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GoPro: Absturz auf Allzeittiefs nach enttäuschender Quartalsbilanz

Nicholas Woodman startete mit der Action-Cam GoPro eine rasante Erfolgsgeschichte. Doch das neue Modell ist ein Flop, den die Börse gnadenlos abstraft
Nicholas Woodman startete mit der Action-Cam GoPro eine rasante Erfolgsgeschichte. Doch das neue Modell ist ein Flop, den die Börse gnadenlos abstraft

Der Schrecken will kein Ende nehmen für GoPro-Aktionäre: Nachdem der Actioncam-Hersteller in den vergangenen Monaten an der Börse bereits aus allen Wolken gefallen war, beschleunigt sich der Absturz nun nochmals mit der neuen Quartalsbilanz. In den vergangenen drei Monaten entwickelten sich die Geschäfte des einstigen Börsenstars weitaus schlechter als von der Wall Street erwartet. Und im Weihnachtsgeschäft ist keine Besserung in Sicht.

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Es war eine der größten Erfolgsstories des vergangenen Börsenjahres: Neuling GoPro, der im Sommer 2014 an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq debütierte, konnte seinen Wert in nur drei Monaten fast vervierfachen. Vom Ausgabekurs bei 24 Dollar zischte die GoPro-Aktie auf über 91 Dollar ab.

Der 2002 vom Vorzeige-Surfer Nicholas Woodman gegründete Hersteller von wasserdichten und stoßsicheren Videokameras war damit in der Spitze plötzlich mehr als 10 Milliarden Dollar wert. Im Kontext: Das waren seinerzeit alleine drei Milliarden Dollar mehr als Dax-Mitglied Lufthansa. Der Grund für die Anleger-Euphorie: Die Actioncams entfachten einen Hype, besonders die seinerzeit gerade veröffentlichte neue Generation Hero 4 elektrisierte.

Kurseinbruch um 70 Prozent binnen eines Jahres

Inzwischen jedoch haben die Gesetze der Schwerkraft dem Kult-Unternehmen an der Börse schwer zugesetzt: Die GoPro-Aktie ist 2015 hart abgestürzt und hat sich bereits mehr als halbiert. Nachbörslich hat der Ausverkauf nun nochmals an Dynamik gewonnen: Anteilsscheine von GoPro verlieren weitere 17 Prozent an Wert und sind bei nur noch 25 Dollar auf ein neues Allzeittief abgeschmiert.

Der Grund: Die nach Wall Street-Lesart enttäuschende Bilanz im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal. Dabei wächst das 13 Jahre alte Unternehmen weiter zweistellig: Die Umsätze legten zwischen Anfang Juli und Ende September um 43 Prozent auf 400 Millionen Dollar zu, die Gewinne um 29 Prozent auf 19 Millionen Dollar oder 25 je Aktie. Allein: Analysten hatten mit 29 Cent je Anteilsschein bei Umsätzen von 433 Millionen Dollar gerechnet.

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Verhaltender Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft

Noch deutlicher verfehlte GoPro die Wall Street-Erwartungen beim Ausblick auf das laufende Weihnachtsquartal. Statt der durchschnittlich erwarteten Erlöse von 688 Millionen Dollar stellte GoPro lediglich 500 bis 550 Millionen Dollar im laufenden Quartal in Aussicht. Der Gewinn je Aktie soll demnach nur 35 bis 45 Cent betragen – Analysten hatten jedoch mit 82 Cent gerechnet.

In der anschließenden Telefonkonferenz musste CEO Nicholas Woodman eingestehen, dass sich die Geschäfte „herausfordernder als erwartet“ entwickelten. GoPro hatte zuletzt ungewohnte Schwäche bei Produktneuheiten gezeigt: So verkauft sich die erst im Juli gelaunchte neue, kleine Actioncam Hero4 Session offenbar weitaus schlechter als erhofft. GoPro senkte den Preis von 399 auf 299 Dollar – nach nur drei Monaten.

Investmentbanken ließen den Highflyer des vergangenen Jahres zuletzt wie eine heiße Kartoffel fallen: Morgan Stanley strich das Kursziel vor wenigen Wochen von 62 auf 35 Dollar drastisch zusammen und beschleunigte damit den Ausverkauf. Nach dem jüngsten Absturz sieht selbst dieses Kursziel nun wieder ziemlich sportlich aus…

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