IVW-Blitz-Analyse: Auflagen-Verluste der Magazine dramatischer denn je, nur sieben Gewinner in der Top 50

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Die Mehrheit der deutschen Publikumszeitschriften leidet weiter unter rückläufigen Verkaufszahlen. Wie die neuesten Quartals-Auflagen der IVW zeigen, büßten 369 Titel, bei denen Vergleichszahlen vorliegen Abos und Kiosk-Käufer ein, nur 137 verbesserten sich. In der Top 50 gibt es gar nur sieben Aufsteiger, in der Top 25 zwei.

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Die IVW-Gewinner unter den 50 größten Publikumszeitschriften sind schnell genannt: die Kombi nur TV plus aus den Billig-Programmies nur TV und TV Sudoku, Meine Familie & ich, TV für mich, Land Idee, auto motor und sport, Woche heute und Freizeit Monat. Nur diese sieben Titel verbesserten sich in den beiden wichtigsten Auflagenkategorien Abos und Einzelverkauf gegenüber dem Vorjahresquartal III/2014. Sieben Gewinner in der Top 50 – eine recht erschütternde Bilanz.

Die Situation wird noch unschöner, wenn man sich die Minuszeichen der Verlierer anschaut. So haben in der Top 25 allein 16 Magazine über 5% ihrer Abonnenten und Kiosk-Käufer verloren. Beispiele: Für TV Movie ging es um 7,3% nach unten, für den Spiegel um 5,5%, für den stern sogar um 8,6%. Selbst die erfolgsverwöhnte Landlust entwickelte sich in den beiden wichtigen Auflagenkategorien um 4,3% nach unten – auch wenn sie mit 968.251 Exemplaren auf Platz 6 ein Gigant bleibt.

Top 50 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften (Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 TV 14 2.293.145 -52.062 -2,2
2 TV Digital 1.557.232 -65.052 -4,0
3 TV Direkt 1.089.120 -13.513 -1,2
4 TV Movie 1.078.045 -84.757 -7,3
5 Hörzu 983.064 -62.892 -6,0
6 Landlust – Die schönsten Seiten des Landlebens 968.251 -43.551 -4,3
7 Auf einen Blick 866.028 -61.706 -6,7
8 TV Spielfilm 843.882 -49.892 -5,6
9 Bild der Frau 742.940 -28.852 -3,7
10 nur TV plus (nur TV + TV Sudoku) 705.755 8.579 1,2
11 Freizeit Revue 671.569 -35.979 -5,1
12 Der Spiegel 635.297 -36.656 -5,5
13 TV Hören und Sehen 613.040 -35.626 -5,5
14 Neue Post 568.776 -31.488 -5,2
15 TV pur 515.411 -42.664 -7,6
16 Freizeitwoche 440.283 -26.346 -5,6
17 Funk Uhr 425.804 -28.648 -6,3
18 Stern 412.737 -38.816 -8,6
19 Das Neue Blatt 407.469 -17.251 -4,1
20 Tina 381.896 -35.303 -8,5
21 Auto Bild 375.746 -22.383 -5,6
22 Freizeit Spass 362.865 -22.412 -5,8
23 Fernsehwoche 361.782 -22.524 -5,9
24 Meine Familie & ich 348.965 13.780 4,1
25 Die Aktuelle 343.484 -1.178 -0,3
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 geht es weiter mit Hibos-Botschaften: Die Bunte verlor 8,4%, Brigitte 7,1%, Glamour 9,1%, die Computer Bild 9,3%, InStyle sogar 10,7% und inTouch 13,5%. Auch hier büßten 14 Titel mehr als 5% ihrer Abos und Einzelverkäufe ein. Der Focus kam da mit einem Minus von 3,0% noch relativ glimpflich davon, die wenigen Gewinner haben wier oben genannt.

