Anzeige

Kein frisches Geld: Samwer-Einhorn HelloFresh legt Börsenpläne auf Eis

Oliver Samwer setzt weiter auf Food-Lieferdienste
Oliver Samwer setzt weiter auf Food-Lieferdienste

Die deutsche Internet-Landschaft musste aufs nächste Einhorn noch etwas warten: Der mit Spannung erwartete Börsengang von der Samwer-Beteiligung HelloFresh ist überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Den von Bloomberg verkündeten Scoop bestätigte das Berliner Start-up am Wochenende mit Verweis auf das herausfordernde Börsenumfeld. Für Muttergesellschaft Rocket Internet sind die auf Eis gelegten IPO-Pläne ein empfindlicher Schlag: Die fest eingeplanten Emissionserlöse fehlen erst mal.

Anzeige
Anzeige

Wie einen Paukenschlag so geräuschlos wie möglich verhallen lassen? Auch im schnelllebigen Internet-Zeitalter wird dafür immer wieder der Freitagabend bemüht, raus mit der schlechten Nachricht, am Wochenende wächst vielleicht Gras drüber.

Ob die Taktik aufgeht, wird sich heute zeigen, denn die schlechte Nachricht wurde am Freitag von Bloomberg mit Verweis auf die üblich vertrauten Personen erst nach Handelsschluss verkündet. HelloFresh, das potenziell nächste Börsen-Einhorn der deutschen Internet-Landschaft, muss bis auf Weiteres warten, bis es an den Kapitalmärkten grasen kann – der mit Spannung erwartete Börsengang wurde abgeblasen.

Börsenpläne „erst einmal auf Eis gelegt“

Die Bloomberg-Meldung bestätigte eine Unternehmenssprecherin von HelloFresh gegenüber Gründerszene am Wochenende: Man werde die Börsenplane „erst einmal auf Eis legen“ und ein besseres Marktumfeld abwarten, hieß es.

Die Nachricht überrascht: Nicht nur haben sich die Aktienmärkte nach den Verwerfungen im August inzwischen wieder stabilisiert – die großen Internet-Player Alphabet, Amazon und Facebook waren zuletzt nach starken Quartalsbilanzen allesamt auf neue Allzeithochs geschossen.

Rocket-Kursschub verpufft 
Anzeige

Hochfliegende Erwartungen hatte HelloFresh-Konzermutter Rocket Internet, die über 57 Prozent der Anteile hält, zuletzt auch geweckt.  „In den nächsten 18 Monaten geht eines unserer Startups an die Börse“, erklärte CEO Oliver Samwer noch im Oktober und sorgte nach einem schwierigen ersten Jahr an der Börse zumindest kurzfristig wieder für eine Initialzündung bei Anlegern.

Die Hoffnung auf  ein Groß-IPO  nach dem Vorbild von Zalando, das zumindest dreistellige Millionenbeträge in die Kassen spülen dürfte, beförderte die Aktie von Rocket Internet im Oktober kurzfristig um 50 Prozent nach oben.

Bereits 2,6 Milliarden Euro Bewertung nach Finanzierungsrunde

Damit war in aller Linie Kochbox-Anbieter HelloFresh gemeint, den die Samwers seit Sommer verbal in Postion gebracht hatten. HelloFresh sammelte erst im September nicht nur in einer neuen Finanzierungsrunde 75 Millionen Euro frische Mittel ein, sondern konnte die zugrunde liegende Bewertung auf ein Niveau steigern, das dem gerade mal vier Jahre alten Berliner Start-up kaum einer zugetraut hatte – nun schon 2,6 Milliarden Euro ist Investoren der Essens-Lieferdienst  wert.

Das gerade mal vier Jahre alte Berliner Internet-Unternehmen versteht sich als Lieferdienst für die iPhone-Generation, der kleinteiliges Einkaufen einfach zu lange dauert. Bereits 200.000 Abonnenten werden die Kochboxen zugestellt – neben Deutschland auch Kunden in England und den USA. Auf 120 Millionen Euro im Jahr sollen sich die Umsätze bereits belaufen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*