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iPad Pro-Launch ohne Zubehör – Pencil und Smart Keyboard frühestens zu Weihnachten lieferbar

Kommen später: Das Smart Keyboard und der Apple Pencil
Kommen später: Das Smart Keyboard und der Apple Pencil

Morgen kommt das neue, große iPad Pro in den Handel: Auf Bedienwerkzeuge werden Fans des Kultkonzerns indes noch länger warten müssen – die Lieferzeit sowohl des Pencils auch Smart Keyboards beträgt in der Vorbestellungsphase auf Apples Webseite schon "vier bis fünf Wochen". Apples Designchef Jony Ive versucht das von Steve Jobs einst verlachte Accessoire im britischen Daily Telegraph unterdessen zu verklären.

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Apple und zeitnahe Produktlaunches – das ist spätestens 2015 eine komplizierte Angelegenheit. Auf die im September 2014 vorgestellte und für „Anfang 2015“ angekündigte Apple Watch mussten die meisten Kunden tatsächlich bis zum Mai/Juni dieses Jahres warten – in die Apples Stores kam sie erst im Frühsommer.

Nun hakt es schon wieder bei einem neuen Produkt. Während Apple beim vor zwei Monaten auf der Keynote angekündigten Verkaufsstart des iPad Pro einigermaßen im Zeitplan liegt (der Vorbestellungsbeginn sollte eigentlich bereits im Oktober starten), müssen Fanboys, die zwischen 899 bis 1229 Euro für das Maxi-Tablet auf den Tisch legen, nun doch mindestens einen Monat auf jene Accessoires warten, die das iPad Pro beim Einsatz so vermeintlich besonders machen – das Smart Keyboard und den Pencil!

„Der Pencil wird nicht bis Weihnachten verschickt?! Krieg dein Sch… zusammen, Apple“

In den USA wurden die ersten kaufwilligen Kunden unmittelbar nach Vorbestellungsbeginn mit der verzögerten Auslieferung überrascht. Fernsehmoderator Jeff Macke entgeisterte sich: „Der Pencil wird nicht bis Weihnachten verschickt?! Ich zahle 1300 Dollar für ein unfertiges Produkt. Krieg dein Sch… zusammen, Apple.“

Auf „drei bis vier Wochen“ sprang der Lieferstatus für US-Kunden sofort zu Beginn der Vorbestellungsphase. Im deutschen Apple Store sind es heute bereits „vier bis fünf Wochen“ – sowohl für den digitalen Stift als auch die „smarte“ Tastatur. In anderen Worten: Selbst wer vor dem aktuellen Verkaufsstart morgen seine Bestellung platziert, muss im vorweihnachtlichen Post-Chaos bangen, das Smart Keyboard und den Pencil bis Heiligabend in den Händen zu halten – das iPad Pro startet ohne Zubehör.

Bleibt die Frage, wer Apples digitalen Stift, für den Kunden des Kultkonzerns saftige 109 Euro löhnen müssen, überhaupt will. Allgegenwärtig bis ist heute die Absage von Steve Jobs an ein solches Medienwerkzeug.  Anlässlich der iPhone-Enthüllung Anfang 2007 sprach der Apple-Gründer einst die bis heute viel zitierten Worte: „Wer will einen Stylus? Man muss einen kaufen und mit sich tragen und verliert ihn. Keiner will einen Stylus. (…).“

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Keiner? Tim Cook und vor allem Jony Ive sind inzwischen offenbar anderer Meinung. Unmittelbar vor dem Launch hat Apples Designchef nun noch einmal im britischen Daily Telegraph erklärt, warum.

In Cupertinos offenkundig neuer Lieblingspublikation, in der Tim Cook erst vor zwei Tagen zum PC-Bashing ausholte und Jony Ive bereits im Frühjahr exklusiv seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft verkündete, verklärt Ive den digitalen Stift nun zum neuen Must Have-Gadget.

„Hoffen, dass sich der Pencil vertraut zum Bleistift, Stift oder Pinsel anfühlt“

„Wir hoffen, dass – wenn man viel Zeit damit verbringt, mit einem Bleistift, Stift oder Pinsel zu arbeiten – sich der Pencil wie eine natürliche Verlängerung dieser Erfahrung anfühlt – dass es sich vertraut anfühlt“, veredelt Ive, wie so oft in Vergangenheit, das neue Apple-Produkt noch mit einer erzählerischen Note. „Dieses Gefühl einer natürlichen Anwendung zu erreichen, war die eigentliche technologische Herausforderung“, arbeitet Ive am Mythos des Pencils.

Die Briten kaufen Ive die Verklärung ohne jeglichen Einwand ab. „In einer Zeit, in der andere Unternehmen versuchen, das Rad neu zu erfinden, hat Apple den Bleistift neu erfunden“, lobhudelt der Telegraph.

Mehr als ein übersichtlicher Nebenschauplatz ist der Pencil wie das iPad Pro indes nicht: In einer Zeit, in der Analysten auf einen Rückgang der iPhone-Verkäufe hinweisen, täte Apple vielleicht besser daran, ein neues bahnbrechendes Zukunftsprodukt zu erfinden – statt die Nostalgie zu digitalisieren.

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