Top 50 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften (Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
26 Bunte 338.937 -30.889 -8,4
27 TV für mich 325.226 17.360 5,6
28 Brigitte 294.306 -22.370 -7,1
29 Glamour 281.063 -28.061 -9,1
30 Land Idee 279.280 37.550 15,5
31 Mein schöner Garten 278.191 -17.639 -6,0
32 mein schönes Land 276.390 -9.648 -3,4
33 Computer Bild 272.835 -27.987 -9,3
34 Laviva 265.696 -18.969 -6,7
35 InStyle 261.403 -31.210 -10,7
36 Sport Bild 261.257 -12.273 -4,5
37 c’t magazin für computertechnik 259.236 -9.647 -3,6
38 Focus 258.485 -8.058 -3,0
39 auto motor und sport 251.343 12.386 5,2
40 TV Today 244.000 -18.320 -7,0
41 Neue Woche 242.222 -23.023 -8,7
42 Neue Freizeit 241.643 -19.225 -7,4
43 Superillu 241.355 -21.488 -8,2
44 Gong 223.139 -13.217 -5,6
45 inTouch 219.518 -34.137 -13,5
46 Reader’s Digest Das Beste 216.720 -18.599 -7,9
47 Woche heute 216.170 795 0,4
48 Freizeit Monat 207.721 45.278 27,9
49 welt der wunder 207.454 -2.834 -1,3
50 Joy 206.590 -2.583 -1,2
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Erweitert man die Betrachtungen von der Top 50 auf die Grundgesamtheit, so wird das Feld der 137 Gewinner wieder einmal ausschließlich von Titeln, die vornehmlich von Frauen und Kindern gelesen werden, angeführt. An der Spitze finden sich mit einem Plus von 53.124 bzw. 45.278 die Billig-Titel Freizeit Blitz und Freizeit Monat, auch Freizeit Total findet sich in der Top Ten. Ebenfalls dabei: Bravo Girl und Bravo. Bauer ist es also gelungen, durch die Umstellung der Erscheinungsweise der beiden Titel den Auflagenrückgang nicht nur zu stoppen, sondern wieder Käufer hinzu zu gewinnen. Die Bravo verbesserte sich um erstaunliche 25,6%, Bravo Girl sogar um heftige 49,8%. Angesagt bei den Kindern: Bibi Blocksberg und Lego Chima.

Die Top 10 IVW-Gewinner im 3. Quartal 2015 (Nur Kiosk-Titel / Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 Freizeit Blitz 169.054 53.124 45,8
2 Freizeit Monat 207.721 45.278 27,9
3 Land Idee 279.280 37.550 15,5
4 Bravo Girl 110.807 36.823 49,8
5 Bravo 162.570 33.102 25,6
6 Freizeit Total 112.312 30.092 36,6
7 Bibi Blocksberg 58.757 23.135 64,9
8 Lego Chima 91.587 22.470 32,5
9 Kochen & Geniessen 191.858 21.898 12,9
10 Lust auf Genuss 147.755 21.693 17,2
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Ähnlich sieht es bei den größten Neulingen aus. Auch hier finden sich ausnahmslos frauen- und kinder-affine Magazine. Direkt über die 100.000er-Marke gesprungen sind dabei Lego Ninjago, das Heft zur angesagten Lego-Marke für Jungs, sowie Einfach hausgemacht aus dem Münsteraner Landwirtschaftsverlag, der auch die Landlust produziert.

Die Top 10 IVW-Einsteiger im 3. Quartal 2015 (Nur Kiosk-Titel / Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 Lego Ninjago 130.012 neu
2 Einfach hausgemacht 120.205 neu
3 inTouch Style 90.106 neu
4 Disney Violetta 65.233 neu
5 Disney Die Eiskönigin 63.137 neu
6 Star Wars – Rebels 57.659 neu
7 mein schönes Landhaus 50.126 neu
8 Sweet Dreams 44.593 neu
9 Harper’s Bazaar 43.949 neu
10 Good Health 42.219 neu
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Die größten Auflagenverlierer kommen vornehmlich aus dem Programmiemarkt: TV Movie, TV piccolino plus+, TV Digital, Hörzu und Auf einen Blick belegen die ersten fünf Ränge des Absteiger-Rankings. Heftig sind auch die Einbußen von Jolie (23,5%) und In (35,3%).

