Spoiler-Alarm! Til Schweiger und der NDR wollen Journalisten den neuen Tschiller-„Tatort“ nicht vorab zeigen

Til Schweiger als Nick Tschiller
Til Schweiger als Nick Tschiller

Fernsehen Der Fernseh-Event der nächsten Wochen wird den Machern vieler Programmzeitschriften noch einige Sorgen bereiten. Ende November kommt der Til Schweiger-"Tatort" mit einer Doppelfolge auf die deutschen TV-Empfangsgeräte. Ob sich das Einschalten lohnt, können die Zuschauer – zumindest beim zweiten Teil - nur auf die harte Tour feststellen. Denn Schweiger und der NDR wollen den Film Kritikern der Tages- und der Programmpresse nicht vorab zeigen.

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Mit den Rezensionen von Spielfilmen sind die großen 14-täglichen TV-Zeitschriften wie TV Movie oder TV Spielfilm groß geworden. Seitdem haben alle Programm-Redaktionen den Ehrgeiz, alle Filme – und nicht nur die Mega-Blockbuster – anständig zu besprechen.

Die Kritik zum „Tatort“ am Sonntag gehört sicherlich zu den beliebtesten Texten in den jeweiligen Programmteilen. So werden die Fans kurz vor Sonntag, 22. November, auch wieder die Bewertung von „Der große Schmerz“ interessiert lesen.

In dem Krimi mit Til Schweiger, alias Nick Tschiller, schickt sich der Kino-Star wieder an, die Quoten-Könige aus Münster, die mit 13,64 Millionen Zuschauern, gerade erst wieder einen neuen Rekord aufstellten, zu übertreffen.

Die meisten Kritiken werden sicherlich nicht vergessen, zu erwähnen, dass genau eine Woche später (29. November), die Fortsetzung „Fegefeuer“ zu sehen sein wird. Doch ob das Einschalten beim zweiten Film lohnt, werden die TV-Zeitschriften ihren Lesern nicht sagen können. Denn sie werden den Film nicht vorab sehen können.

Normalerweise stellen die öffentlich-rechtlichen Sender den Journalisten entweder eine DVD mit dem kommenden Krimi oder einen Stream des Films zur Verfügung. Kritiker können dann den „Tatort“ sehen und rezensieren. Für das zweite Schweiger-Werk wird dieses Prozedere nun ausgesetzt. Der Grund: Die Produktion und der Sender haben Angst davor, dass die Journalisten zu viel verraten könnten. Beim NDR herrscht also Spoiler-Alarm.

Es ist eigentlich löblich, dass sich die Verantwortlichen so um den Zuschauer sorgen. Allerdings zeigt dies Anekdote auch, wie sich Schweiger beim „Tatort“ größere Freiheiten als seine Ermittler-Kollegen aus den anderen Städten herausnimmt und wie schwierig noch immer der Verhältnis zwischen dem Kino-Star und der Presse ist.

Seit „Keinohrhasen“ im Jahr 2007 verzichtet Schweiger bei seinen Kino-Produktionen weitestgehend auf Pressevorführungen. So hatte er der dpa einmal gesagt: „Das Verhältnis Feuilleton/Til Schweiger, das wird nix mehr, das passt nicht zusammen.“

Als seine wichtigsten Kritiker sieht er seit jeher die Zuschauer. Je mehr einschalten, umso besser muss der Film sein. Nach dieser Logik lässt für den Hamburger Kommissar nur hoffen, dass trotz der fehlenden Besprechungen, noch immer genügend Millionen den zweiten „Tatort“ einschalten.

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Alle Kommentare

  1. Es ist sowieso eine Frechheit, an zwei Sonntagen in Folge einen Tatort mit diesem Nuscheldödel zu bringen.

    Einmal im Jahr ist noch zu viel!

  2. Schweiger ist Super endlich mal ein guter Tatort. Der bring neuen Wind rein. Daumen hoch 👍 ich freue mich schon drauf

  3. Es geht nicht nur um den Krimi, der durch die Gewaltorgien eines narzisstischen Protagonisten ein Vorbild und Rechtfertigung für eine neue Generation von Gewalttätern sein kann, vor denen unsere „Ordnungshüter“immer mehr zurückschrecken.

    Was ist von einem Sender zu halten, der in der Weihnachtsszeit so einen Dreck
    ausstrahlt? Wie ernst sind dessen Appelle zu Gewaltfreiheit und Toleranz und zur „Verteidigung unserer abendländischen Werte “ zu nehmen, wenn in prominenten Semdungen so gegen diese verstoßen wird?

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