Europaweite Job-Studie behauptet: Kaum einer ist so gestresst wie die Deutschen

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Neun von zehn Beschäftigten in Europa leiden unter Stress. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweit durchgeführte Umfrage unter 11.000 Arbeitnehmern. Besonders gefährdet sind demnach die Deutschen.

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44 Prozent der Befragten gaben an, dass Stress in ihrer Rolle am Arbeitsplatz ein ständiger Faktor ist und sie sich „oft“ oder „sehr oft“ gestresst fühlen. Weitere 47 Prozent erklärten, dass sie gelegentlich unter Stress am Arbeitsplatz leiden. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue Forschungsstudie „The 2015 Workforce View in Europe“, die heute von ADP, Anbieter von Human Capital Management (HCM) Lösungen, auf dem HR Tech World Congress in Paris vorgestellt wurde. Für die Erhebung hat das Unternehmen aktuell mehr als 11.000 Berufstätige in acht verschiedenen Regionen Europas befragt, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien.

Beim Stressempfinden im Europa-Vergleich auf Platz zwei

Hinsichtlich des Stressniveaus zeigt die aktuelle Arbeitnehmerstudie europaweit große Unterschiede: So erleben Polen (54 Prozent der befragten Arbeitnehmer) am häufigsten Stress, während sich Beschäftigte in den Niederlanden (35 Prozent) am wenigsten gestresst fühlen. Deutschland (50 Prozent) liegt beim Stressempfinden auf Platz zwei.

Trotz eines hohen Stressniveaus geben Arbeitgeber ihren Belegschaften laut der aktuellen Erhebung offenbar kaum Hilfestellung an die Hand, um diese Belastung besser zu bewältigen: So hat ein Viertel der Beschäftigten das Gefühl, dass ihr Arbeitgeber sie nicht beim Umgang mit Stress unterstützt. Ein Fünftel (19 Prozent) ist sogar der Ansicht, dass sich ihr Arbeitgeber der hohen Stressbelastung nicht einmal bewusst ist. Schließlich gehen fünf Prozent der Arbeitnehmer sogar so weit, dass sie aufgrund übermäßiger Stressbelastung über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken.

Wunsch nach besserer Work-Life-Balance wächst

Zum Schutz vor Burnout und anderen Stresserkrankungen wünschen sich immer mehr Angestellte ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. Flexiblere Arbeitszeiten und keine Arbeitsplatzbindung gehören schon seit geraumer Zeit zu den Wünschen unter Arbeitnehmern. „Ein gewisses Maß an Stress gehört bei den meisten Berufen dazu und sorgt im besten Fall für ein dynamisches Arbeitsumfeld. Jedoch zählt übermäßiger und häufiger Stress zu den größten gesundheitlichen Risiken in der modernen Arbeitswelt und beeinträchtigt die Arbeitsmoral, Produktivität und Effizienz von Mitarbeitern. Unternehmen sollten deswegen auf das Befinden ihrer Mitarbeiter achten und dafür sorgen, dass diese sich wohl fühlen“, erklärt Professor Andreas Kiefer, Geschäftsführer von ADP in Deutschland.

Eine Studie der DAK kam überdies zu dem Schluss, dass immer mehr Arbeitnehmer „dopen“, um dem Stressempfinden entgegenzuwirken. Unter Führungskräften gilt übrigens das Smartphone als Stressfaktor Nummer eins.

 

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Alle Kommentare

  1. Wer auf den Titel „Europameister in unbezahlten Überstunden“ stolz ist und sich so verhält, dass der Titel nie verloren geht, sollte nicht jammern. Immer schön in der ARD „das Böse vor 8“ gucken und den DAX tätscheln, auch wenn er einem morgen wieder in den A*** tritt. Sie meinen, sie wären krank, sind aber lediglich das Volk der Irren und Idioten.

  2. Das empfinden von Stress ist eine höchst individuelle Wahrnehmung. Leistung kann nur erbracht werden, wenn das eigene Potenzial nicht durch negative Störungen geschwächt wird. Die Größe der Störungen (Abwehrverhalten, Interpretationen, Bewertungen…) von innen und außen beeinflusst damit auch das Stress-Empfinden. Mitarbeiter empfinden eine Veränderung nur dann als erfreulich, wenn sie sich nicht manipuliert oder beurteilt fühlen. Dazu ist es erforderlich, dass Entscheidungsträger, Manager und Führungskräfte Veränderungen so kommunizieren, dass Mitarbeiter sich mit dem gesagten wohl fühlen. Eine empathische Kommunikation stellt ein Bindeglied für Veränderung aber insbesondere auch zur Reduzierung von Stress dar. Empathisch kommuniziert lassen sich auch schwierige Veränderungen stressfrei gut meistern.

  3. Zu den Ursachen wird nichts geschrieben. Fehlende Strukturen für Prozesse und mangelde Kompetenz habe ich sehr oft als Hauptstressursache erlebt.
    Mangelnde Kompetenz ist ein sehr weitreichendes Probleme, wenn es der ausführende selber ist, kann er es auch am besten lösen. Ich habe es sehr oft erlebt dass es sehr schnell zu einer Kette von Problemen kommt wenn Entscheidungsträger die Ursache sind. Es werden Vorgaben für Prozesse gemacht die untauglich für ein gutes Ergebniss sind, eine Kultur per Feedback solche Probleme zu beheben gibt es nicht. Wenn Beratungsunternehmen solche Probleme (teuer) ermitteln wird manchmal etwas geändert. Wenn die Probleme bei Entscheidungsträgern liegen droht auch noch der Verlusst des Arbeitsplatzes wenn der ‚Vorgesetzte‘ sich ‚bedroht‘ sieht. Habe ich mehrfach erlebt.

  4. Wunsch nach besserer Work-Life-Balance – in Deutschland? Vielleicht sollten sich die Damen und Herren, die das angegeben haben, mal auf den Weg in die USA oder nach Frankreich oder nach England machen.

    So paradiesähnliche Zustände wie in Deutschland findet man dort nicht. Nix bezahlte Elternzeit. Nix bezahlte 30 Tage Urlaub. Nix bezahlter Bildungsurlaub. Nix strenges Arbeitzeitgesetz mit Zoll-Kontrollen. Einige Arbeitnehmer in Deutschland scheinen Arbeit mittlerweile mit Urlaub zu verwechseln – bei vollem Lohnausgleich versteht sich.

    1. Die Menge der soziale Vorteile hat nichts mit dem erlebten Stress zu tun. Was bringt mir 30 Urlaubstage pro Jahr wenn ich morgen Bauchschmerzen habe vor ich zu der Arbeit fahre, weil mein Chef sich wie ein Tyrann verhält…? oder/und weil das Betriebsklima katastrophal ist in einer Firma wo nur Misstrauen und Unterdrückung herrscht. Vom Letzteren gibt es aber jede Menge in Deutschland und zu wenig trauen sich diese furchtbare Regeln zu brechen. Konformismus und Angst um der eigenen Karriere lassen grüssen

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