Die Top 10 IVW-Verlierer im 3. Quartal 2015 (Nur Kiosk-Titel / Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 TV Movie 1.078.045 -84.757 -7,3
2 TV piccolino plus + (TV piccolino+TV Genie+My TV) 198.354 -69.024 -25,8
3 TV Digital 1.557.232 -65.052 -4,0
4 Hörzu 983.064 -62.892 -6,0
5 Auf einen Blick 866.028 -61.706 -6,7
6 Jolie 169.574 -52.118 -23,5
7 TV 14 2.293.145 -52.062 -2,2
8 In – Das Premium Weekly 94.073 -51.417 -35,3
9 TV Spielfilm 843.882 -49.892 -5,6
10 Landlust – Die schönsten Seiten des Landlebens 968.251 -43.551 -4,3
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Der Blick auf den Gesamtverkauf inklusive Lesezirkeln, Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen macht aus den sieben Aufsteigern in der Top 50 sogar sechs. Einzig TV Direkt, nur TV plus, Meine Familie & ich, auto motor und sport, TV für mich und die Land Idee liegen über dem Vorjahr. Ansonsten sehen die Minuszeichen ähnlich dick aus wie in der Wertung der Abos und Einzelverkäufe.

Die Top 50 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften
verkaufte Auflage 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 TV 14 2.293.872 -52.728 -2,2
2 TV Digital 1.657.832 -70.097 -4,1
3 TV Direkt 1.122.747 7.458 0,7
4 TV Movie 1.082.190 -90.288 -7,7
5 Hörzu 1.066.643 -71.288 -6,3
6 Landlust – Die schönsten Seiten des Landlebens 1.000.035 -27.666 -2,7
7 Auf einen Blick 867.297 -61.872 -6,7
8 TV Spielfilm 855.590 -54.164 -6,0
9 Bild der Frau 835.249 -34.173 -3,9
10 Der Spiegel 830.349 -47.911 -5,5
11 Freizeit Revue 764.617 -38.377 -4,8
12 Stern 734.859 -40.714 -5,2
13 nur TV plus (nur TV + TV Sudoku) 706.092 8.372 1,2
14 TV Hören und Sehen 623.559 -35.701 -5,4
15 Neue Post 609.990 -40.514 -6,2
16 Brigitte 526.903 -18.326 -3,4
17 Bunte 524.297 -35.646 -6,4
18 TV pur 515.763 -42.656 -7,6
19 Focus 500.480 -13.227 -2,6
20 Auto Bild 445.680 -30.201 -6,3
21 Freizeitwoche 440.597 -26.326 -5,6
22 Das Neue Blatt 429.053 -17.981 -4,0
23 Funk Uhr 427.759 -28.808 -6,3
24 Tina 423.619 -18.655 -4,2
25 InStyle 399.786 -25.025 -5,9
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 fallen vor allem die sieben Titel auf, die sich um mehr als 10% verschlechterten: Glamour, Reader’s Digest, Für Sie, Computer Bild, Jolie, Cosmopolitan und TV Today. Auffällig ist dabei vor allem die Für Sie, denn sie liegt in den beiden wichtigen Auflagenkategorien sogar im Plus. Des Rätsels Lösung: Der Verlag baute fast 35.000 Bordexemplare ab, brachte die Für Sie damit in der Gesamtwertung ins Minus. Der Reader’s Digest verabschiedete sich unterdessen von rund 35.000 Lesezirkel-Exemplaren und 30.000 sonstige Verkäufe, liegt bei Abo plus Einzelverkauf aber immerhin auch 7,9% im Minus. 36.000 Lesezirkel-Hefte hat sich TV Today gespart. Jolie hingegen liegt bei Abos und Einzelverkauf sogar 23,5% im Minus, hier wurde die Auflage durch 8.000 zusätzliche Bordexemplare und 6.000 zusätzliche sonstige Verkäufe gestützt.

