Nach umstrittener Pegida-Rede: Pirincci setzte Unterlassungserklärungen und Widerruf durch

Akif-Pirincci.jpg

Nach seiner umstrittenen Rede während der vorletzten Pegida-Demonstration hagelte es Kritik an Akif Pirincci. Vor allem an einer Passage, in der von einer vermeintlichen Wiedereröffnung von Konzentrationslagern die Rede war, bündelte sich der Protest. Dieser fühlt sich falsch verstanden und zitiert, und geht deshalb juristisch gegen eine Vielzahl von Medien u. a. NDR oder ZDF vor.

Werbeanzeige

Nach Einschätzung seines Anwaltes, Joachim Steinhöfel, hätten einige Redaktionen die Rede in „rechtswidriger Weise entstellt“. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung: „Herrn Pirincci wurde dabei unterstellt, er habe für die Wiedereröffnung von Konzentrationslagern zur Bewältigung der Flüchtlingskrise plädiert. Das Gegenteil ist richtig. Tatsächlich äußerte er überspitzt-sarkastisch seine Sorge, dass sie wieder eröffnet werden könnten, und zwar gegen ‚Fremdenfeinde‘.“

Die Redaktionen der betroffen Medien fallen allerdings höchst unterschiedlich aus. So soll der NDR seine Berichterstattung korrigiert und um Entschuldigung geben haben, die Leipziger Volkszeitung oder auch die Hannoversche Allgemeine“ veröffentlichten Widerrufe. Das ZDF soll dagegen eine Unterlassungserklärung abgegeben haben, während die Zeit online eine Richtigstellung veröffentlichte und Spiegel Online sich korrigierte.

„Der schlimmste Vorwurf, der einem Menschen in der Bundesrepublik Deutschland gemacht werden kann, ist der Vorwurf, Befürworter des Zivilisationsbruchs der Shoa zu sein und dazu aufzurufen, diesen gegenüber den Flüchtlingen zu wiederholen“, kommentiert Steinhöfel. „Die völlige journalistische Verwahrlosung von Anstalten wie des WDR ist beispiellos. Herr Pirincci wird seine Unterlassungs- und Schmerzensgeldansprüche konsequent durchsetzen und die rufschädigenden Äußerungen verbieten lassen.“

Tatsächlich sorgte die Rede für viele negative Reaktionen, selbst im Pegida-Umfeld. So war selbst der Demo-Organisator Lutz Bachmann auf Distanz gegangen. Wie die Welt berichtet, schrieb er auf seiner Facebook-Seite am 20. Oktober: „Ich muss also die alleinige Schuld für diesen unmöglichen Auftritt auf mich nehmen und mir bleibt nichts übrig, als mich öffentlich und aufrichtig zu entschuldigen.“

Eine weitere Folge des Auftritts: Pirinccis Verlage, bei denen einige Bücher erschienen waren, stellten in den Tagen nach der Rede die Auslieferung seiner Publikationen ein.

In seinem Blog dokumentiert Stefan Niggemeier eine Vielzahl der Berichte über die Rede.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Werbeanzeige

Werbeanzeige