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Die Bild-Bilanz von Kai Diekmann: „Wir sind publizistische Avantgarde“

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Kai Diekmann hört als Bild-Chefredakteur auf und übergibt an Tanit Koch. Im Interview mit dem Handelsblatt, verteidigt er noch einmal seinen publizistischen Kurs in der Griechenland- und Flüchtlingsfrage, erklärt die Beweggründe für seinen Rückzug und verrät, wie er sich nun als Herausgeber die Zeit vertreiben will: Mit dem Entwickeln neuer internationaler digitaler Projekte und ein bisschen Print.

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Seine neue Rolle beschreibt der 51-Jährige als Satellit, der über den Redaktionen von Bild, Bild am Sonntag, Bild.de und B.Z. kreisen würde und „wenn nötig, auch mal was zur Sprengung bringt“. Dabei will er jedoch kein Über-Chefredakteur sein, sondern „ein Herausgeber, der abseits des Tagesgeschäfts Neues entwickelt“.

Was das sein wird, verrät Diekmann noch nicht. Allerdings deutet er an, dass es wohl überwiegend um digitale Projekte gehen wird. Als Beispiel nennt der Neu-Herausgeber die Samsung-Kooperation Upday, aber auch das Ausprobieren anderer Vertriebswege für Publisher wie Discover von Snapchat.

Als Gründe für seinen Rückzug führt Diekmann erst einmal Strukturprobleme an. So habe die Marke Bild heute die größte Gesamtreichweite aller Zeiten, würde die Inhalte jedoch über so viele Kanäle spielen, dass man darauf eine organisatorische Antwort habe finden müssen. Tanit Koch könne sich jetzt 24 Stunden am Tag um die gedruckte Ausgabe kümmern. „Ich selbst konnte das schon seit längerer Zeit wegen vieler anderer Ausgaben nicht mehr ausreichend leisten“.

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Im Gespräch mit dem Handelsblatt bezieht der scheidende Chef auch noch einmal klar Stellung zu den Vorwurf, dass unter seiner Regie die Bild die eigentliche Zielgruppe, den so genannten „kleinen Mann“, aus dem Auge verloren habe. „Die hippe Szene ist mir ziemlich egal“, entgegnet Diekmann. „Bild hat immer das ganz große Publikum im Blick und zeigt dabei klare Kante“. So habe er sich von der hippen Szene auch wegen der Griechenlandberichterstattung „einiges anhören“ müssen. „Und heute werden wir von rechts massiv wegen unserer sehr solidarischen und weltoffenen Haltung zu den Flüchtlingen angegriffen.“

Auf diese Form von Ärger wollen die Berlin allerdings keinesfalls verzichten. Immerhin sei Tanit Koch „sehr krisenerfahren und wenn sie eines kann, dann Bild“.

Seine persönliche Bilanz als Bild-Boss fällt naturgemäß positiv aus. Es sei gelungen die Marke Bild immer wieder neu zu erfinden. „Wir sind publizistische Avantgarde, wenn es darum geht, Neues auszuprobieren.“

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Alle Kommentare

  1. Ja, ja, linksdrehende Avantgarde mit Genossen Dieckmann! Wenn Historiker Helmut Kohl noch topfit wäre, würde der ihm an seinem virtuellen Talibanbart ziehen für die Asylpropaganda und Ent-Deutschung unseres Landes. Axel Springer hätte diesen Avantgardisten längst rausgeschmissen. Die Käufer am Kiosk zeigen bereits Kaufverweigerung mit zweistelligen Verlustraten im Einzelverkauf. Dieckmann macht Politik gegen seine Leser und vernichtet Geld.
    Gute Reise Tanit Koch. Wird Bild jetzt auch eine auflagensenkende Frauenzeitung wie die Bams und Wiwo?

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