Die Top 50 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften
verkaufte Auflage 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
26 Sport Bild 378.601 -15.192 -3,9
27 Die Aktuelle 378.102 -3.401 -0,9
28 Meine Familie & ich 378.063 12.797 3,5
29 Fernsehwoche 366.875 -22.807 -5,9
30 Freizeit Spass 363.028 -22.387 -5,8
31 auto motor und sport 362.944 12.754 3,6
32 Glamour 360.948 -51.885 -12,6
33 Freundin 347.884 -8.425 -2,4
34 Reader’s Digest Das Beste 347.471 -57.777 -14,3
35 Mein schöner Garten 329.883 -18.215 -5,2
36 Gala 327.430 -3.059 -0,9
37 TV für mich 326.837 16.883 5,4
38 Land Idee 296.319 27.625 10,3
39 Laviva 296.129 -30.183 -9,2
40 Superillu 295.627 -21.805 -6,9
41 Für Sie 294.582 -41.669 -12,4
42 mein schönes Land 293.026 -9.552 -3,2
43 Joy 291.574 -5.077 -1,7
44 Computer Bild 286.671 -43.028 -13,1
45 Frau im Trend 271.573 -27.701 -9,3
46 Jolie 271.301 -38.080 -12,3
47 Cosmopolitan 264.689 -53.939 -16,9
48 Frau im Spiegel 262.339 -4.847 -1,8
49 c’t magazin für computertechnik 259.236 -11.281 -4,2
50 TV Today 253.453 -53.490 -17,4
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Bei den überregionalen Tageszeitungen sehen die neuesten IVW-Zahlen vor allem für Welt, Bild und F.A.Z. dramatisch aus. Die Welt (inklusive Welt Kompakt) verlor in den beiden wichtigen Kategorien Abo und Einzelverkauf extreme 14,5% gegenüber dem Vorjahresquartal, allein über 10.000 Abonnenten gingen abhanden. Sogar von mehr als 11.000 Abonnenten musste sich die F.A.Z. verabschieden, inklusive Einzelverkäufen beträgt das Minus 6,7%. Bei ihr sieht es im Gesamtverkauf wegen 25.000 abgebauter Bordexemplare sogar noch extremer aus – hier beträgt der Rückgang 13,4%. Um die 10% verlor die Bild in beiden Wertungen.

Zulegen konnten hingegen das Handelsblatt und die taz. Das Handelsblatt wandelt weiterhin mit großem Tempo Abos in ePaper-Abos um. Die Zahl der Abos wuchs hier um immerhin 330 Exemplare, die der mitgezählten ePaper-Abos aber um über 7.000. Im Umkehrschluss hat die Zeitung damit eben auch über 7.000 Print-Abonnenten weniger als vor einem Jahr. Bei der taz schrumpfte die Zahl der Abos leicht, dafür verkaufte man fast 500 Zeitungen pro Tag mehr im Einzelhandel.

Die Zahlen bei Abos und Einzelverkauf…

Überregionale Tageszeitungen im 3. Quartal 2015 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 Bild 2.038.537 -231.113 -10,2
2 Süddeutsche Zeitung 313.815 -6.486 -2,0
3 Frankfurter Allgemeine 231.360 -16.507 -6,7
4 Die Welt Gesamt (Die Welt + Welt Kompakt) 104.537 -17.677 -14,5
5 Handelsblatt 86.963 302 0,3
6 taz.die tageszeitung gesamt 46.536 232 0,5
7 Neues Deutschland Gesamt 28.369 -1.670 -5,6
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

… und die Zahlen im Gesamtverkauf inklusive Bordexemplaren & Co.:

Überregionale Tageszeitungen im 3. Quartal 2015
verkaufte Auflage 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 Bild 2.086.125 -227.005 -9,8
2 Süddeutsche Zeitung 372.211 -7.587 -2,0
3 Frankfurter Allgemeine 264.628 -41.119 -13,4
4 Die Welt Gesamt (Die Welt + Welt Kompakt) 192.396 -10.234 -5,1
5 Handelsblatt 120.013 3.515 3,0
6 taz.die tageszeitung 51.969 -2.837 -5,2
7 Neues Deutschland 30.017 -1.369 -4,4
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

So wie Bild, Welt und F.A.Z. die großen drei Verlierer bei den Tageszeitungen sind, sind es die Sonntags-Pendants Bild am Sonntag, Welt am Sonntag und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitungen bei den Wochen- und Sonntagsblättern. Zwischen 6,8% und 8,1% verlor das Trio bei den Abos und Einzelverkäufen. Relativ stabil hielt sich Die Zeit mit einem kleinen Minus von 0,6%. Bei den kleineren Wochenzeitungen legten die rechte Junge Freiheit (+6,5%), der Freitag (+11,0%) und die Jüdische Allgemeine (+4,7%) zu. Ihre Verkaufszahlen aus Abos und Einzelverkauf liegen jedoch nur bei 17.509, 14.867 und 3.063. Im Gesamtverkauf glich die Welt am Sonntag ihr dickes Minus im Einzelverkauf übrigens durch ein Plus bei Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen aus. Die F.A.S. baute hingegen ca. 15.000 Bordexemplare ab, rutschte insgesamt also noch tiefer ins Minus.

