Die ungarische Kamerafrau, die Flüchtlinge trat, will Facebook verklagen

facebook_flüchtling.jpg

Die Bilder sind bis heute präsent: Eine Kamerafrau des ungarischen Fernsehens stellt einem Flüchtling mit Kind auf dem Arm ein Bein – Kinder hatte sie zuvor getreten. Was folgte, war nicht nur ein Aufschrei in den sozialen Netzwerken, sondern auch umgehend ihre Kündigung. Nun tritt die Kamerafrau nochmals verbal nach: Gegen Facebook erhebt sie schwere Vorwürfe, weil das soziale Netzwerk Hassseiten nicht entfernt habe.

Anzeige

Es ist eine Szene, die zum Symbol für die hässliche Seite der Flüchtlingskrise wurde: Petra László, eine Kamerafrau des ungarischen TV-Sender N1TV, stellt einem syrischen Flüchtling mit Kind auf dem Arm in Rösze nah an der ungarisch-serbischen Grenze mit voller Absicht ein Bein. Er und sein Kind fallen, die Frau hält ihre Kamera drauf.

Was folgt, ist absehbar: Weltweite Entrüstung in den sozialen Netzwerken und die Kündigung ihres Arbeitgebers wegen „inakzeptablem Verhalten“. In einem offenen Brief an die ungarische Zeitung Magyar Nemzet meldete sich die Kamerafrau wenig später zu Wort. Sie sei in Panik geraten und übernehme die Verantwortung für das, was geschehen ist, schreibt sie. „Ich bedaure aufrichtig, was passiert ist.“

Klage gegen Facebook angestrebt

Sechs Wochen ist das her: Lászlós Leben hat sich unterdessen um 180 Grad gedreht – der Job ist weg, die Staatsanwaltschaft in Szeged ermittelt, in die sozialen Medien herrscht bis heute Empörung. Wie die 40-Jährige nun der russischen Zeitung Istwestija in einem Interview erklärte, will sie Facebook nach Beendigung ihres eigenen Verfahrens verklagen.

László wirft dem weltgrößten sozialen Netzwerk vor, nicht gegen Hassseiten vorzugehen, auf denen gegen sie Drohungen ausgesprochen würden. Stattdessen habe Facebook nur Seiten gelöscht, die sich mit der ungarischen Kamerafrau solidarisierten. Es existieren bis heute zahlreiche Facebook-Seiten in ihrem Namen, deren Authentizität unklar ist.

Doch nicht nur gegen Facebook erhebt László schwere Vorwürfe, sondern sogar gegen ihr Tretopfer. Auch den syrischen Flüchtling wolle sie verklagen, weil er seine Aussage geändert habe und zuerst die Polizei beschuldigt habe, berichtet Mashable. Ihre Zukunft sieht László unterdessen in Russland. Er sei ihr wichtig, Ungarn zu verlassen, erklärte László der  Istwestija.

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Sie soll mal bei der BILD anrufen. Da sind solche „Journalisten“ willkommen!
    Ironie off.
    Mal im ernst, diese Person hat es verdient geächtet zu werden. Ich frag mich nur, was sie in Russland will? Oder ist das jetzt wieder ne Taktik der Presse um Russland einen rein zu würgen? Das wäre dann auch nicht feiner als die Tat der Frau. Aber Hetze ist ja nicht gleich Hetze in den deutschen Medien.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige