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Die Zeit schraubt am Blatt und startet neues Entdecker-Ressort Z

Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo startet ein neuen Ressort über das Abenteuer Alltag
Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo startet ein neuen Ressort über das Abenteuer Alltag

Pendlern und regelmäßigen U-Bahn-Nutzern dürfte es aufgrund der Plakat-Kampagne längst kaum entgangen sein: Die Zeit startet ein neues Ressort. Es hört auf den flotten Namen "Z – Zeit zum Entdecken". Allerdings ist das neue Buch nicht die einzige Neuerung in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung.

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Bereits beim jährlichen Verleger-Treffen in Berlin erklärte Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo, dass die Journalisten am besten verlorenes Vertrauen zurückgewinnen könnten, wenn sie möglichst transparent mit ihren Recherchen umgingen. Gesagt, getan. So finden sich der aktuellen Ausgabe Kästen mit Hinweisen, wie aufwändig die jeweilige Arbeit an dem Text war.

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Eine weitere, weitaus offensichtlichere Neuerung ist das Ressort „Z“. Unter dem Claim „Zeit zum Entdecken“ entwickelten die Hamburger ein neues Zeitungsbuch, das sie als einen „persönlichen Gesellschaftsteil“ beschreiben. „Die Idee war ein interdisziplinäres Ressort, das immer auf Entdeckungsreise ist. Und zwar zusammen mit den Lesern“, erklärt Dorothée Stöbener, eine der beiden Macherinnen gegenüber MEEDIA. Statt über Wirtschaft, Politik und Kultur zu berichten, sucht Z einen anderen Ansatz und fragt lieber: „Was machen Wirtschaft, Politik und Kultur mit unserem Leben?“

Der Ansatz der Hamburger war es, „die Geschichten vom Leser aus zu denken“ und nur die Themen aufzugreifen, „über die die Leser am Abendbrottisch reden“, wie Stöbeners Kollegin, Anita Blasberg ergänzt.

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Konkret heißt das: Aufmacher-Story ist der Debattenbeitrag „Hört auf zu jammern“, der erklärt, warum ein Sabbatical auch nicht hilft. Zudem gibt es eine Reportage, bei der ein Autor die Besitzer eines Rucksackes sucht, die syrische Flüchtlinge auf Kos verloren hatten.  Statt einer klassischen Reisegeschichte befragt die Redaktion Reiseleiter nach ihren Kunden. Das ist tatsächlich nett von hinten aufgezäumt. Unter dem Strich bietet das neue Ressort jedoch überwiegend klassische Magazin-Kost. Nur im Gewand einer Zeitung.

Z tritt an die Stelle des Reiseressorts. „Weil das Reisen längst fester Bestandteil unseres Alltags ist, gibt es auch kein extra Reisen-Buch mehr. Es ist jetzt Teil unseres Ressorts“, sagt Stöbener. Ein besonderes Anliegen ist den Macherinnen eine möglichst große Nähe zu den Lesern. „Wir möchten, dass sie sich bei uns beteiligen. Zum Beispiel rufen wir sie in unserer ersten Ausgabe dazu auf, uns zu sagen, welches Emoji sie gerne verwenden würden. Die ausgewählten Motive stellen wir dann als jpg zur Verfügung“, erklärt Blasberg. „Unser rotes ‚Z‘ zeigt an, dass hier die Leser aufgerufen sind mitzumachen“.

Das neue Ressort ist immer dann besonders stark, wenn die Macherinnen ihrem Spieltrieb möglichst freien Lauf lassen. Bestes Beispiel dafür ist die letzte Seite. Die Redaktion fragt: „Was bedeutet das spanische Wort für Ehefrau noch?“ Wer es nicht weiß, muss sich die Antwort erzeichnen. In einem Malen nach Zahlen-Kasten.

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