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Hubert Burda erklärt Richtung Merkel: „Wir brauchen keine Subventionen und kein Mäzenatentum“

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In Berlin treffen sich die Zeitschriften-Verleger zu ihrer Jahreskonferenz. In seiner Eröffnungsansprache erklärt VDZ-Präsident Hubert Burda: „Wir blicken optimistisch in die Zukunft, sowohl für die Zeitschriften als auch für die neuen Geschäftsfelder. Wir sehen dem Wandel nicht nur zu, sondern gestalten ihn mit“.

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Stargast des ersten Tages war die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von ihr und der Politik forderte Burda ein Regelwerk, „das fairen Wettbewerb in der digitalen Welt garantiert und professionellen Journalismus ermöglicht“.

Tatsächlich müsse es in den Bereichen Urheberrecht, Datenschutz und Wettbewerbsrecht deutliche Verbesserungen geben, um gerechte Rahmenbedingungen für die Medienhäuser im internationalen Wettbewerb zu schaffen. „Wir brauchen keine Subventionen und kein Mäzenatentum, aber ein Level Playing Field“, so Burda.

Große Versprechungen machte die Kanzlerin den Verlegern jedoch nicht. Immerhin sagte sie, dass die Bundesregierung prüfe, wie Kartellerleichterungen für Anzeigen- und Werbekooperationen umgesetzt werden können.
In ihrer Rede bezeichnete Merkel Daten als „Rohstoffe des 21. Jahrhunderts“. „Hier müssen wir jetzt aufpassen, dass der Datenschutz nicht die Oberhand über die wirtschaftliche Verarbeitung gewinnt“.

Hintergrund von Merkels Äußerungen sind die Gespräche mit dem EU-Parlament über die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung. Die von den Innen- und Justizministern der EU verabschiedete Verordnung sei ausgewogen. „Hier sind wir natürlich in einer grundsätzlichen Abwägung: Sie brauchen hinreichend Freiheiten, um (…) die Cloud als Geschäftsmodell zu nutzen“, sagte die Kanzlerin vor den Verlegern. „Ich glaube, das ist eine bis jetzt noch nicht richtig erkannte Form der Wertschöpfung.» Dem stehe der Schutz der Privatsphäre gegenüber. «Wir brauchen einen Kompromiss.“

Merkel machte eine Unterscheidung: „Wir haben auf der einen Seite Produkte, die aus anonymisierten Daten gewonnen werden. Da geht es einigermaßen in Europa.“ Wenn es dagegen um individualisierte Daten gehe, werde es „recht schwierig“, so Merkel. „Aber die Menschen werden in Zukunft auch individualisierte Produkte wollen, gleichzeitig aber auch den Schutz ihrer Privatsphäre wollen. Und das wird uns noch vor viele Abwägungen stellen.“

Merkel würdigte in ihrer Rede die Arbeit verfolgter Reporter. „Im Extremfall werden Journalisten verfolgt, eingesperrt und sogar getötet. Und deshalb möchte ich einfach an diesem Tag auch Danke sagen für alle, die zu den Inhalten von Zeitschriften beitragen und sich auch sehr schwierigen und komplizierten Situationen aussetzen, wie wir das heute in unserem Land eben nicht haben.“ Beim Publishers‘ Summit des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger treffen sich noch bis Dienstag rund 700 Teilnehmer.

Mit Material von dpa

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