schnell;auf das eine folgte das andere,und nun kann er ja bei Eva Herman nachfragen wo es für Leute wie ihn noch ein bischen Geld zu verdienen gibt.Demnächst tritt er dann bei Jürgen Elsässer auf,für 3 euro fuffzig.

  9. Ich empfinde Abscheu vor all den rechten Stimmungspeitschern, die Unmenschlichkeit, Häme und Verächtlichmachung nach Kräften in die Mitte der Gesellschaft tragen.
    Gut, daß Artikel wie dieser hier von Stefan Winterbauer eine Orientierung bietende Stellung beziehen.

  10. „Neue Rechte“ scheint mir etwas genauso Schlimmes zu sein wie „Neue Linke“. Der Kommentar von Herrn Winterbauer besteht größtenteils aus suggestivem Geraune. In vielen Momenten unterstellt er indirekt, daß seine Wertungen bestimmter politischer Positionen von allen geteilt würden.

    Es gibt aber tatsächlich Menschen, die gegen einen übergriffigen grünen Sexualkundeunterricht sind, der hauptsächlich dem Transport grüner Sexualideologie dient, wonach alles Mögliche natürlich sei und die Kinder am besten schon mit 12 Jahren wissen, was es für sexuelle Abnormitäten gibt, damit auch ja niemand „diskriminiert“ wird. Es soll auch Linke geben, die so etwas fragwürdig finden und als mißbräuchlich ansehen.

    Matusseks Homophobie-Outing karikiert die Homophobie-Paranoia in der Gesellschaft – völlig zu Recht und amüsant. „Neue Rechte“ ist ein völlig inhaltsloser, dämonisierender Begriff. Die „Junge Freiheit“ leistet wertvolle Korrektivarbeit in einer durch Gutmenschentum gleichgeschalteten Medienwelt.

    „Gutmenschentum“? Ja, auch als Linker kann man diesen Begriff als sehr wertvoll und produktiv ansehen.

    Herr Winterbauer scheint sich der öffentlichen Meinung ja sehr sicher. Darauf beruht im wesentlichen seine Argumentation. Daß die „Junge Freiheit“ im übrigen von Wikipedia als irgendetwas eingestuft wird, kann man sich schenken. Auf dieser Plattform wird alles als rechtsextrem eingestuft, das den aktuellen Kult um Feminismus, Gender, Islamo-, Homophilie etc. infrage stellt.

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