Bild stellt Facebook-Hetzer an den Print-Pranger

Bild-Boss Kai Diekmann und der „Pranger der Schande“
Bild-Boss Kai Diekmann und der "Pranger der Schande"

Publishing Diese Story dürfte Facebook nicht gefallen und hat selbst ein gehöriges Shitstorm-Potential. Auf einer Doppelseite stellt die Bild „Facebook“-Hetzer an den Pranger und veröffentlich ihre Hasskommentare inklusive Foto und Klarnamen. Kern-Forderung der Redaktion: „Herr Staatsanwalt, übernehmen Sie“.

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Im Teaser heißt es: „So viel offener Hass war nie in unserem Land! Und wer Hass sät, wird Gewalt ernten. Längst ist die Grenze überschritten von freier Meinungsäußerung oder Satire zum Aufruf schwerster Straftaten bis zum Mord“. Deshalb würde es der Bild jetzt reichen: „Wir stellen die Hetzer an den Pranger!“

bild_textDie Titelseite der heutigen Bild

Unterstützt wird die Bild von Innenminister Thomas de Maizere, der neben dem „Pranger der Schande“ einen Gast-Kommentar schreibt, in dem es heißt, dass ein Patriot nicht hassen würde.

Natürlich gibt es in den sozialen Netzwerken auch viel Kritik am Bild-Pranger. Sie reicht von der Bemerkung, dass Springer mit der Aktion „Aufgaben der Justiz“ übernehmen würde, allerdings „auf sehr altertümliche Weise“ bis zu der Bemerkung, dass die Redaktion den größten Hetzer von allen vergessen hätte: sich selbst.

Der Mehrheitsmeinung scheint sich die Bild jedoch sicher zu sein. Justizminister Heiko Maas wirkt noch immer höchst unzufrieden, wenn es um die Versuche der großen US-Netzwerke geht, gegen Hasskommentare vorzugehen.

Am gestrigen Montag wurde zudem bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg nach einer Strafanzeige gegen drei Facebook-Manager ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlicher Beihilfe zur Volksverhetzung eingeleitet hat.

In der Süddeutschen Zeitung nahm sich Heribert Prantl des Themas an. Er fragt sich: „Wenn Facebook mit Volksverhetzung Geschäfte macht, ist Facebook dann auch wie ein Volksverhetzer zu bestrafen?“ Weiter heißt es: „Was bedeutet es, wenn Hass und Hetze, wenn giftige Tiraden auf Facebook einfach stehen bleiben, wenn Proteste dagegen nichts helfen, nicht einmal der Protest des Bundesjustizministers? Ist das Volksverhetzung durch Unterlassen der Löschung?“

Bislang sei es dem Justizminister nicht gelungen, das US-Netzwerk zu einer Änderung seines Community- und Geschäftsgebaren zu bewegen. Aber vielleicht könne die „Die Zivilcourage eines Staatsanwalts da den Standards auf die Sprünge helfen.“

So ganz neu ist die Bild-Idee nicht. Bereits im August konfrontierte Spiegel TV einige Facebook-Hetzer und deren Arbeitgeber mit den Hasskommentaren. Im Gegensatz zu der Bild-Doppelseite hatten im TV die Bloßgestellten allerdings wenigstens die Möglichkeit, sich zu äußern.

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Alle Kommentare

  1. Eigentlich mag ich die BILD nicht aber in diesem Fall hat das Blättchen zumindest mal aktiv etwas gegen die Volksverhetzer getan. Das ist auch eine Art von Zivilcourage, die in diesen Zeiten so dringend notwendig erscheint.
    Der große Vorteil: die Bild erreicht genau die, die erreicht werden sollen. Menschen am unteren Rand der aufgeklärten Bildungsgesellschaft lesen keinen Spiegel oder keine FAZ. Man muss sie dann eben dort ansprechen wo wie zu finden sind. Und man kann ja fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass die namentlich veröffentlichten Nazi-Schreihälse ausnahmslos Bild-Leser sind.

