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Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg verlässt die FAZ

Wechselt nach 17 Jahren bei der FAZ nach München: Felicitas von Lovenberg
Wechselt nach 17 Jahren bei der FAZ nach München: Felicitas von Lovenberg

Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg, 41, verlässt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Wie Lovenberg dem Nachrichtenmagazin Spiegel bestätigte, will sie spätestens im Januar aus der Redaktion ausscheiden und nach München ziehen. Private Gründe seien ausschlaggebend. Damit endet nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten ihre FAZ-Karriere, die sie fast auf den Herausgeber-Posten geführt hätte.

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Lovenberg, die für den SWR die Sendung „lesenswert“ moderiert, gehört der FAZ seit 1998 an. Unter Feuilleton-Herausgeber Frank Schirrmacher war sie zur Literaturchefin aufgestiegen. Nach Schirrmachers plötzlichem Tod im Juni 2014 war sie als dessen Nachfolgerin gehandelt worden. Seit dem Amtsantritt des neuen Herausgebers Jürgen Kaube in diesem Januar haben mehrere Redakteure das Feuilleton verlassen.

Wäre damals die Entscheidung auf Felicitas von Lovenberg als FAZ-Herausgeberin gefallen, wäre das, wie die Berliner Zeitung damals schrieb, „revolutionär“ gewesen: denn noch nie war eine Frau in das Herausgebergremium berufen worden. Dabei blieb es auch nach dem Ausscheiden von Günther Nonnenmacher.

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Felicitas von Lovenberg ist vor allem für ihre Kritiken bekannt: 2003 erhielt sie für ihre Arbeit den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2011 den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik und 2013 den Julius-Campe-Preis für Kritik. Ihren Weg zur FAZ fand sie nach einem Praktikum bei der Süddeutschen. In Frankfurt war sie zunächst im Kulturessort tätig. Bis 2001 schrieb sie für den Kunstmarkt, danach wechselte sie in das Literaturressort.

Ab 2008 leitete sie als erste Literaturchefin der FAZ das Ressort Literatur und Literarisches Leben. Neben ihren Literaturkritiken schrieb von Lovenberg bereits mehrere Bücher: unter anderem erschien 2005 „Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie?“. In diesem Jahr veröffentlichte sie „Und plötzlich war ich zu sechst. Aus dem Leben einer ganz normalen Patchwork-Familie“.

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