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Tinder-CEO inszeniert sich vor Börsengang als peinlicher Sexprotz

Tinder-CEO Sean Rad prahlt vor dem Börsengang mit seinem Sexleben
Tinder-CEO Sean Rad prahlt vor dem Börsengang mit seinem Sexleben

Heute ist es so weit: Die Match Group geht an die Börse. Buchstäblich in letzter Minute erwies der Chef des wichtigsten Dating-Dienstes dem Konglomerat einen Bärendienst: Tinder-CEO Sean Rad gerierte sich im britischen Evening Standard als Prahlhans, der kein Geheimnis daraus macht, mit wie vielen Frauen er geschlafen hat. Verfänglicher noch: Rad bestätigt, über eine Vanity Fair-Journalistin "Recherchen" angestellt zu haben.

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Sean Rad scheint nicht viel aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass der heute 29-Jährige von seinem Posten als CEO entbunden wurde, weil er seinen CMO Justin Mateen im Prozess wegen sexueller Belästigung öffentlich unterstützt hatte.

Doch Rad bekam eine zweite Chance, als Chris Payne über das inzwischen legendäre Twitter-Gewitter nach einem wenig freundlichen Artikel in der Vanity Fair stolperte. Nun ist Rad wieder an der Reihe mit Negativ-PR in eigener Sache: Dem britischen Evening Standard diktierte der 29-jährige Tinder-Mitbegründer Dinge, die man weder seinem Date, geschweige denn der Presse unmittelbar vor einem Börsengang stecken sollte.

„Tinder ist, was die Welt braucht“

Das ist etwa die genaue Angabe der Zahl an bisherigen Sexpartnerinnen, die bei 20 gelegen haben soll. „Kann ich das sagen?“ fragt Rad seine Pressesprecherin, die vor der Reporterin erwidert: „Nur wenn es eine nette kleine Anzahl ist“. „Ist 20 niedrig?“ fragt der Tinder-CEO allen Ernstes.

Glauben dürfte dem Chef der aktuell wohl beliebtesten Dating-App die Angabe ohnehin kaum einer – schließlich ist der 29-Jährige Single und offiziell „Tinder-süchtig“. „Tinder ist, was die Welt braucht“, schwadroniert Sean Rad über das Unternehmen, das noch in dieser Woche im Verbund mit der Match Group an der Wall Street debütieren wird.

Aufschneider Sean Rad: Supermodel hat nach Sex gefleht
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Schnell wird jedoch klar: Am liebsten spricht Rad doch über sich. Etwa, dass ihm ein Supermodel („jemand, die sehr, sehr berühmt ist“) um Sex angefleht habe – aber Rad, ganz der edle Ritter, habe abgelehnt, weil es ihm – unfreiwilliger Witz oder vermurkste Pointe – „um die intellektuelle Herausforderung“ gegangen sei.

Dann schlägt das Fremdscham-Barometer komplett in den roten Bereich aus: „Wie nennt man das – ‚Sodomie‘?“ fragt Rad seine PR-Frau. Der CEO einer App, die mehrere Milliarden Dollar wert sein dürfte, muss das Wort erst mal googeln und stellt dann klar: „Was? Nein, das nicht. Das gefällt mir definitiv nicht. Oh, mein Gott.“

„Recherchen“ über Vanity-Fair-Journalistin angestellt

Nicht minder aufschlussreich ist Rads Bemerkung über den Vanity Fair-Artikel, der ihm offenbar bis heute zu schaffen macht. Er habe „Hintergrundrecherchen“ über die mehrfach ausgezeichnete Redakteurin Nancy Jo Sales angestellt: „Und es gibt einige Dinge über sie als Mensch, die dazu führen, dass man über den Artikel anders denkt“, behauptet Rad.

Dass der Vorstandsvorsitzende eines künftig börsengelisteten Unternehmens die Anstrengung unternimmt, über eine Journalistin „Recherchen“ (übersetzt: Stalking) anzustellen, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Mit anderen Worten: Die verbalen Entgleisungen des Tinder-CEOs sind wohl das, was man die Blaupause eines PR-Fiaskos nennt. Wenn dies dann noch just am Vorabend des Börsengangs des Mutterunternehmens erfolgt, nimmt die Verfehlung epische Dimensionen an.

Ob sich Anleger vom Irrlichtern des Tinder-CEO von der Zeichnung der Aktie abbringen lassen, bleibt abzuwarten. Die Match Group will wie Square  an der Technologiebörse Nasdaq MTCH zu einer Bewertung von knapp drei Milliarden Dollar debütieren. Wie der mobile Bezahldienst musste auch die Match Group Zugeständnisse beim Ausgabekurs machen: Match-Aktien starten heute bei nur 12 Dollar am unteren Ende der Zeichnungsspanne.

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