    1. Da regen sich Journalisten und die Presse über einen Galgen bei Pegida auf, nur um selber Leute an den Zitat „Pranger“ zu stellen. Hier werden Klarname mit Bild eingestellt und vor einem Millionenpublikum an den Zitat „Pranger“ gestellt. Zumal viele der gezeigten Kommentare mMn nicht volksverhetzend sind wie zB „Frau Merkel hat einen an der Klatsche. Sie will sie hier haben, also kann sie auch blechen“ Wo bitte soll diese Aussage HETZEND sein? Und bei Intensivstraftätern werden die Gesichter bei Druck unkenntlich gemacht und die Namen verändert bzw. der Nachname gekürzt. Ich hoffe die Bild wird dafür in Grund und Boden geklagt. Was hat das alles mit Journalismus und Aufklärung zu tun?

      1. Die Veröffentlichung fand schon lange vorher statt, nämlich in dem Moment als die Ersteller die Äußerungen unter ihrem Klarnamen bei facebook veröffentlicht haben.
        Ich hefte solche Äußerungen doch auch nicht mit meiner Unterschrift ans „schwarze Brett“ im Rathaus und rege mich hinterher darüber auf, dass die Leute davon reden….
        Über den journalistischen Wert (der gesamten Zeitschrift) lässt sich freilich streiten, aber eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten sehe ich hier nicht. Immerhin kann man auf nie wissen was mit einem Post passiert sobald er erstmal öffentlich ist und das hätte den Betroffenen vorher klar sein müssen…

      2. ja christian da gebe ich dir total recht….aber die bild zeitung hatte ja schon immer eine eigene meinung zur wahrheit…..(glaube die wissen noch nicht mal wie das geschrieben wird)…Früher fand ich diese (zeitung) mal ganz witzig…..heute ist sie nur noch peinlich…..
        Manche leute wissen einfach nicht wann schluss ist….

    2. Das stimmt mit den BILD Lesern. Ansonsten hätten die diese Ansichten ja gar nicht. Ist in etwa so, als wenn der Streicher nach dem Krieg die anprangert hätte, die im Krieg den Stürmer gelesen haben. Da gibt es Parallelen! Erst Hass streuen und dann auf „Welcom Refugees“ machen. Die BILD will doch nur Werbung verkaufen und im Gespräch bleiben. Wer denen dieses Getue abkauft wäre auch dem „Führer“ willenlos und dumm gefolgt. Die größten Hetzer sitzen doch in den BILD Redaktionen. Gekaufter, werbeabhängiger und schmutziger Journalismus. Die sind nicht besser als der braune Pöbel auf Facebook und Twitter.

    3. Da kann man mal wieder sehen wie wenig Menschenkenntnis so mancher Möchtegernaufgeweckte ist. Da ihr Linken so inflationär mit dem Begriff Nazi um euch schmeißt ( Vielen Dank übrigens dafür) weiß man schon gar nicht mehr, wer gemeint ist.

      Sind damit Hools gemeint, oder die Pegidaleute, oder die Pegidaorga, oder Islamkritiker aus dem PI-Umfeld, oder vielleicht Afdler, oder Pro NRWler, Rechtskonservative, Leute von der Identitären Bewegung?

      Oder meinen wir doch eher die eine Nr krasseren Leute von NPD,Die Rechte,Dritte Weg, freie Nationalisten?

      Aber scheinbar meinen sie einfach nur jeden, der zwangsläufig mal irgendwann 5 min über das Thema Asyl nachgedacht hat und daher dem Thema kritisch gegenüber eingestellt ist.
      Dann würde fast das ganze Land nur aus Nazis bestehen,viele Menschen mit Migrationshintergrund inklusive, ja und sogar die ersten Flüchtlinge tendieren schon in die Richtung Grenzschließung, da auch sie längst begriffen haben, dass es auf Dauer nicht gut gehen kann.

