Deutsche-Bank-Prozess: Mathias Döpfner und Friede Springer sollen in den Zeugenstand

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Der Prozess gegen die ehemalige Deutsche-Bank-Führung ist alles andere als vorbei. Springer-Chef Mathias Döpfner und Verlegerin Friede Springer sollen nun doch aussagen. Ein Etappensieg für die Staatsanwaltschaft.

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Von Kerstin Leitel

Der Richter im Strafprozess gegen die ehemalige Führung der Deutschen Bank hat Hoffnungen der Angeklagten auf ein baldiges Ende im Strafprozess gegen sie zunichte gemacht. „Wir sind noch im vollen Lauf“, sagte Richter Peter Noll am Dienstag.

Noll reagierte damit auf den Wunsch mehrerer Verteidiger, die Staatsanwaltschaft bei ihren immer neuen Beweisanträgen zu bremsen. „Dass ich sage, wir sind jetzt durch mit allen verfügbaren Beweismitteln, das ist noch ein bisschen hin“, sagte Noll.

Fitschens Verteidigerin Barbara Livonius hatte in einer zurückliegenden Sitzung erklärt, die Anträge der Staatsanwaltschaft auf Befragung weiterer Zeugen erregten den „Verdacht der versuchten Prozessverschleppung“. Zuvor warf die Verteidigung der Staatsanwältin Christiane Serini, die auch als Zeugin auftrat, vor, sie habe sich mit der Anklage verrannt.

Bislang waren Verhandlungstermine bis zum 22. Dezember angesetzt, nun legte Noll nach: Für den 12. Januar vereinbarte er einen weiteren Termin. Schließlich wolle er auch noch – wie von der Staatsanwaltschaft beantragt – den Medienmanager Mathias Döpfner, Verlegerin Friede Springer und Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt als Zeugen befragen.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen, die Ex-Bankchefs Josef Ackermann und Rolf-E. Breuer sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck des Prozessbetrugs. Die Banker sollen im Zivilprozess „Kirch vs. Deutsche Bank“ die Unwahrheit gesagt haben, um Schadenersatzforderungen gegen die Bank abzuwehren.

Die für den Tag geladenen Zeugen: eine ehemalige Vorstandssekretärin der Deutschen Bank, Ackermanns Ex-Assistent und der Protokollant der Vorstandssitzungen. Bei dessen Aussage wurde es mucksmäuschenstill, als er schildern sollte, welche Meinungen im Vorstand bei Fragen zum Thema Kirch vorherrschten. Doch Fehlanzeige. Es blieb „ein bisschen eierig“, wie Richter Noll zwischenzeitlich feststellte: Dem Zeugen, der seit 37 Jahren und noch heute für die Bank arbeitet, fehlte die Erinnerung.

Dieser Text erschien zuerst bei Handelsblatt.com
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