Ausblick Apple-Quartalszahlen: Worauf die Wall Street heute schaut

Uneingelöstes Versprechen: Apple CEO Tim Cook und die Apple Watch
Uneingelöstes Versprechen: Apple CEO Tim Cook und die Apple Watch

Es ist wieder so weit: Die wichtigste Quartalsbilanz der Berichtssaison steht an – Apple, der König der Börse, muss Farbe bekennen. Die Vorzeichen für ein deutliches Übertrumpfen der Vorjahreswerte stehen günstig. Doch die Wall Street interessiert nur das Weihnachtsquartal, das Analysten längst sorgenvoll beäugen. Zum Joker werden könnte die Apple Watch.

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Einmal noch kann Tim Cook mit voller Inbrunst zum Jubel ansetzen: Wenn Apple heute Abend sein letztes Zahlenwerk für das abgelaufene Fiskaljahr präsentiert, dürften die Superlative wieder einmal nur so sprudeln. „Wir hatten ein erstaunliches Quartal /  Die Verkäufe sind phänomenal gewesen / übertreffen sämtliche früheren Verkaufsergebnisse /  Das Feedback der Kunden ist unfassbar / Die Begeisterung für das neue iPhone 6s ist unglaublich gewesen /  Wir können es nicht erwarten, es an alle Kunden zu Weihnachten auszuliefern…“ So oder so ähnlich dürften die vorformulierten Jubelmeldungen am späteren Abend über die Pressverteilter laufen.

Keine Frage: Apple wird neue Rekorde verkünden. Noch einmal kann Tim Cook demonstrieren, wie gut das iPhone 6 und iPhone 6 Plus dem Kultkonzern aus Cupertino getan hat: Die Latte liegt dank des Vergleichs zum Vorjahreszeitraum, als Apple zwischen Anfang Juli und Mitte September 2014 noch das iPhone 5s als Top-Modell verkaufte, dankbar niedrig.

Noch einmal zweistellige Gewinne dank iPhone 6-Boom

39,3 Millionen iPhones wurden seinerzeit verkauft – zumindest 48 Millionen erwartet die Wall Street zwölf Monate später. Das würde einem ansehnlichen Plus von 21 Prozent entsprechen. Der Gewinn je Aktie dürfte bei erwarteten 1,88 Dollar je Anteilsschein, die knapp 11 Milliarden Dollar entsprechen, ähnlich dynamisch zulegen. Die Umsätze werden bei zumindest 51 Milliarden Dollar erwartet – nach 42 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Noch einmal ist alles wie immer in Cupertino. Doch die Wall Street wird sich kaum länger als ein paar Minuten mit der Bilanz aufhalten, die ein Fiskaljahr beendet, das als das bislang beste in Apples ruhmreiche 39-jährige Unternehmenshistorie eingehen wird.

Abschiedszahlen: Von hier an Kampf gegen den Abstieg?

Es könnten nämlich Abschiedszahlen auf dem Olymp sein, wenn man den den jüngsten Analystenschätzungen trauen darf, die in Form von Andy Hargreaves und vor allem Ming-Chi Kuo bereits die Zeitenwende mit sinkenden iPhone-Absätzen heraufbeschwören.

Auf Apples Ausblick auf die laufenden Geschäfte wird es also ungleich mehr ankommen als auf die fein nach Sparten aufgegliederte Konzernbilanz des September-Quartals, in dem das iPad weiter geschrumpft und die Macintosh-Sparte nur noch knapp gewachsen sein dürfte und Tim Cook wohl weiter eisern über die Apple Watch-Verkäufe schweigen wird.

Weihnachtsquartal: Die Wall Street akzeptiert keinen Schrumpfkurs

Zumindest die Möglichkeit der Fortsetzung des Wachstums will die Wall Street sehen, die mit Umsätzen von 74 bis 77 Milliarden Dollar rechnet – im vergangenen Jahr konnte der iKonzern im Weihnachtsquartal bekanntermaßen 74,6 Milliarden Dollar erlösen.

Sollte Tim Cook nun einen Ausblick unter dieser Marke in Aussicht stellen, dürfte es ein ziemlich ungemütlicher Herbst an der Wall Street werden. Umsätze unter 75 Milliarden Dollar würden nämlich einen doch deutlicheren iPhone-Einbruch signalisieren, zumal Apple als zusätzliche Umsatztreiber in diesem Jahr auf die Apple Watch und in kleinerem Rahmen auf das neue Apple TV und sogar Apple Music zählen kann.

Joker Apple Watch?

Allein die Smartwatch aus Cupertino dürfte als naheliegender Geschenkartikel im Weihnachtsquartal bei geschätzten vier bis fünf Millionen verkauften Exemplaren für 2,5 bis 3 Milliarden Dollar Umsatz gut sein.

In anderen Worten: Wenn Tim Cook sich den Luxus erlaubt, nur einen Umsatz auf Vorjahresniveau in Aussicht zu stellen, käme das dem Eingeständnis gleich, dass die iPhone-Verkäufe erstmals in 34 Quartalen bzw. 8,5 Jahren schwächer ausfallen könnten als im Dreimonatszeitraum im Vorjahr. Entsprechend ist heute Abend wieder für Hochspannung gesorgt – wegen der früheren Winterzeit in Europa übrigens bereits ab 21.30 Uhr. Wir berichten.

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