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Bild, Focus, N24, Welt, SpOn & Co: Pushmitteilungen im MEEDIA-Check

Von Bild bis Zeit: zehn Nachrichtenapps im Check
Von Bild bis Zeit: zehn Nachrichtenapps im Check

Im Wettkampf um die Aufmerksamkeit und den Klick des Lesers zählt oft die Geschwindigkeit – besonders auf dem Smartphone. Einige Redaktionen beanspruchen deshalb für sich, in Eil-Situationen die schnellsten zu sein. MEEDIA hat zehn Push-Angebote getestet. Der Check zeigt: App-Betreiber nutzen die Eilmeldungen durchaus unterschiedlich. Und: Die schnellste Nachrichtenredaktion gibt es nicht.

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Von Marvin Schade und Alexander Becker

Für den Pushmitteilungs-Check hat MEEDIA zehn der prominentesten Nachrichten-Apps heruntergeladen und über drei Tage die eingehenden Pushmitteilungen der iOS-Apps protokolliert. Im Check enthalten waren die Applikationen von Spiegel Online, Bild, Welt News, Focus Online, FAZ der Tag, N24, tagesschau, Zeit Online, Süddeutsche.de und n-tv.

Zwischen dem 2. November, 9 Uhr, und dem 5. November, 0 Uhr, gingen insgesamt 89 Eilmeldungen ein, im Durchschnitt also etwa 30 Mitteilungen pro Tag, bzw. drei von jedem Medium. In den meisten Fällen als erstes aufs Handy schaffte es Focus Online – weil die Redaktion einfach viel mehr Pushmitteilungen verschickte als alle anderen. Die Redaktion von Chefredakteur Daniel Steil pushte gleich 19 Mal und damit mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt. Fast ein Viertel der Eilmeldungen gehen auf das Konto der Münchener.

An das Focus-Online-Pensum schafft es kein anderes Portal heran. Im zweistelligen Bereich befinden sich aber noch drei weitere Redaktionen: Die zweitmeisten Mitteilungen auf den Home-Screen schickte N24 mit 16 Nachrichten, gefolgt von – überraschenderweise – Zeit Online (14 Nachrichten) und Welt News (11 Nachrichten). Ein ebenfalls überraschendes Ergebnis: Bild als Anführer der IVW-Nachrichtenportale verschickte nur drei Eilmeldungen.

  1. Focus Online, 19 Meldungen
  2. N24, 16 Meldungen
  3. Zeit Online, 14 Meldungen
  4. Welt News, 11 Meldungen
  5. n-tv, 6 Meldungen
  6. Tagessschau, 5 Meldungen
  7. SZ, 5 Meldungen
  8. Spiegel Online, 5 Meldungen
  9. FAZ, 5 Meldungen
  10. Bild, 3 Meldungen
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Die Portale scheinen unterschiedliche Strategien für das Versenden ihrer Pushnachrichten zu haben. Das unterschiedliche Verhalten führte dazu, dass in nur drei Fällen eine direkte Wettbewerbssituation entstand. Nahezu alle Redaktionen reagierten bei der Ankündigung eines eventuellen Lufthansa-Streiks am Montag, bei der DFB-Razzia und bei einer Meldung zum VW-Skandal am Dienstag. Als erstes aufs Smartphone schafften es FAZ (Lufthansa-Streik), Bild (DFB-Razzia) und n-tv (VW), mit einer, vier beziehungsweise drei Minuten vor der Konkurrenz (im ersten Fall vor n-tv, in beiden weiteren Fällen vor Focus Online). IMG_1866Bei der VW-Meldung – hier handelte es sich um veränderte CO2-Werte bei über 800.000 Autos – traf die Bild-Meldung 40 Minuten nach der von n-tv ein. Erstaunlicherweise waren die zeitlichen Abstände zwischen den jeweiligen Meldungen sehr groß. Insgesamt dauerte es eine Stunde und 20 Minuten, bis alle Nachrichten angekommen waren – den Schluss machte N24.

Die Portale lagen oft nicht nur zeitlich sondern auch inhaltlich auseinander. Am auffälligsten im Testzeitraum waren die Online-Portale von Focus Online, N24 und Zeit. Focus kam auf die meisten Mitteilungen, verschickte u.a. drei Mal den aktuellen Stand zum Absturz einer russischen Passagiermaschine in Ägypten, zwei Crime-Meldungen sowie aktuelle Informationen zum VW-Skandal und zur Flüchtlingspolitik. Einen anderen Stil hat N24. Neben News – ebenfalls zur Flüchtlingskrise, VW-Skandal oder DFB-Razzia – verschickt die Redaktion zeitlose, nicht eilwürdige Stücke. Beispielsweise Artikel mit Überschriften wie „Überraschende Studie: Wie man Lügner wirklich enttarnt“, „In der Demografie-Falle – Darum muss Deutschland ein anderes Land werden“ oder Artikel über einen Sex-Skandal eines Fußballprofis. Nicht unbedingt erwartet hätte man das Verhalten von der entschleunigten Zeit Online. Auch die Redaktion von Jochen Wegner verschickte Stücke ohne Newscharakter, war in wichtigen Eil-Situationen wie der DFB-Razzia, dem möglichen Lufthansa-Streit oder neuen VW-Meldungen aber auvh präsent.

Die Berliner scheinen die neue Regel verinnerlicht zu haben, dass viele moderne Nutzer nicht mehr selbstständig nach interessanten Nachrichten suchen, sondern davon ausgehen, dass diese den Weg zu ihnen finden.

Interessant ist ein direkter Vergleich zwischen N24 und Welt. Der Nachrichtensender wurde 2014 von Axel Springer übernommen, mit der Welt zusammengeführt. In diesem Zuge wird die Marke in den kommenden Monaten verschwinden. Obwohl die Redaktionen bereits in vielen Bereichen zusammenarbeiten, unterscheiden sich die Push-Angebote. So legt N24 wie oben genannt auch Wert auf das Versenden von nicht unbedingt eilwürdigen Nachrichten, während sich bei Welt News eine Tendenz zur Sportberichterstattung abzeichnet.

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Alle Kommentare

  1. Nur falls N24 hier mitliest: Die Mitteilungen nerven. Bei Push-Meldungen von einem News-Sender erwarte ich aktuelle Inhalte. Und nicht ein „Jetzt den Liveticker zum CL-Spiel der Bayern verfolgen“.

    Ist bei mir deswegen inzwischen deaktiviert!

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