Drastische Sparmaßnahmen: Tagesspiegel verbannt alle freien Autoren

Für die Tagesspiegel-Chefredakteure Lorenz Maroldt und Stephan-Andreas Casdorff arbeiten ab sofort keine freien Autoren mehr
Für die Tagesspiegel-Chefredakteure Lorenz Maroldt und Stephan-Andreas Casdorff arbeiten ab sofort keine freien Autoren mehr

Publishing Ein harter Schlag für alle freien Tagesspiegel-Autoren: Sie wurden mit sofortiger Wirkung von ihrer Arbeit frei gestellt. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, dürfen sie nur noch in von der Chefredaktion genehmigten Ausnahmefällen für die Berliner Tageszeitung schreiben. Alfons Frese, Vorsitzender des "Tagesspiegel"-Betriebsrats, hält dies für "keine intelligente Sparpolitik".

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„Ein kleiner sechsstelliger Betrag“ solle in der Tagesspiegel-Redaktion eingespart werden, erklärt Frese gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Dafür seien alle freien Autoren bereits am vergangenen Wochenende von ihrer Arbeit entbunden worden. Frese kritisiert: „Ich halte es für keine intelligente Sparpolitik, sämtliche freien Mitarbeiter mit einem Schlag aus dem Blatt zu verbannen.“ Er geht jedoch davon aus, dass diese radikale Maßnahme nur vorübergehend sein wird, da man auf Dauer so „keine anständige Zeitung“ machen könne. Deshalb rechnet er damit, dass die freien Autoren bereits ab 2016 wieder regelmäßig für den Tagesspiegel arbeiten werden.

Grund für die Sparmaßnahmen soll ein Anzeigeneinbruch sein. Der Tagesspiegel selber spricht laut Hamburger Abendblatt von einer Umschichtung hausinterner Ressourcen. Ein Pressesprecher erklärte: „Diese Umschichtungen beziehen sich auch auf die Ausgaben für freie Mitarbeiter. Zu den Wachstumsfeldern zählen die Themen Politik, Hauptstadt und Digitalisierung. Im Anzeigenmarkt stellen wir eine differenzierte Entwicklung fest. Während die traditionellen Anzeigenauftraggeber – etwa der Handel – auch beim ‚Tagesspiegel‘ rückläufig sind, werden im Bereich der Anzeigen, die den ‚Tagesspiegel‘ als Leitmedium belegen (Marken und Institutionen), Zuwächse verzeichnet.“

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Alle Kommentare

  1. Glückwunsch, all Ihr Kommentatoren. Unterstes Facebook-Niveau noch unterboten. Und das ist wirklich nicht so einfach…..

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