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Der Spiegel legt nach: Ex-DFB-Präsident Zwanziger bestätigt schwarze Kasse

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger: viele Vorwürfe, aber (noch) kein Beweis
Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger: viele Vorwürfe, aber (noch) kein Beweis

Schon lange wartete Medien-Deutschland nicht mehr so gespannt auf den nächsten Spiegel. Die Frage, die alle beschäftigt: Kann das Nachrichtenmagazin in der Debatte um das „zerstörte Sommermärchen“ nachlegen? Offenbar können die Hamburger. In einer ersten Vorabmeldung bestätigt der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger die Existenz der schwarzen Kasse.

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Kern der Vorabberichterstattung des Nachrichtenmagazins sind zwei Zitate, die Zwanziger den Spiegel-Reportern in den Block diktiert haben soll:  „Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab“. Zudem sei “ ebenso klar, dass der heutige DFB-Präsident davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach.“

Vor allem der letzte Satz kommt nicht gänzlich überraschend. Zwanziger reibt sich schon länger an seinem Nachfolger Niersbach.

300Der Spiegel vom vergangenen Wochenende brachte den Fall ins Rollen

Der Spiegel-Bericht enthält allerdings noch mehr brisante Aussagen in Bezug auf die 6,7-Millionen-Euro-Zahlung, die der DFB an die Fifa überwies. Zwanziger behauptet, dass Robert Louis-Dreyfus das Geld verliehen habe und dass Franz Beckenbauer einen Schuldschein „auf sich persönlich ausgestellt“ habe. Besonders wichtig: Das habe Beckenbauer im Rahmen seiner Tätigkeit für die WM-Bewerbung getan.

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Am gestrigen Donnerstag hatte Niersbach in einer Pressekonferenz noch beteuert, dass die Überweisung bzw. das Darlehen in keinen Zusammenhang zu der Bewerbung gestanden hätten.

Dem nicht genug, behauptet der ehemalige DFB-Präsident nun, dass der Vizepräsident des deutschen WM-Organisationskomitees, Horst R. Schmidt, ihm via Telefon gesagt habe, dass die 6,7 Millionen an Namen Mohamed Bin Hammam, damals noch Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, geflossen seien. Von dem besagten Telefonat mit Schmidt will Zwanziger ein Gedächtnisprotokoll angefertigt haben.

Interessant wird es sein, zu beobachten, wie die amtierende DFB-Spitze auf die neuen Vorwürfe reagiert. Am Donnerstag erst hatte der Medienanwalt Christian Schertz im Auftrag des Deutschen Fußball Bundes (DFB) insgesamt vier Gegendarstellungsbegehren an den Spiegel geschickt. Diese beziehen sich auf den angeblichen Kauf von Stimmen bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006. Der Spiegel hält die Gegendarstellungsbegehren des DFB für unbegründet und will sie zurückweisen.

Unklar ist zur Stunde noch, ob der Spiegel noch mehr Material in seiner kommenden Ausgabe präsentiert. Ab 18 Uhr ist der neue Titel digital verfügbar.

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Alle Kommentare

  1. Die Formulierung „den Spiegel-Reportern in den Block diktiert“ ist wirklich sehr dämlich. Wer sich was in den Block diktieren lässt, sollte vielleicht den Beruf wechseln. Es sind Zitate. Die hat er GESAGT.

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