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Hat Facebook seinen Zenit erreicht? Aufsichtsrat Andreessen verkauft schon 73 Prozent seiner Anteile

Facebook-Aufsichtsrat Marc Andreessen (Foto: picture-alliance) und Firmengründer Mark Zuckerberg (Foto: dpa)
Facebook-Aufsichtsrat Marc Andreessen (Foto: picture-alliance) und Firmengründer Mark Zuckerberg (Foto: dpa)

Ist der Zenit erreicht? Einer der frühesten Investoren von Facebook hat in den vergangenen Wochen den Löwenanteil seines Investments veredelt: Netscape-Gründer und Aufsichtsratsmitglied Marc Andreessen verkaufte satte 73 Prozent seiner Anteile am Social Network und erlöste damit mehr als 160 Millionen Dollar. Die Debatte, ob das weltgrößte Social Network damit fürs Erste sein Börsenhoch gesehen hat, dürfte damit entbrannt sein.

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Mit Gipfeln ist es so eine Sache: Man erkennt sie oft genug erst auf dem Weg nach unten. Internet-Liebling Facebook hat in seiner inzwischen 3,5-jährigen Börsenkarriere damit bislang kaum Erfahrung gemacht – lediglich in den ersten Monaten ging es nach unten. Seit drei Jahren indes kennt die Facebook-Aktie nur eine Richtung: die steil gen Norden.

Vom Ausgabekurs bei 38 Dollar schossen die Anteilsscheine vorvergegangene Woche bis auf 110 Dollar; wer zu Tiefstkursen bei 17  Dollar im Herbst vor drei Jahren eingestiegen war, hätte sich bis heute gar über Wertsteigerungen von mehr als 800 Prozent freuen können. Außerhalb der Börse war für frühe Investoren naturgemäß eine noch weitaus größere Rendite einzufahren.

Marc Andreessen: Aufsichtsratsmitglied und Mentor für Mark Zuckerberg…

Profitiert hat durch den frühzeitigen Einstieg etwa Netscape-Gründer Marc Andreessen, der sich als einer der ersten Wagnisinvestoren in den Nullerjahren in das aufstrebende Start-up engagierte und den Studienabbrecher Mark Zuckerberg gleichfalls als Mentor unterstützte.

Andreessen war es etwa, der dem 21-jährigen Zuckerberg 2006 als einer der wenigen von der Übernahme-Offerte durch Yahoo abriet und ihn ermutigte, Facebook weiter eigenständig zu betreiben, wie im Frühjahr im großen Porträt in The New Yorker bekannt wurde. 2008 wurde Andreessen in Facebooks Aufsichtsrat berufen, dem er bis heute angehört.

…verkauft 73 Prozent seiner Anteile
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Nun hat Andreessen beschlossen, dass der Zeitpunkt gekommen ist, sein Investment zu veredeln. Gleich 73 Prozent seiner Anteile veräußerte der 44-Jährige in den zwei Wochen ab dem 30. Oktober und erlöste dafür 160 Millionen Dollar. Man kann dem Partner des Wagnisfinanzierers Andreessen Horowitz exzellentes Timing bescheinigen – die Verkäufe erfolgten schließlich um die jüngste Quartalsbilanz, die die Facebook-Aktie erneut auf Allzeithochs beförderte.

Wenn nun ein prominenter Investor wie Marc Andreessen, der u.a. auch frühzeitig in Skype und Twitter investierte, plötzlich den Löwenanteil seiner Position abstößt, obwohl er weiter im Aufsichtsrat sitzt, wirft das Fragen auf. Entsprechend ging die Facebook-Aktie gestern nach Bekanntgabe des Andreessen-Verkaufs via Pflichtmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC zunächst auf Tauchstation und gab drei Prozent an Wert ab.

„Zuckerberg hat einen Plan für die nächsten 40 bis 50 Jahre“

Zum Handelsschluss gelang es der robusten Aktie indes, die Verluste allesamt wieder aufzuholen und sogar noch marginal im Plus zu schließen. Die Diskussion, ob Facebook, das in der vorvergangenen Woche erstmals die Marke von 300 Milliarden Dollar beim Börsenwert durchbrochen hatte und nun bereits zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt zählt, fürs Erste seinen Zenit an der Wall Street erreicht hat – sie dürfte eröffnet sein.

Besorgt um die Zukunft von Facebook scheint Andreessen indes nicht zu sein: „Der Kerl ist gerade mal 31 Jahre alt, hat aber einen Plan für die nächsten 40 bis 50 Jahre. Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon mal gegeben hat“, erteilt das Aufsichtsratsmitglied dem Facebook-Chef im ausführlichen Porträt im US-Wirtschaftsmagazin Fast Company einen Ritterschlag.

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