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Gewerkschafts-Vorsitz: Frank Überall löst DJV-Chef Michael Konken ab

DJV-Chef Frank Überall
DJV-Chef Frank Überall

Der Deutsche Journalistenverband hat einen neuen Chef: Beim Verbandstag in Fulda stimmte die Gewerkschaft für Frank Überall, der als neuer Vorsitzender Michael Konken ablöst. Konken war seit zwölf Jahren an der Spitze des Verbandes und hat sich nicht erneut zur Wahl gestellt. Neben Überall bewarben sich noch der DW-Journalist Alexander Fritsch sowie der langjährige Verbandsfunktionär Hans Werner Conen.

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Überall wurde mit 130 Stimmen zum neuen Vorsitzenden des Bundesverbandes gewählt. Den Sieg gab der DJV bei Twitter bekannt. Gegenkandidat Alexander Fritsch erhielt 118 Stimmen, während Conen, der sich erst heute zur Wahl aufstellen ließ, mit null Stimmen aus dem Rennen ging.

Der Kölner Überall ist Medienwissenschaftler und Journalist, vorwiegend für den Westdeutschen Rundfunk und die ARD tätig. Zu seiner Kandidaturbekanntgabe im September dieses Jahres erklärte er, angesichts der „Presseverdrossenheit und der Geringschätzung journalistischer Arbeit“ sei eine „neue Sensibilität für fundierten Journalismus nötig“.

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Konken, der seit zwölf Jahren die Interessen des DJV als Bundesvorsitzender vertrat, ist dieses Jahr nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Seine Entscheidung begründete er mit seinem Alter. Konken ist im Oktober 62 Jahre alt geworden.

 

(ms)

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  1. Per August 2003 betrug die Mitgliederzahl des DJV 41.089; die bis dahin positive Entwicklung seit 1991 beruht wesentlich auf dem Sondereffekt der Wiedervereinigung. Mit der Wahl des nun ausgeschiedenen Vorsitzenden Konken in 11/2003 begann der bis heute beschleunigt anhaltende Niedergang. Per August 2015 sind noch 34.903 Mitglieder gemeldet. Für das Jahr 2016 rechnet der Verband mit 34.000 Zahlern. Damit hätten dann mehr als 7.000 Mitglieder den DJV verlassen.

    Allein der Landesverband Nordrhein-Westfalen hat in 2014 rund 1.000 Mitglieder verloren; wenn es so weitergeht, kann in weniger als sieben Jahren der Letzte in Düsseldorf das Licht ausmachen.

    Während die Einnahmen aus Beiträgen rapide sinken (jetzt 2,5 Mio Euro), explodieren die Personalkosten für Dutzende von extrem hoch bezahlten festangestellten Funktionären; sie betragen für 2016 schon 60% (= 1,63 Mio Euro), ein Spitzenwert schon ohne die luxuriösen „Aufwandsentschädigungen“ und „Spesen“. Für die mitgliederbezogene „Tarif- und Verbandsarbeit“ müssen 18% reichen, ein Tiefpunkt.

    Der DJV ist zum (Selbst-) Versorgungswerk für Funktionäre denaturiert. Ob der eben gewählte neue Vorsitzende etwas ändern will an dem, was er als bisheriger „Schatzmeister“ (ohne Schatz) selbst mit angerichtet hat, ist eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

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