Anzeige

Amazon auf Allzeithochs: Die Entdeckung der Profitabilität

Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse
Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse

Positive Überraschung bei Amazon: Der weltgrößte Online-Einzelhändler konnte nach Handelsschluss an der Wall Street für das abgelaufene September-Quartal einen Nettogewinn von 79 Millionen Dollar ausweisen – Analysten hatten zuvor mit einem deutlichen Verlust gerechnet. Auch die Umsätze entwickelten sich mit einem Plus von 23 Prozent besser als erwartet. Weil auch der Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft über den Wall Street-Schätzungen liegt, kann die Aktie nachbörslich noch mal um 10 Prozent zulegen.

Anzeige
Anzeige

Über fast zwei Jahrzehnte hat der frühere Informatiker Jeff Bezos, der sich seine ersten Sporen im computerwissenschaftlichen Bereich bei Bankers Trust und einem Hedgefonds verdiente, der Wall Street das Mantra von der großen Wette auf die Zukunft eingeimpft: Gewinne? Vollkommen oberflächlich. Alles, was zählt, ist ein anhaltend hohes  Umsatzwachstum, um das Einzelhandels-Imperium von Quartal zu Quartal auszuweiten.

Plötzlich geht beides: Schneller bei den Erlösen wachsen als erwartet – und nebenbei sogar ein bisschen Geld verdienen. So geschehen nun schon zum zweiten Mal in Folge: Zwischen Anfang Juli und Ende September konnte der Internetpionier stolze 25,4 Milliarden Dollar umsetzen. Das entsprach einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem noch 20,6 Milliarden Dollar erlöst worden waren.

Cloud-Sparte bleibt der Treiber

Die Wall Street-Schätzungen, die lediglich bei 24,9 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit deutlich übertroffen. Noch größer fiel die Überraschung beim Konzernergebnis aus: Statt des erwarteten Verlusts in Höhe von 13 Cent je Aktie verdiente Amazon tatsächlich 17 Cent je Anteilsschein. Das entsprach einem Nettogewinn von 79 Millionen Dollar.

Anzeige

Zum erneuten Treiber der Geschäftsdynamik avancierte die Cloud Computing-Unit AWS (Amazon Web Services), deren Erlöse von 1,17 auf 2,09 Milliarden Dollar förmlich explodierten. Jeff Bezos hatte unlängst erklärt, dass das Cloud-Geschäft das Potenzial besitze, eines Tages größer als das heutige klassische Handelsgeschäft zu werden.

Jetzt zweitwertvollster Internetkonzern: Amazon zieht an Facebook vorbei

Beflügelt durch den Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft, das mit geschätzten Umsätzen in Höhe von 33,6 bis 36,75 Milliarden Dollar im Rahmen der Erwartungen liegt, setzte die dieses Jahr bereits heiß gelaufene Aktie von Amazon nachbörslich zu einem Kurssprung von 11 Prozent an.

Bei  625 Dollar notiert der Web-Pionier so hoch wie nie und ist knapp 290 Milliarden Dollar wert. Lohn der Kursexplosion: nach zwei Jahren ist Amazon damit wieder an Facebook vorbeigezogen und nun erneut der zweitwertvollste Internetkonzern der Welt – zumindest nach Handelschluss. Spätestens nächste Woche kann sich die Reihenfolge unter den Internetgiganten wieder ändern, wenn das weltgrößte soziale Netzwerk sein Zahlenwerk vorlegt…

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*