#NippelstattHetze: Nacktbild-Protestaktion gegen Hasskommentare bei Facebook

#NippelstattHetze heißt es am Donnerstag bei Facebook
#NippelstattHetze heißt es am Donnerstag bei Facebook

Seit Monaten wird die Kritik an Facebooks Umgang mit Hasskommentaren immer lauter: Offenkundige Hetze darf online bleiben, während Nacktfotos sofort gelöscht werden. Unter dem Hashtag #NippelstattHetze protestieren Facebook-User gegen die fragwürdigen Richtlinien des sozialen Netzwerkes. Anstoß dafür lieferte ein provokante Bild eines Fotografen – und auch Micky Beisenherz klinkt sich ein.

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Eine junge Frau posiert mit nacktem Oberkörper, vor ihr sitzt ein Mann, der ein Schild hochhält. Darauf steht geschrieben: „Kauft nicht beim Kanaken!“ Dieses Bild hat der Fotograf Olli Waldhauer geschossen, betitelt ist es mit den Worten: „Eine dieser Personen verstößt gegen die Regeln von Facebook. #NippelstattHetze.“

Das Foto wird immer wieder gelöscht – wegen Nacktheit

Mit seiner Aktion will Waldhauer gegen die Facebook-Richtlinien im Umgang mit Hasskommentaren protestieren – schließlich werden Brustwarzen nach wie vor schneller zensiert als fremdenfeindliche Postings. Das Bild und der Hashtag verbreiteten sich am Donnerstag wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.

Auf seiner offiziellen Facebook-Seite erklärt der Fotograf, Facebook würde das Bild immer wieder sperren – allerdings nicht wegen des Schildes. Außerdem habe er als Reaktion auf #NippelstattHetze derart viele Freundschaftsanfragen bekommen, dass er sein Profil umstellen musste.

Liebe Leute, ich musste meine Profil umstellen. Facebook kam mit der Menge der Freundschaftsanfragen nicht mehr klar….

Posted by Olli Waldhauer on Donnerstag, 29. Oktober 2015

„Ausländer raus“ statt Penis-Zeichnung

Auch Micky Beisenherz protestiert – mal wieder – humorvoll gegen Facebooks seltsame Kommentar-Politik. Der Comedian und Autor gratulierte einem guten Freund mit einer Zeichnung zum Geburtstag, die einen nackten Mann zeigt und postete sie bei Facebook, woraufhin jemand die Karikatur offenbar „wegen Inhalten zu Nacktheit“ meldete, wie Beisenherz twitterte.

Micky Beisenherz reagierte – und überarbeitete seine Zeichnung. Statt „Happy Birthday“ ist dort nun „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ zu lesen; das beste Stück des Mannes wurde zensiert. Das Foto ist trotz Hetze gegen Ausländer noch online.

das Original wurde wegen Nacktheit gemeldet. Ich denke, so ist es okay für Facebook. #nippelstatthetze

Posted by Micky Beisenherz on Donnerstag, 29. Oktober 2015

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Alle Kommentare

  1. auch wenn die junge dame ansehlich ist, verstößt sie dennoch gegen die fb-regeln. bei dem schild könnte man sich auch die frage stellen, wer mit kanaken gemeint ist?
    kanaken sind ureinwohner aus dem südwestpazifik!

    mir erschließt sich nun aber nicht, warum ich bei denen nichts kaufen sollte, wenn ich dort schon mal urlaub mach. ist der fotograf vllt ein rassist? dass würde dann auch gegen die regeln von fb verstoßen.

    1. Zitat aus folgendem Interview:

      http://www.sueddeutsche.de/panorama/nippelstatthetze-das-ding-ist-ausser-kontrolle-geraten-1.2715393

      „Der Spruch ist eine Abwandlung der Parole „Kauft nicht bei Juden“ aus der NS-Zeit, der geht echt gar nicht. Trotzdem wurde das Bild bisher immer nur wegen Nacktheit entfernt.

      Hinzu kommt womöglich, dass es sich nicht um irgendeinen schlecht ausgeleuchteten Handyschnappschuss handelt. Der Mann ist der Schauspieler Matthias Weidenhöfer, die Frau das Model Leila Lowfire, und wir haben uns einige Gedanken zur Komposition gemacht. Auch der Rechtschreibfehler ist natürlich Absicht!

      Das verstehen nicht alle?

