Wenig märchenhafte Auflage: „Sommermärchen“-Spiegel lief am Kiosk erstaunlich mittelmäßig

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und sein Titel zum „zerstörten Sommermärchen“
Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und sein Titel zum "zerstörten Sommermärchen"

Die Hoffnung, mit dem "zerstörten Sommermärchen" einen Bestseller zu landen, hat sich für den Spiegel überraschenderweise in Luft aufgelöst: Mit 244.361 Verkäufen gab es im Einzelhandel eine sehr mittelmäßige Zahl für das Heft 43/2015. Für Focus und stern lief es in der Cover-Check-Woche noch schlechter.

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Der 12-Monats-Durchschnitt des Spiegels liegt derzeit bei 242.600 Einzelverkäufen, der 3-Monats-Durchschnitt bei 248.100. Der Spiegel zur WM-Vergabe 2006 landete damit zwischen diesen Zahlen mitten im Mittelmaß. Das ist insofern erstaunlich, als dass die Story für internationales Aufsehen sorgte. Womöglich hat sich also ein Großteil des Publikums schon durch die Berichterstattung im Netz und/oder Fernsehen ausreichend informiert gefühlt. Die Tatsache, dass die Titelstory Platz 1 der Blendle-Verkaufs-Charts erreicht hatte, könnte auch eine Rolle spielen – mengenmäßig allerdings wahrscheinlich eine relativ kleine – exakte Verkaufszahlen für den Artikel liegen nicht vor. Im Gesamtverkauf, also inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln, etc. kam das Heft auf eine Auflage von 823.863, darunter 53.718 ePaper. Der ePaper-Wert ist zwar ein neuer Rekord, allerdings gibt es derzeit quasi wöchentlich neue Bestleistungen.

Der Focus erreichte mit seinem Heft 43/2015 unterdessen einen Einzelverkauf von nur 69.933 Exemplaren. Er landete damit recht klar unter seinem aktuellen Normalniveau. Das liegt für die jüngsten zwölf Monate bei rund 79.900 Exemplaren, für die jüngsten drei Monate bei 76.900. Passiert ist dieser Misserfolg mit einem Titel zur Flüchtlingsthematik: „Braucht Deutschland einen Zaun?“ Auch hier der Blick auf den Gesamtverkauf: Der lag bei 491.426 Exemplaren, davon 25.827 ePaper.

Auch der stern blieb in der aktuellen Cover-Check-Woche unter seinem Soll: Normal waren in den vergangenen zwölf Monaten 211.000 Einzelverkäufe, in den jüngsten drei Monaten 210.600. Erreicht wurden mit dem Titel 43/2015 zum Thema „Die Geheimnisse des Waldes“ nur 191.173 Exemplare. Insgesamt verkaufte sich das Heft 722.111 mal, davon 14.318 mal als ePaper.

Kennen Sie unser Cover-Check-Tool? Damit können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

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Alle Kommentare

  1. Die Printmedien haben im Netz das neue Eldorado gesehen und sich damit selber abgeschafft. Wenn und hätten sie den Printmarkt mit Hintergrund und Qualität verteidigt, statt ihren Fuss in jede Tür zu stecken, wären sie heute tatsächlich Premium.
    Wer auf jeder Hochzeit tanzt, tanzt auf keiner wirklich.

    Das „Sommermärchen“ war Einbildung, das ist in Wirklichkeit eine Räubergeschichte. Man erkennt auch daran, dass die Presse im Hamsterrad läuft und sich nur noch selber kopiert.

    1. Ich möchte meine Kritik mit einer neuen Meldung bitte ergänzen:

      „Falsche oder Richtige Anonymous?

      Cyberangriff auf Rechenzentrum Gütersloh: Falsche Anonymous legt Spiegel, FAZ und Co lahm

      Epoch Times, Samstag, 21. November 2015 14:59

      Vor einer Stunde wurde über eine Facebook-Seite von Anonymous bekannt gegeben, dass sie hinter den Angriffen auf spiegel.de, wetter.com und vielen weiteren stecken. Die Angriffe halten derzeit noch an.“

      Das Internet wird so oder so im Desaster enden. Das könnte der Auslöser sein für ein Ende der Globalisierung. Denn wenn Microsoft und Apple in die Grütze gehen, dann bricht die Weltbörse zusammen.

      Kritik an diesem Medium ist bis heute unerwünscht.

  2. Foto mit Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer
    ..wenn man solche Figuren sieht, dann weiss man:
    1. Die leben in ihrer Welt, > denken < sie machen Journalismus! 🙂
    2. Die sind Zombies, tot.. kein Mensch mit Hirn und Internet glaubt denen ein einziges Wort, unseriös bis in die Zehenspitzen "Stoppt Putin" (nur 1 Beispiel)

    1. Wow, da ist aber ein Ferndiagnostiker am Werk! Was der alles in das des Foto Spiegel-Chefs hinein- und aus demselben wieder herauslesen kann. Er sollte als Wachmann am Flughafen arbeiten – ersetzt alleine ein halbes Dutzend Nacktscanner.

  3. Ich finde die Zahlen sehr stark. Beachtlich was noch möglich ist. Immerhin geht es bei Print um ein Auslaufmodell und dabei noch so Kasse machen. Hut ab!

  4. Wenn der DFB die WM nicht gekauft hätte, wäre sie woanders hingegangen. Wie anders als durch Geld hätte Deutschland die WM erhalten sollen? Dafür braucht man keinen Spiegel zu lesen.

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