      Aber ich schweife ab. Was ich sagen wollte: Ich als Nazi,( mich würden Sie definitiv so bezeichnen was auch kein Problem wäre, da der originale Ursprung des Wortes durch und durch positiv behaftet ist.) kann Ihnen versichern, dass die Mainstreammedien, aber allen voran die Bild in rechten Kreisen absolut verpönt ist. Ich meine Hallo? Medien? kapitalistische Besatzerblätter zur Konditionierung des Pöbels.? Haben sie schon mal den Begriff LÜGENPRESSE gehört? Und sich gefragt woher der kommt und von wem er genutzt wird? Aha ! bestimmt nicht vom typischen Bildleser. … der typische Bildleser ist CDU/SPD-Wähler (also toootal links) und vollkommen auf Regierungslinie, und halten beispielsweise jeden US-Angriffskrieg aufs neue für Gerechtfertigt, weil man denkt die wollen den armen Leuten ja Demokratie bringen…..

      Aber nicht, dass sie sich jetzt hier teilweise wieder erkannt haben, Horst. Ich ahne schrecklichews von jemanden, der sich selbst für gebildeter und schlauer hält als die Meisten anderen, Und daher Spiegel oder FAZ liest, weil man den höchst intellektuellen Inhalt eventuell als einziger Mensch entschlüsseln konnte.

      Oh vey….ich sag mal so: In meinem persönlichen Ranking“Altpapier für die Tonne“ kommt der Spiegel sofort als erstes nach der Bild. Geschlagen werden beide eigentlich nur noch von der Huffington Post. Deswegen bin ich gradf sehr erstaunt, wie man den Spiegel zum Anlass nehmen kann, eine Runde anzugeben…..jajajaja

    4. Sie finden es also in Ordnung, wenn eine große Tageszeitung Menschen öffefentlich an den Pranger stellt, die so „schlimme“ Dinge geschrieben haben wie „Wenn einem Muslim in seinem Gastland etwas nicht gefällt, kann er ja wieder gehen und jeder ist zufrieden.“?
      Dann hätte man aber auch Walter Lübcke dort aufnehmen müssen, denn der hat offen verlauten lassen, dass es die Freiheit eines jeden Deutschen ist, der mit der Flüchtlingspolitik nicht einverstanden ist, das Land zu verlassen.
      Und was das Bildungsniveau der BILD-Leser angeht: ich bin sicher, die BILD schreibt genau FÜR ihre Zielgruppe und nicht gegen sie. Die ganzen Dummbeutel der Nation kann man mit der billigen Denuntiationskampagne natürlich erreichen.

    5. Bilder von Vergewaltiger und Kinderschänder dürfen nicht gezeigt werden, schon gar nicht Namen und Adressen dieser Leute. Das sollte die Bild Zeitung mal bringen, aber was sie hier machen geht einfach zu weit, die Stimmung im Land ist schon genug aufgeheizt.

  2. Deutschland erlebt nicht nur eine „Flüchtlingskrise“, sondern jetzt auch eine ernsthafte Krise der Meinungsfreiheit. Dass ausgerechnet Deutschlands größte Tageszeitung den Staat auffordert, bestimmte unerwünschte Meinungen zu bestrafen, zeigt, dass dieses Land in der zugespitzten politischen Stimmung nicht in der Lage ist, einer liberalen Kurs zu halten. Auch das Verhalten der Minister des Innern und der Justiz ist unakezptabel. Diese Männer sollten unsere Rechte verteidigen und nicht Bürger oder Gruppen von Bürgern diffamieren, die ihre Handlungen kritisieren.

  3. Die Gesamtsituation in Deutschland ist höchst besorgniserregend. Als studierter Politologe mache ich mir größte Sorgen um die Demokratie.

    Zu einer weitergehenden wissenschaftlichen Analyse empfehle ich die Theorie der „Defekten Demokratie“, welche ein höchst brauchbares Instrument darstellt, die derzeitigen Entwicklungen einmal genauer und v.a. wissenschaftlich zu prüfen.

    Fern ab von reiner Propaganda und Hetze. Empirische Daten sind nun gefragt.

  4. Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Nach 25 Jahren Einheitstaumel, wieder die gewohnte Art und Weise. Danke Angela.

