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Einhorn-Dämmerung: Snapchat-Bewertung um 25 Prozent gefallen

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Die fetten Jahre in der Internetbranche scheinen vorbei: Das bekommt nun auch der jüngste Milliardär der Welt zu spüren – die Firma von Snapchat-Gründer Evan Spiegel ist plötzlich ein Viertel weniger wert. Diese Wertberichtigung nahm die weltgrößte Investmentgesellschaft Fidelity vor, die selbst in die boomende App investiert ist. Per Ende des September-Quartals fiel der Wert des privat geführten Internet-Unternehmens am Graumarkt von 31 auf 23 Dollar je Aktie.

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Die Lage am Sekundärmarkt spitzt sich zu: Erst reduzierte der langjährige Hoffnungsträger Square deutlich seine Bewertung vor dem anstehenden Börsengang. Wenige Tage später sah sich auch die Match Group zu unerwarteten Bewertungs-Zugeständnissen gezwungen und passte die Bookbuilingspanne vor dem IPO deutlich nach unten an.

In Deutschland kapitulierten die Samwers gar bis auf Weiteres vor „den Marktvolatilitäten“ und legten den mit Spannung erwarteten Börsengang ihrer Mehrheitsbeteiligung HelloFresh auf Eis. Wie massiv der Gegenwind selbst den bislang am höchsten gewetteten Einhörnern ins Gesicht bläst, wird nun auch in der Rückschau deutlich.

Fidelity weist Wertberichtigung bei Snapchat um 25 Prozent aus

Wie die Financial Times berichtet, nahm die weltgrößte Investmentgesellschaft Fidelity per Ende des dritten Quartals eine erhebliche Wertberichtigung bei einer ihrer Internet-Beteiligungen vor. Die Aktien des Investments seien am Sekundärmarkt von 31 auf 23 Dollar eingebrochen – macht ein happiges Minus von 26 Prozent. Der Name der Beteiligung: Snapchat!

Der drastische Einbruch überrascht, zumal Snapchat in den vergangenen Monaten immer wieder mit neuen Meilensteinen – etwa 200 Millionen monatlich aktiven Nutzern – aufgefallen war und als nächster großer Börsenkandidat aus dem Dot.com-Lager gehandelt wurde, der nach einer Finanzierungsrunde im Juni noch mit 16 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Auch Dropbox kann jüngste Bewertung nicht halten
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Nach Fidelitys Wertberichtigung wäre der 2011 gegründete Foto-Dienst mit Selbstzerstörungsfunktion, an dem Facebook mehrfach sein Interesse bekundete, demnach heute „nur“ noch 12 Milliarden Dollar wert. Der Aderlass steht im krassen Gegensatz zum jüngsten Höhenflug der großen Internet-Player Alphabet (Google), Amazon und Facebook, die nach zuletzt starken Quartalsbilanzen allesamt auf Allzeithochs schossen.

Bleibt die Frage, wie sich die jüngste Bewertungserosion auf die weiteren hochgewetteten Einhörner aus der Internet- und Techbranche auswirkt. Das Finanzportal ZeroHedge wies bereits vor drei Wochen darauf hin, dass Cloud-Speicher-Anbieter Dropbox bei einem Börsengang nicht mehr die bei der letzten Finanzierungsrunde aufgerufene Bewertung von 10 Milliarden Dollar erzielen könnte.

Uber, Airbnb und Xiaomi im Fokus

Uber (jüngste Bewertung 50 Milliarden Dollar), Xiaomi (46 Milliarden Dollar) und Airbnb (24 Milliarden Dollar) stehen also möglicherweise vor unangenehmen Anpassungen an neue Bewertungsrealitäten.

„Ich glaube nicht, dass wir uns in einer Blase befinden, aber es gibt zu viele überbewertete Einhörner, die in nächsten 12 bis 18 Monaten nach unten korrigieren dürften“,  wird John Backus, Mitbegründer des Wagnisfinanzierers New Atlantic Venturas, in der Financial Times zitiert. Es scheint, als wären „Die fetten Jahre 2.0“ der Zeit nach der Finanzkrise zumindest fürs Erste vorbei.

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