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Emotion-Chefin Katarzyna Mol-Wolf: „Wir heißen nicht Petra, Brigitte oder Barbara“

Emotion-Chefin Katarzyna Mol-Wolf
Emotion-Chefin Katarzyna Mol-Wolf

"Wer willst du sein?" Um ihre Leserinnen bei der Beantwortung dieser Frage zu unterstützen, hat Emotion-Chefin Katarzyna Mol-Wolf eine gleichnamige Crossmedia-Kampagne ins Leben gerufen. "Wir sehen uns als Coach der Frauen", erzählt Mol-Wolf im MEEDIA-Interview. Gleichzeitig soll sich Emotion mit der Aktion deutlich von anderen Frauenmagazinen wie Brigitte oder Barbara abgrenzen.

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Frau Mol-Wolf, haben Sie sich selber auch einen Brief geschrieben?
Ja, das habe ich. Und das Verrückte war: Eine Woche, nachdem wir uns entschieden hatten, die Kampagne #werwillstdusein umzusetzen, haben mein Mann und ich Zuhause eine alte Kommode ausgeräumt. Auf einmal hielt er einen Brief hoch und sagte: „Schau mal, das ist ganz komisch. Hier ist ein Brief an deine alte Adresse in München, den du noch gar nicht aufgemacht hast.“ Das war ein Brief an mich selber, den ich 2007 im Rahmen eines Emotion-Seminars geschrieben und aus irgendwelchen Gründen nicht geöffnet habe. Ich habe ihn dann auch noch sechs Wochen mit mir herum getragen und ihn erst geöffnet, als ich das Editorial für die Emotion-Ausgabe geschrieben habe, in der die Aktion vorgestellt wurde.

Was ist Ihre Motivation hinter #werwillstdusein?
Ich bin überzeugt davon, dass es für Frauen wichtig ist, sich genau diese Fragen in ihrem Leben immer wieder zu stellen und ganz persönlich für sich zu beantworten: Wer will ich sein? Was sind meine Ziele und Träume? Denn es geht im Leben eben genau nicht darum, wer man meint, sein zu müssen – also nicht um die Erfüllung normierter Rollenbilder – sondern darum, wer man wirklich sein möchte. Emotion sieht sich dabei als Freundin der Leserinnen und als ihr Coach, sie ihren Wünschen näher zu bringen. Die Aktion passt aber auch deshalb so gut zu Emotion, weil wir unsere Leserin gerade nicht in eine Schablone pressen möchten. Wir heißen ja auch nicht Petra, Brigitte oder Barbara. Sondern Emotion. Wir suggerieren unserer Leserin daher auch nicht, sei wie … , sondern stellen sie in den Mittelpunkt. Es geht uns allein darum, wie unsere Leserin sein möchte. Die Aktion unterstreicht so perfekt die Mission von Emotion.

Die Aktion ist crossmedial. Wie spielen die verschiedenen Kanäle, sowohl in Print als auch Online, zusammen? Und welchen Effekt erhoffen Sie sich dadurch für das Magazin?
Unser publizistisches Ziel ist es, die Bindung zu unseren Leserinnen zu erhöhen und darüber hinaus möglichst viele Frauen in Deutschland zum Mitmachen zu motivieren. Und damit natürlich auch als Leserin unseres Magazins zu gewinnen. Unser Heft ist sowieso schon sehr interaktiv, worauf wir stolz sind. Wir bekommen zum Beispiel schon immer viele Leserbriefe – auf allen Kanälen. Diese Kommunikation mit unseren Leserinnen wollten wir noch verstärken und ausbauen. Wir haben bislang über 500 Briefe bekommen, die meisten natürlich digital, 25 kamen jedoch auch per Post. Die Aktion haben wir mit der gedruckten Ausgabe 9 dieses Jahres gestartet. Sie findet hauptsächlich online auf unserer Microsite werwillstdusein.emotion.de statt. Dort können die Leserinnen ihre Briefe hochladen und veröffentlichen, um so wiederum neue Teilnehmerinnen zu motivieren – auch einen Brief an sich selbst zu schreiben. Die meisten sind mit einer namentlichen Veröffentlichung einverstanden, nur 122 wollten bisher lieber anonym bleiben. Einige Briefe drucken wir in den Print-Ausgaben ab, denn die Begleitung der Aktion in Print ist uns wichtig. Darüber hinaus wird aus allen ausgedruckten Briefen eine Installation gebaut: Eine Berliner Künstlerin hängt die „ausgedruckten“ Wünsche auf kleinen Bügeln spiralförmig auf; daneben wird ein Buch liegen, in dem sich die Besucher alle Briefe noch einmal anschauen können. Die Aktion zeigt, wie sich die Kanäle Print und Digital perfekt ergänzen können. Darüber hinaus wird es auch Happenings in Zusammenhang mit der Kunstinstallation geben. Die Vernissage findet am 3.12.15 in der GersonHöger Galerie am Burchardplatz 5 in Hamburg statt. Im neuen Jahr geht die Installation „Wer willst du sein?“ weiter auf Tour nach Düsseldorf, München und Berlin.