      Ne, Ironie ist nicht für jeden. Ich habe schon Nachrichten bekommen wie „Krasses Foto, aber kauf dir mal nen Duden, Alter!“ oder „Hey, ist aber schon rassistisch, was du da schreibst.“ Meine Arbeit muss nicht jeder kapieren. Ich halte es da mit Michael Moore, dem auch vorgeworfen wird, dass seine Filme nicht jeder versteht. Er sagte: Es gib 30 Prozent Dumme und 70 Prozent Schlaue, und er macht lieber einen Film für die Mehrheit. Auch ich versuche mit meiner Arbeit die dünne Linie zwischen Aktivismus und Dialog zu erwischen. Dabei gibt es eben Kollateralschäden.“ Zitatende

      Und dann noch diese unsägliche „Aber Kanake ist doch eigentlich kein negatives Wort per se, weil…“. Oh Mann, ernsthaft jetzt? Müssen wir im Jahr 2015 wirklich noch darüber diskutieren, dass das Wort „Neger“ abgeleitet von „Negro“, blablabla, eigentlich gar nicht böse gemeint, sülzsülz… Wir wissen alle, dass diese Wörter längst von ihren Ursprungsbedeutungen abgekoppelt so gut wie ausschließlich von Rassisten verwendet werden und daher einfach nicht mehr gehen, und Punkt. Gesellschaftlicher Konsens seit Jahrzehnten. Diskussionsende.

      Außer natürlich, ein Fotograf gebraucht so ein Wort ironisch, um auf Rassismus in unserer Gesellschaft auf provokante Weise hinzuweisen. Nein, er selbst ist das Gegenteil von einem Rassisten. Daher die – ironische – Aktion. Und ja, genau darum ging es: Zu kritisieren, dass etwas Harmloses und Natürliches wie Brustwarzen bei Facebook nicht erlaubt ist und selbst ein eindeutig nicht pornographisches Foto sofort gelöscht wird, rassistische Aussagen jedoch nicht.

      Jetzt endlich verstanden?

      1. ooh! da kam wohl der schwarze humor nicht ganz so rüber, wie von mir erhofft. schade, aber kann man nichts mehr ändern.

  2. Oh mein Gott, Facebook.

    Feel guilty.
    Weil ich dank einer damals gültigen US-Uni-Emailadresse (die mit dem ‚D‘ im Namen) vor 100 Jahren zusammen mit – keine Ahnung – tausend anderen Nasen auf „thefacebook.com“ auf Brautschau war.

    Genau. Nix anderes lag an. Mädels checken.
    Naheliegend, clever irgendwie und natürlich auch peinlich. House face book hunting as ever.
    Wie zeitgleich Friendster oder das frühe MySpace, nur diesmal für Nerds.

    Fun fact: wir goofus‘ WOLLTEN in echt sofort/schnell/bald/irgendwann eine Vanity URL haben.
    Und ein Nowhere Man wie ich mit einem besonders generischen Namen, musste unter allen Umständen Ergänzungen wie ‚hugomaier57‘ vermeiden.
    Coolness-technisch.

    Hat – natürlich – geklappt.
    War aber für die Füße.
    Rückblick-technisch.

    Denn wer möchte 2015 noch mit seinem Klarnamen in diesem *setze einen besonders ekligen Begriff ein* zu finden sein?
    Schade.

    Schön, das Mark E. trotz all dem Overperformer-Stress doch seine High-School-Liebe heiraten konnte.
    Cool, wie er sein Dating Tool so nachhaltig an der Börse platzieren konnte.
    Kacke, dass er es schließlich dem *setze einen besonders ekligen Begriff ein* Mob überlassen hat.
    Urgs.

    I’m out. Und die Welt, also meine Welt, dreht sich weiter.

    PS: Ist echt gruslig, wie viele *setze einen besonders ekligen Begriff ein* Nz’s sich meinen leider besonders generischen Namen unter ihre vermutlich nicht sehr gepflegten Nägel gerissen haben.

    Vermisse „thefacebook.com“.
    Btw: #NippelstattHetze …

  3. #savethenipple to #freethenipple human rights are important but if you share our message you can help to fight against breast cancer, visit savethenipple.org to find out how to perform a breast self-examination

  4. Breast cancer awareness campaign censored by Facebook
    https://www.youtube.com/watch?v=TRtA1MD5skE
    A group of brave cancer survivors have accepted to be photographed showing their naked breasts to call to action more women to practice breast cancer prevention.
    Many of the pictures of our campaign #savethenipple to #freethenipple have been removed by Facebook that doesn’t care about women practicing breast cancer prevention.

    visit savethenipple.org

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