Die Zahlen bei Abos und Einzelverkauf…

Wochen- und Sonntagszeitungen im 3. Quartal 2015 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 Bild am Sonntag 1.082.510 -80.757 -6,9
2 Die Zeit 426.717 -2.789 -0,6
3 Welt am Sonntag (+kompakt) 260.813 -18.926 -6,8
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 236.147 -20.750 -8,1
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

… und die Zahlen im Gesamtverkauf inklusive Bordexemplaren & Co.:

Wochen- und Sonntagszeitungen im 3. Quartal 2015
verkaufte Auflage 2015-III vs. 2014-III
Platz Titel 2015-III absolut in %
1 Bild am Sonntag 1.118.497 -78.154 -6,5
2 Die Zeit 496.946 -338 -0,1
3 Welt am Sonntag (+kompakt) 400.232 -838 -0,2
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 276.030 -40.656 -12,8
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

 

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Alle Kommentare

  1. Hallo Herr Schröder,
    wie kann es sein, dass eine Zeitung Mo-Fr deutlich mehr EH-Verkäufe ausweist als am Samstag. Siehe Neues Deutschland. Solche Zählen müssen doch manipuliert sein, oder? Was meint der Herr der Zählen?
    Ihre Analysen sind immer spannend. Danke.

  2. Zu viel vorgekaute Mainstream-Meinung, nicht einmal mehr eine eigene, und sowieso viel zu wenig echte Fakten. Das ist kein Journalismus mehr, ich kann mich nur nicht entscheiden, ob das Faulheit oder Feigheit ist.

  3. Soweit ich weiss, stehen die hier genannten die Zahlen der FAZ für die RMM (Rhein-Main-Medien). Diese umfassen neben der FAZ z.B. auch noch die Frankfurter Rundschau (FR) und die Frankfurter Neue Presse (FNP). Das Pleiteblatt FR hat seine letzten eigenständigen IVW-Zahlen im 2.Quartal 2013 veröffentlicht (ca. 85.000).

    Es wäre schon interessant, ob der Auflagenschwund originär auf die FAZ zurückgeht oder eher auf die Agit-Prop-Postille FR.

  4. Über viele Jahre hinweg war ich Abonnement der FAZ und des Spiegels und auch immer zufrieden.
    Seit der parteiischen und einseitigen Hetz-Propaganda im Ukraine-Konflikt ist mir aber mehr als deutlich bewusst geworden, wie wenig glaubwürdig die Berichterstattung der klassischen Medien geworden ist. Im Netz konnte mich sich ganz einfach ein komplett anderes Bild über die Vorgänge in der Ukraine machen. Zudem hat sich der Rest der Rumpf – Berichterstattung immer mehr in einen Einheitsbrei verwandelt!
    Im Netz gibt es inzwischen zahlreiche Info – Quellen, die in vielen Themen deutlich besser und vor allem objektiver berichten. Mit einem schönen Newsreader wie Feedly wird das Ganze zudem wie eine klassische Zeitung dargestellt. Bye bye „Lügenpresse“!

    1. Wie bitte prüfen und bewerten Sie Objektivität von Internetquellen? Objektiver, wenn sie näher an Ihrer eigenen Meinung ist (Vermutung)? Gruß AG

  5. Seit mindestens zwei Jahren protestieren die Zuschauer in den Foren gegen eine zunehmend demokratiefeindliche und propagandistische Wandlung des Mediendiskurses in klar argumentativen Posts, was aber von den Redaktionen konsequent abgeschmettert und mit diffamierenden Leserbeschimpfungen beantwortet wird.

