Eklat bei der Welt: Matthias Matussek beschimpft Chefredakteur als „durchgeknallt“ und fliegt aus Konferenz

Matthias Matussek sorgte am Dienstag für einen Eklat bei der Redaktionskonferenz der Welt
Matthias Matussek sorgte am Dienstag für einen Eklat bei der Redaktionskonferenz der Welt Foto: www.matthias-matussek.de

Publishing Der Streit um ein Facebook-Posting des Welt-Kolumnisten Matthias Matussek nach den Anschlägen von Paris ist am Dienstag eskaliert. In einer Redaktionskonferenz hat der 61-Jährige nach MEEDIA-Informationen Chefredakteur Jan-Eric Peters beschimpft und u.a. als "durchgeknallt" bezeichnet. Matussek wurde von der Konferenz ausgeschlossen. Über weitere Maßnahmen will die Chefredaktion nun beraten.

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Matussek benutzte demnach die gleiche Vokabel, mit der Peters am Wochenende dessen Facebook-Beitrag kritisiert hatte (MEEDIA berichtete). Bei der Konferenz soll auch Welt-Vize Ulf Poschardt zugegen gewesen sein. Der langjährige Spiegel-Autor und -Kulturchef Matussek hatte bei Facebook nach den Attentaten geschrieben „Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen..“ und sein Posting mit einem Smiley abgeschlossen.

Nach der Äußerung von Chefredakteur Peters, der sich im Namen der Welt klar von seinem Kolumnisten distanzierte, hatte Matussek den Smiley entfernt und in einem weiteren Facebook-Beitrag erklärt:

Jan-Eric Peters und Kai Diekmann: Nun hab ich das verdammten Smiley korrigiert, so 🙁 aber, diejenigen, die mich…

Posted by Matthias Matussek on Saturday, November 14, 2015

 

Einen Tag vor der Konferenz äußerte sich Matussek erneut zum Thema:

Irgendwie unlogisch: Welt-Vize Ulf Poschardt bedankt lauthals, also auf FB, bei den Kollegen Jan-Eric Peters und Kai…

Posted by Matthias Matussek on Monday, November 16, 2015

Unklar ist derzeit, ob Chefredakteur und Kolumnist noch eine Ebene für weitere Zusammenarbeit finden…

 

Update:
Axel Springer hat mittlerweile bekannt gegeben, dass sich die Welt-Gruppe unverzüglich von Matussek trennt.

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Alle Kommentare

  1. Das war doch alles Vorauszusehen. Der Post von Matussek war nur der Anlass, und noch nicht einmal ein gut gewählter, um den Abschied einzuleiten. Er passt einfach nicht mehr ins neue Profil bei Springer. Niemand im deutschen Journalismus (außer Broder) veröffentlicht seine abgelehnten Texte ungestraft bei der Weltwoche. Solche ungeschriebenen Regeln müssen eingehalten werden, auch wenn sonst alles drunter und drüber geht, und offensichtlich niemand mehr so recht weiß, welche Linie bei Springer jetzt gilt. Für die Kommentatoren der „Welt“ gilt jedenfalls der Grundsatz, dass man auch für Meinungen gesperrt werden kann, die dort an anderer Stelle publiziert werden. Finde ich witzig, wenn eine Zeitung ihren Lesern kündigt.

  2. Quod licet Iovi noch licet bovi? Dürfen linke Merkel-Fans, was rechte Merkel-Kritiker nicht dürfen? Jedenfalls aus Juristensicht eine Traumvorlage für jedes Arbeitsgericht. Strafrechtlich ist „durchgeknallt“ schon mehrmals gescheitert, sogar bei einem „durchgeknallten“ Berliner Staatsanwalt.

    Weder musste der Springer-Verlag den ja nicht als pflegeleichten Regime-Jubler bekannten Herrn Matussek ins Haus holen noch muss wer auch immer die Ansichten des Kolumnisten teilen. Auch war nicht zu erwarten, dass dieser sich dem üblichen Druck beugen würde, entweder politisch links zu schreiben oder seine berufliche Existenz zu verlieren.

    Die deutsche (Halb-) Linke, der „Welt“ und „WamS“ im Kampf gegen das Vergessenwerden nach dem Munde schreiben, hat nicht nur jede Deutungshoheit über aktuelle Politik verloren. Noch fataler: Immer mehr (mögliche) Betroffene haben die Angst vor der Verletzung politischer Korrektheit verloren und tun das Ungeheuerliche – sie sagen ihre wahre Meinung und lassen sich nicht (mehr) mit der „medialen Hinrichtung“ („Nazi-Keule“) zum Schweigen bringen. So gesehen ist Matussek nicht durch seine Texte, sondern durch sein Verhalten ein „Vor-Denker“, der anderen Mut macht – sogar Journalisten, die sich so gerne der Macht unterwerfen statt sie infrage zu stellen.

  3. …na klar sind diejenigen durchgeknallt, die weiterhin die Realität ignorieren, schlimmer noch, Informationen verfälschen: Im heutigen Artikel der „Welt“ zu Pegida in Dresden wird behauptet, der Waffen und Sprengstoffkurier wäre „am letzten Wochenende“ auf der A8 festgenommen worden. Tatsächlich war es am 05.11.15! Also über eine Woche vor den Anschlägen in Paris! Dieser Vorgang wurde der Öffentlichkeit vorenthalten und die versammelte Presse schweigt zu dieser „Informationspolitik“….

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