Tanit Koch wird neue Bild-Chefredakteurin, Diekmann wird Über-Herausgeber

Tanit Koch ist künftig Chefredakteurin der Bild, Kai Diekmann wird Herausgeber
Tanit Koch ist künftig Chefredakteurin der Bild, Kai Diekmann wird Herausgeber

Die Bild-Zeitung bekommt eine neue Chefredaktion. Tanit Koch, bislang stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin der Bild-Unterhaltung, folgt auf Kai Diekmann. Der wird Herausgeber der gesamten roten Gruppe bei Axel Springer. Offiziell tritt Tanit Koch den neuen Job zum 1. Januar 2016 an.

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Tanit Koch ist ein echtes Springer-Gewächs. Sie startete ihre journalistische Laufbahn nach Abschlüssen in Jura und Politikwissenschaft 2005 an der Axel Springer-Journalistenschule. Danach war sie zwei Jahre Büroleiterin des Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann. 2009 wechselte Koch als Verantwortliche Redakteurin für Sonderaufgaben in die Chefredaktion der Welt-Gruppe und wurde 2010 Bild-Textchefin. 2011 wurde sie Redaktionsleiterin von Bild Hamburg.

2013 stieg sie zur stellvertretenden Chefredakteurin und Leiterin der Unterhaltungsredaktion von Bild auf. Tanit Koch kennt die Bild also aus dem Effeff. Einige dachten, Bild.de Chef Julian Reichelt wäre so etwas wie der natürliche Nachfolger für Kai Diekmann als Bild-Chefredakteur. Falsch gedacht.

Der langjährige Bild-Chef Kai Diekmann tritt aber nicht ab, sondern ist in seiner Funktion als Herausgeber allen Chefredakteure der so genannten roten (Boulevard) Gruppe bei Axel Springer vorgesetzt. Das sind: Tanit Koch (Bild), Marion Horn (Bild am Sonntag), Julian Reichelt (Bild.de) und Peter Huth (B.Z., Bild-Berlin). Diekmann bleibt also Ober-Chef der Bild-Gruppe.

Diekmann ist sowieso schon Gesamt-Herausgeber der Bild-Gruppe. Die Herausgeber-Rolle wird in der neuen personellen Konstruktion allerdings noch einmal formal aufgewertet. Er selbst wird die publizistische Ausrichtung, die Erweiterung der Bild-Marken und den Markenkern in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen. Im Prinzip also das tun, was er die meiste Zeit seit seiner Rückkehr aus dem Silicon Valley ohnehin getan hat.

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Alle Kommentare

  1. „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“ – über die BILD-Zeitung, Mein Nachbar und der Zynismus, in: Der Krapfen auf dem Sims, Alexander Fest Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-8286-0156-1, Seite 14

  2. Die transatlantische Unterwürfigkeit und abhängige einseitige Berichterstattung wirs sich damit auch nicht ändern.

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