    Gerne wird, obgleich die kritischen Leser sehr deutlich sagen, dass es die Mischung von abnehmender handwerklicher Qualität, eines unangenehmen pastoralen Habitus der Journalisten, als könnten sie Meinungshoheit beanspruchen, sowie die ideologische Verengung eines nur noch propagandistisch operierenden Kampagnenstils, was sie abstößt, wird unisono der Kritik unterstellt, sie geschehe aus obskuren Motiven politisch randständiger politischer Richtungen (vermeintlich ausschließlich „rechtspopulistisch“ oder „extrem links“, was auf das Gleiche hinauslaufe) oder verdanke sich einer psychischen Labilität der Leser (hier greifen Journalisten gerne zu vulgarpsychologischen Erklärungen des Protests, anstatt die Qualität ihrer Arbeit zu reflektieren.)

    Inzwischen zeigt sich, dass der Protest nicht mehr zu marginalisieren ist. Denn der beschimpfte Kunde ist König und stellt den Zeitungsverlagen an der Ladentheke die Quittung aus. Zugleich verringert sich auch beim Wahlpublikum des kaum noch politisch sich unterscheidenden Parteienspektrum die Bereitschaft, an der Wahlurne eine Unterscheidung zu treffen, wo inhaltlich keine mehr erkennbar ist.

    Denn es ist schon unheimlich: Während die Bürger deutlich wahrnehmen, wie unbekümmert politische und mediale Eliten die Rechtsbasis europäischer Errungenschaften zertrümmern (wie etwa die Grundrechte durch die totalitäre Sphäpraxis aus- und inländischer Geheimdienste, die Arbeitnehmerrechte durch Einschränkungen des Streik- und Demonstrationsrechts in vielen EU-Staaten und durch Konzernermächtigungs- und rabiatkapitalistische Deregulierungsabkommen, die zugleich noch die rechtsstaatliche Gewaltenteilung und die Befugnisse von Parlamenten und einer demokratisch fundierten Judikative zugunsten von Konzernwillkür schreddern), umso stärker werden im Ton autoritärer Dogmenverkündung „europäische Werte“ auf die Fahnen geschrieben: Dies aber im bellizistischen Geschreimodus, der dann gleich noch die friedenspolitischen Schlussfolgerungen aus zwei desaströsen Weltkriegen entsorgt. (Aus dieser Absage an Krieg und Militarismus seitens der europäischen Bevölkerung speist sich 90% der Kritik am aggressiv russlandfeindlichen Mediendiskurs seit Herbst 2013).

    Bei all dem erweist sich die Presse nur mehr als Hofberichterstattung fatal agierender Regierungen und der willige Vollstrecker einer informationellen Kriegsführung der Nato.

    Ungeachtet aber vom Publikumsprotest, wird weiter gegen die eigenen Bürger aufgerüstet: Eine Tagung in Essen überlegte diese Woche, wie Journalisten der Nato dabei helfen können, den ach so ärgerlichen pazifistischen Grundkonsens in Deutschland ‚aufzuknacken‘. Und eine EU-Taskforce will in Osteuropa und Russland Jugendliche an den informationellen Angelhaken hängen, gegen den sich die Bürger der EU-Staaten doch schon geharnischt wehren.

    (Gerne wird gegen russische Medien vorgebracht, sie böten nur Propaganda; diejenigen aber, die in anderen als der russischen Sprache zu lesen sind, sind zumindest nicht so hasserfüllt wie die russlandfeindlichen Medien der EU.)

    Wir wollen keine Werte-Rhetorik, sondern substanzielle Demokratie! Wir wollen eine wirkliche und tiefgreifende Streitkultur, anstelle einer Propaganda, die sich dergleichen nur auf die Banner schreibt. Wir wollen echte, offene wenn auch möglicherweise schmerzhafte Diskussionen mit Russland auf der Basis eines fairen Austauschs von Bevölkerungen, anstelle einer von Eliten und Lobbyisten gesteuerten informationellen Kampfaktion.

    ALL DIES GESCHIEHT NICHT IN UNSEREM NAMEN UND NICHT IN UNSEREM INTERESSE!

