Anzeige

„Bedauerlicher Fehler“ – Facebook löscht seltsame Seite mit unfreiwilligen ISIS-Fans

IS-Facebook1.jpg
Wer ISIS in der Suchergebnisse eingibt, der findet zahlreiche Seiten.

Der BR-Journalist Florian Regensburger suchte auf Facebook nach "ISIS" und wurde fündig. Unter den "Gefällt-mir"-Angaben eine ISIS-Facebookseite fand er zudem Personen aus seinem Facebook-Freundeskreis. Ein Automatismus könnte dafür verantwortlich sein. Mittlerweile hat Facebook die Seite gelöscht.

Anzeige
Anzeige

Als BR-Journalist Florian Regensburger das Kürzel „ISIS“ in die Facebook-Suche eintippte, dürfte er nicht schlecht gestaunt haben. Denn tatsächlich zeigte das soziale Netzwerk eine Seite an. Unter den rund 24.000 „Gefällt mir“-Angaben entdeckte Regensburger einige Freunde und Kollegen, wie er in seinem Beitrag auf BR-Online beschreibt. Hat er etwa IS-Sympathisanten im Bekanntenkreis?

Die Recherche ergab: Nein. Denn laut Regensburger könnte das „Gefällt mir“ der betreffenden Personen damit zusammenhängen, dass sie nach Inhalten gesucht und Postings veröffentlicht haben, die thematisch mit dem IS zusammenhängen. Die Seite wurde, so Facebook, automatisch erstellt, weil ausreichend Personen den Suchbegriff eingegeben hatten. Eine weitere Erklärung, so Regensburger, könnte auch sein, dass die Seite früher einmal anders hieß, umbenannt wurde oder eine Kennung besitzt, die Facebook-intern mehrfach geführt wird. Das alles sei allerdings nur Spekulation, so Regensburger. Eine Antwort von Facebook lag bis zur Publikation des Artikels nicht vor.

Und tatsächlich ist die Seite mittlerweile nicht mehr auffindbar. Aber wer „IS“ oder „ISIS“ in der Facebook-Suche eingibt, wird dennoch fündig. So gibt das soziale Netzwerk zum Beispiel die Organisation – Kunst & Unterhaltung „Islamischer Staat“ aus. Die gefällt immerhin rund 3.400 Personen, 13.100 waren schon zu Besuch. Auf der Pinnwand findet sich dann auch das ein oder andere finstere Detail. So gibt ein Nutzer als Lebensereignis an: „Erste Geisel geschlachtet.“ Ein anderer „ist auf der Suche nach intelligentem Leben“. Auch zahlreiche Bilder sind mit der Ortsmarke versehen.

Auch hier dürfte der von Regensburger beschriebene Automatismus wirksam gewesen sein: Unter den „Gefällt-mir“-Angaben finden sich zahlreiche Personen, die ihre Profilbilder in den französischen Nationalfarben eingefärbt haben. Hinweise darauf, dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um Sympathisanten handelt.

Anzeige

Eine englischsprachigen Wikipedia-Version der Facebook-Seite gefällt immerhin rund 11.000 Nutzern, bei der türkischen Seite sind es sogar über 31.000. Bei der deutschsprachigen Isil-Seite sind es rund 13.000. Alles Fans des sogenannten Islamischen Staates? Wohl kaum. Sondern in den meisten Fällen wahrscheinlich nur ein Automatismus.

jos

Update am 20.11. um 12.10:

Mittlerweile hat sich für Facebook zuständige PR-Firma geäußert und spricht von einem bedauerlichen Fehler, die sogenannte „Hub-Page“ sei entfernt. Bezüglich eines Automatismus schweigt das Unternehmen jedoch.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*