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Springer-Ergebnis: Digital boomt, Print verliert, das Medienhaus bleibt „hochprofitabel“

Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner
Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Der Springer-Wandel von einem klassischen Verlag zu einem digitalen Powerhouse scheint abgeschlossen. Wie die neuesten Geschäftszahlen zeigen, tragen die digitalen Aktivitäten mittlerweile mehr als 60 Prozent zum Konzernumsatz und mehr als 70 Prozent zum EBITDA bei. Im Gegensatz zum Gewinn steigerten die Berliner ihren Umsatz allerdings kaum.

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So erhöhten sich in den ersten neun Monaten die Einnahmen um 8,9 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Bereinigt man den Umsatz allerdings um Konsolidierungs- und Währungseffekte, bleibt nur noch ein Plus von 1,0 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs dagegen um 8,8 Prozent von 363,9 Millionen Euro auf 396,0 Millionen Euro. Der Konzern hielt die EBITDA-Rendite wie im Vorjahr auf einem hohen Niveau von 16,7 Prozent. Zu dem starken Anstieg des Konzernüberschusses im dritten Quartal um 68,2 Prozent auf 146,9 Millionen Euro trug vor allem der Verkauf von Runtastic bei.

Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nach der Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten nun eine Steigerung der Gesamterlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bislang gingen die Berliner nur von einem Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Die Manager sind zudem davon überzeugt, dass der geplante Anstieg der Werbeerlöse die sinkende Vertriebseinnahmen überkompensieren werden.

Tatsächlich ist der Bereich Bezahlangebote, indem sich die meisten Print- und Vertriebs-Aktivitäten wiederfinden, so etwas wie das Sorgenkind. Hier lagen die Umsätze in den ersten neun Monaten bei 1,09 Milliarden Euro und damit 3,0 Prozent unter dem Vorjahreswert (1,12 Milliarden). Bereinigt um Konsolidierungseffekte, verringerte sich der Umsatz bei den Bezahlangeboten sogar um 4,8 Prozent.

Zufrieden scheinen die Berliner mit der Entwicklung der digitalen Abonnenten zu sein. Sie wuchsen im Monatsdurchschnitt des dritten Quartals um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im September 2015 kamen Bild und Welt zusammen auf über 362.000 zahlende Abonnenten. Hiervon entfielen mehr als 292.000 auf das Boulevard-Portal und knapp 70.000 auf blaue Gruppe.

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„Unsere Priorität in diesem Jahr ist Wachstum. Mit den Rubrikenangeboten und journalistischen Marken in Europa und zunehmend auch im englischen Sprachraum sehen wir großes Potenzial“, kommentiert Vorstandschef Mathias Döpfner.

Die beiden wichtigsten strategischen Ziele des Jahres lauten: Wachstum und konsequente Investitionen in digitale journalistische Angebote, vor allem im englischen Sprachraum. Dazu gehörte beispielsweise der Mehrheitserwerb von Business Insider, aber auch die Partnerschaft mit Samsung für die Entwicklung neuer digitaler Medienformate. Als erstes Ergebnis präsentierten Springer und Samsung die Beta-Version von Upday – einer Content-Plattform für aggregierte und kuratierte Nachrichteninhalte, die im kommenden Jahr vollumfänglich starten soll.

Döpfner sieht deshalb erst einmal optimistisch in die nahe Zukunft: „Durch die Akquisition von Business Insider hat sich Axel Springer bei der Reichweite vom Marktführer in Europa zu einem der größten Digitalverlage weltweit entwickelt.“

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