    Gerade die intensive Auseinandersetzung mit dem inhumanen Diskurs der Nationalsozialisten hat uns gelehrt, dass da, wo Propaganda zunimmt, der Zynismus gegenüber den Menschen – und zwar allen gegenüber: Menschenwürde ist unteilbar (& mit Totalaussphähung nicht zu vereinbaren!) ins Unermessliche anwächst. Propaganda, ergo: mittels Emotionalisierung und Dämonisierung durchgedroschene ideologische Meinungshoheit, lässt die Menschen verschwinden, die sich nicht in von oben diktierte ideologische Kategorien einspannen lassen wollen, um aufeinander gejagt zu werden: erst symbolisch, diskursiv – und dann schließlich in einem wirklichen Krieg?

    Denn das ist es, wozu Propaganda immer am Ende führt: zu Aufrüstung, Militarismus und Krieg.

    Wenn die Menschen weiterhin das Gefühl haben, ihre Presse bekämpfe sie, treibe sie gegen andere Menschen, wird der Demokratie in Europa tödlicher Schaden zugefügt.

    Wir wollen diesen Polarisierungs- und Hassdiskurs nicht mehr haben! Er flößt uns massive Kriegsangst ein! Er ist uns einzig Symbol für die moralische Verrohung unserer Eliten! Er führt zum Verfall und Absturz Europas!

    Ich hoffe, man beginnt langsam in Redaktionsstuben und Politikersesseln, den Menschen wieder zuzuhören. Schickt alle Lobbyisten und Netzwerker heim und hört den Menschen wieder wirklich zu!

    Sonst wird dieser Kontinent wieder so in Trümmern liegen wie vor 70 Jahren. Doch diesmal wissen wir, wo wir die Ursachen dann zu verorten hätten: bei den politischen Eliten, den Meinungsmachern und in den Chefetagen der Konzerne, die sich in den letzten beiden Jahren weigerten, uns zuzuhören.

    Wie viele Brandreden braucht Ihr noch, bis Ihr bereit seid zu reagieren? Und wie tief müssen die Auflagen und Wählerzahlen noch sinken?

  6. Habe alle Abos gekündigt, lese nur noch Online von Junge Freiheit bis taz.
    Bild kann ich nicht mehr lesen, wegen aktiviertem Adblocker.
    Lese nur die Überschriften und die Kommentare, dann kann ich mir sehr gut ein Bild machen, was im Artikel für ein Unsinn stand. Was bei Focus, Spiegel, taz und Welt zensiert wird, hat nichts mit Netiquette zu tun. Andere Meinungen werden nicht geduldet oder haben die eine Liste mit Kommentatoren, die sich mit gewissen Meinungen unliebsam gemacht haben, deren Beiträge dann entfernt werden, unabhängig vom Inhalt?
    Nicht 08/15 ist Michael Winkler, Pi, Altermedia, Michael Mannheimer Blog, RT Deutsch, Zuerst, Metapedia und köstlich: Karl Eduards Kanal.

  7. Den Versuch öffentlicher Medien, die Leute im Sinne der – heute allerdings meistens linksgrünen, Brüsseler oder auch transatlantischen – eigenen Befindlichkeiten „zu erziehen“ statt sie seriös und unabhängig zu informieren, hatten wir schon einmal. Das Land, in dem das stattfand, hieß DDR. Zugegeben, fand dies dort sehr viel plumper und infolge mangelnder Mittel mit weniger Aufwand statt. Durchschaubar war dieses wie jenes. Die Leute haben damals abgestimmt und sie stimmen heute wieder ab. Dies hier ist noch nicht die ganze Quittung, aber eine erste Anzahlung.

  8. Wenn ich so „an früher“ denke, wie gerne habe ich Zeitungen gelesen. Teilweise hatte ich 3 Tageszeitungen im Abo, nebem dem heimischen Weser-Kurier noch die Frankfurter Rundschau, später die Taz. Spiegel war Pflichtlektüre. Und in jedem Blatt stand was anderes, es war spannend. Heute alles ein Eiheitsbrei wie eine Regierungserklärung. Heute lese ich nur noch hin und wieder die Junge Freiheit oder die Compact, obwohl das nicht immer meine Meinung darstellt, aber da steht noch mal eine abweichende Meinung drin. Ansonsten kann ich verzichten.

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