Mit Hakenkreuz und Hitlergruß: Amazon wirbt für neue Serie „The Man in the High Castle“

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Mit einer makabren Werbekampagne wirbt Amazon in New York und auf seiner Homepage für "The Man in the High Castle". Die Amazon-exklusive Serie entwirft das Szenario einer Welt, in der die Achsenmächte den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die USA unter sich aufgeteilt haben. Auf Twitter ist die Kampagne ein Erfolg.

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Die USA sind besetzt: Über den Städten der Ostküste bis zu den Rocky Mountains weht das Hakenkreuz, über den Bundesstaaten des Pazifiks die Flagge des japanischen Kaiserreichs. Zwischen den beiden Besatzungszonen liegen die neutralen Rocky-Mountain-Staaten. Die Alliierten haben den Zweiten Weltkrieg verloren, die Vereinigten Staaten gibt es nicht mehr. Die Achsenmächte haben die Welt unter sich aufgeteilt.

Es ist ein düsteres Szenario einer Alternativ-Weltgeschichte, das die Amazonserie „The Man in the High Castle“ entwirft. Und nicht nur die Geschichte ist bedrückend, auch für die Werbung setzt die Online-Plattform auf den Grusel-Effekt. In New York lässt Amazon Sitzbänke einer U-Bahn mit Nazi-Symbolen bekleben, die Freiheitsstatue zeigt auf der Homepage den Hitlergruß. Damit setzt Amazon nicht nur auf eine clevere Marketingstrategie, sondern beweist auch, dass der Sender längst bei den Großen mitspielt, wenn es um die Produktion von Serien geht.

Im Januar hatte Amazon abstimmen lassen: 13 Pilotfolgen zu Serien lud die Online-Plattform hoch. Der Nutzer sollte entscheiden, welche der Serien produziert werden sollen. Die Gewinner standen bereits im Februar fest. Unter ihnen war die Dystopie „The Man in the High Castle“, die viele neugierig machte.

Die Metro heißt U-Bahn, auf der Golden Gate Bridge ist die japanische Kriegsflagge aufgemalt und über dem Times Square prangt das Hakenkreuz. Das sind die Vereinigten Staaten im Jahre 1962 und Handlungsbeginn der von Amazon produzierten Serie, die auf dem gleichnamigen Buch von Philip K. Dick aus dem Jahr 1962 basiert. In Deutschland geht es mit Hitler zu Ende: Der Führer der Weltmacht hat Parkinson und es entbrennt ein Machtkampf um seine Nachfolge. Zwischen Japan und dem Dritten Reich herrscht zudem Eiszeit und manch einer in der Riege der Nazis sähe das Kaiserreich gerne ausgelöscht.

Die Serie stellt in der ersten Folge u.a. Juliana Crain vor, die an der Westküste lebt. Sie kommt in Kontakt mit dem Widerstand, denn nicht jeder Ex-US-Bürger möchte sich der neuen Führung beugen. Unter dieser Gruppierung kursiert ein Filmschnipsel mit dem Titel „The Grasshopper lies heavy“, verfasst von dem ominösen Man in the High Castle. Dieser zeigt eine alternative Weltgeschichte, in der Deutschland und Japan besiegt worden sind. Was ist also die Realität?

Es ist schon länger nicht mehr so, dass das Produzieren von Serieninhalten exklusiv bei TV-Größen wie HBO oder ABC liegt. Die mischen zwar immer noch mit, bekommen aber zunehmend Konkurrenz aus dem Netz. Streamingplattformen wie Netflix oder Amazon zeigen zwar auch deren TV-Serien, produzieren aber längst eigene Inhalte – und das mit Erfolg: Das Netflix-exklusive „Orange is the new Black“ wurde schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit drei Emmys.

„The Man in the High Castle“ hat Suchtpotential: Widerstandskämpfer, Doppelagenten und der Grusel-Reiz dieser dystopischen Welt, den die Serienmacher (mit Produzent Ridley Scott) eindrucksvoll inszenieren, überzeugen. Vor Binge-Watching sei gewarnt.

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