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Wie schicken Sie die Briefe zurück, digital oder gedruckt?
Gedruckt. Wir geben uns viel Mühe und layouten die Briefe und schicken sie per Post zurück. Mit einem Anschreiben mit motivierenden Sätzen und Tipps zur Umsetzung der Wünsche als Impuls. Wir verstehen das auch als Liebeserklärung an den Brief.

Wie alt sind die Teilnehmerinnen?
Es machen viele jüngere Frauen mit, viele stehen am Anfang ihrer Karriere. Ich finde es auch spannend zu sehen, wer uns mittlerweile liest. Wir wollten mit unserem Emotion-Relaunch Anfang des Jahres etwas jünger werden und das hat offenbar geklappt. Mehr als doppelt so viele Teilnehmerinnen haben offenbar kein Problem damit, ihre Briefe öffentlich zu machen. Wie erklären Sie sich das? Ich finde das auch erstaunlich. Ich habe tatsächlich oft von den Frauen gehört: Wenn ich schon so einen Brief schreibe, dann will ich damit auch andere motivieren und inspirieren, sich auch zu trauen einen zu schreiben. Die Offenheit macht Mut. So können wir wirklich etwas bewegen.

Hat es auch etwas damit zu tun, dass wir uns schon so daran gewöhnt haben, Gefühle und Gedanken öffentlich im Netz zu teilen?
Ja, das hat sich tatsächlich sehr verändert. Das ist eine interessante Bewegung: Wir öffnen uns zwar immer mehr, und zwar online auch für tausende von Menschen, haben aber dadurch ja nicht automatisch bessere und authentischere Beziehungen. Man hat immer weniger Zeit für seine Freundinnen, da fällt es anscheinend einigen manchmal leichter, seine Gedanken in einem Blog oder bei Facebook öffentlich zu machen, als in echten Gesprächen. Das ist schade. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass Frauen Vorbilder brauchen: andere Frauen, die sich trauen, etwas zu tun und das öffentlich zu teilen. So wie es bei unserer Aktion passiert. Genau das unterstützt auch meine Mission mit Emotion: Frauen die Botschaft mitzugeben, dass sie ihr Leben selber in der Hand haben.

Wie wollen Sie die #werwillstdusein noch ausweiten?
Wir haben noch viel vor. Ursprünglich wollten wir die Aktion am 4. November abschließen. Aber wir haben uns dagegen entschieden und machen weiter, weil wir glauben, dass wir damit in Deutschland viel bewegen können. Wir fangen jetzt an, die Kampagne in verschiedenen Berufsbranchen auszuweiten, so wie zum Beispiel mit der FVW, dem Fachblatt für die Touristik, damit fördern wir gemeinsam auch Frauen in der Tourismusbranche. Bald geht es mit weiteren Partnern in andere Branchen, um möglichst viele Frauen mit unserer Aktion zu erreichen, von der Authentizität von Emotion zu überzeugen und als neue Leserinnen zu gewinnen.

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