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Ausgabekurs bei nur neun Dollar: Was sind Internet-Firmen wie Square eigentlich wert?

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Nach monatelangen Spekulationen, was privat geführte und hoch gewettete Internet- und Tech-Unternehmen am Kapitalmarkt eigentlich wert sind, werden heute Nachmittag Fakten geschaffen – der mobile Bezahldienst Square debütiert an der Wall Street. Und das zu einem enttäuschenden Ausgabekurs: Lediglich neun Dollar kosten Square-Aktien – die Anteilsscheine werden damit sogar unter der Bookbuildingspanne zugeteilt.

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Ab heute Nachmittag wird es ernst: Das bislang wohl mit der größten Spannung erwartete IPO aus der Internet- und Techbranche im Jahr 2015 steht an – Square geht an die Börse. Doch die Erwartungen an das zweite von Twitter-CEO Jack Dorsey geführte Unternehmen wurden von Investoren auf den letzten Metern noch einmal überraschend heruntergeschraubt.

Der mobile Bezahldienst, der vor einem Monat seinen Zulassungsantrag an der New Yorker Börse einreichte, debütiert zu einem weitaus kleineren Unternehmenswert an der Wall Street als die Bewertungsgrundlage aus den jüngsten Finanzierungsrunden noch erkennen ließ.

Bewertung lediglich bei 3,5 Milliarden Dollar

Aktien wurden Anlegern in der Zeichnungsphase zu einer Spanne zwischen 11 und 13 Dollar angeboten, was einem Börsenwert von maximal 4,2 Milliarden Dollar entsprach. In der jüngsten Finanzierungsrunde hatten Investoren noch auf Basis einer Bewertung von 6 Milliarden Dollar Anteile erworben, was wiederum einem Kurs von rund 18 Dollar entspricht.

Heute weiß man: Der Sekundärmarkt garantiert nicht immer den besten Preis. Nicht mal  am unteren Ende des sogenannten Bookbuildungverfahrens, sondern sogar 2 Dollar darunter werden die Anteilsscheine zeichnungswilligen Anlegern zugeteilt  – bei gerade mal 9 Dollar nimmt die Aktie heute den Handel an der New Yorker Traditionsbörse Nyse unter dem Tickersymbol SQ auf. Square wird damit zum Börsenstart mit weniger als 3 Milliarden Dollar bewertet.

„Was, wenn keines der Einhörner in seine Bewertung hineinwachsen kann?“

Die von den konsortialführenden Banken im Vorfeld bereits deutlich gesenkte Kursspanne deutet die zunehmende Anlegerzurückhaltung an, die auch von anderen Tech- und Internet-Start-ups mit Milliarden Dollar-Bewertung wie Snapchat, Airbnb, Uber und Xiaomi genau registriert werden dürfte.

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Während das Dating-Konglomerat Match Group Anlegern seine Aktien bei nur 12 Dollar ebenfalls zu einer kleineren Bewertung als erwartet anbietet, hat die Samwer-Beteiligung HelloFresh ihre IPO-Pläne sogar überraschend erst einmal auf Eis gelegt.

„Das Worst-Case-Szenario: „Was, wenn keines der Einhörner in seine Bewertung hineinwachsen kann?“ fragte zuletzt bereits das Fortune Magazine, um sich selbst die Antwort zu geben: „Je mehr wir die wertvollsten Start-ups des Landes untersuchen, desto mehr Schwächen sehen wir.“ Das Techportal re/code sieht eine ähnliche Wechselwirkung: „Square wird stellvertretend für alle überbewerteten Einhörner abgestraft.“

Square arbeitet weiter defizitär 

Im Falle von Square dürfte der unerwartete Bewertungsabschlag allerdings auch ein Stück weit hausgemacht sein – die fehlende Profitabilität belastet. Die Umsätze boomen immerhin: Die Erlöse haben sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verfünffacht – von 200 Millionen Dollar in 2012 auf in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Dollar.

Gewachsen sind aber eben auch die Verluste: Das Minus schwoll von 85 Millionen Dollar in 2012 auf 150 Millionen Dollar im vergangenen Jahr an; in den ersten Monaten 2015 verlor Square mit 77 Millionen Dollar ähnlich viel.

Das 2009 von Jack Dorsey gegründete US-Unternehmen versteht sich als das physisch fehlende Bindeglied des mobilen Bezahlens für Smartphones – ein Kreditkartenlesegerät, das auf das iPhone oder Android-Gerät gesteckt wird. 70 bis 80 Prozent der Erlöse werden dabei an die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard abgeführt. Heute Nachmittag nach Handelseröffnung an der Wall Street wird sich zeigen, wieviel Square den Anlegern wert ist.

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