    1. Wer hat denn jemanden denunziert? Diese Leute haben sich öffentlich geäußert. Letztlich hätten sie ihre Kommentare gleich per Post an den Staatsanwalt schicken können, das käme aufs Gleiche hinaus.

  5. Was wäre Facebook langweilig wenn es nur positive Sachen zulassen würde. Nur ein „Schön-Wetter“ Medium. Da braucht niemand.

    Was wäre denn die Bild-Zeitung wenn es nur über positive Sachen schreiben würde? Braucht auch keiner.

    Das ist nur eine neue Methode der Alten Printwelt der neuen Onlinewelt ans Bein zu pinkeln.

    Ja, es mag durchaus „Hasskommentare“ auf Facebook geben.
    Aber gegen manche Hasskampagnen wie die oben genannte zum Beispiel sollte es auch Mittel und Rechtswege geben.

    Wenn jemand einen privaten Kommentar auf seinen privaten Account macht und die Bildzeitung z.B. zu dessen Arbeitgeber rennt ist das ja ne klassische Hexenjagt die solche Leute nur noch radikaler macht… Und ich kann es verstehen.

    1. Ja zum Thema facebook:
      Man stelle sich vor in einem anderen Land würde die Regierung auf die Idee kommen, „Hetze“ zu zensieren. Sagen wir mal … in Russland. Oder damals in Lybien, Syrien, Ägypten. Oha, da wär aber der Teufel los. „Diktatur!“ würden da alle schreien. Aber hier ist das alles kein Problem. Denn wir leben ja in einer Demokratie und hier sind die Mächtigen die Guten (selbst wenn Assad nach einer kürzlichen britischen Umfrage mit 45% vermutlich mehr Unterstützer hat als Merkel, Putin hat sicherlich mehr)

  6. Der „Pranger“ war eine regelmäßige Beilage des national-sozialistischen Hetzblatts „Der Stürmer“. Dessen Chef Julius Streicher wurde 1946 in Nürnberg hingerichtet; seine letzten Worte am Galgen waren „Heil Hitler!“. „Stürmer“ mit „Pranger“ wurden überall in Deutschland in sogenannten „Stürmer-Kästen“ an Rathäusern, Parteibüros und öffentlichen Plätzen angeschlagen. „Angeprangert“ wurden mit voller Adresse jüdische Deutsche wegen vorgeblicher „Wirtschafts-Verbrechen“ und vor allem wegen „Rassenschande“, also Sex mit „arischen“ deutschen „Volksgenossen“. Der „Pranger“ bezog seine Informationen wesentlich von privaten Denunzianten, die dazu ausdrücklich ermuntert wurden.

    Herr Diekmann zeigt ein Maß an intellektueller Verwahrlosung, das selbst für „Bild“-Verhältnisse erstaunlich ist. Betrachtet man seine stets verzweifelt Aufmerksamkeit heischenden „Aktionen“ in jüngerer Zeit – erst gegen Migration, nun dafür, erst gegen DFB, jetzt dafür, etc. -, bleibt nur ein Schluss: Marketing für eine immer erfolglosere Boulevard-Zeitung, die unter Diekmann sowohl als Print- wie als Internet-Produkt immer weiter abstürzt.

    Angesichts solchen Nazi-Epigonentums sollte man nun schauen, wer sonst noch aus den Kreisen des deutschen Gesinnungs-Journalismus Sympathie für die – in allen totalitären Regimen unabhängig von ihrer Ideologie zwangsläufigen – Methoden entwickelt, „Mahnwachen“ vor der Wohnung und „Wir kennen die Kita deiner Kinder“ inklusive. „Bild“ wohl vorneweg.

    Vielleicht sollten deren Experten einmal erklären, ob und wie man ein ganzes Volk voller denkender erwachsener wahlberechtigter intelligenter Bürger „verhetzen“ kann und wer den Unterschied zwischen Kritik und „Hetze“ kennt oder gar bestimmen kann. Nicht-deutsche Juristen stehen ratlos vor dem wiedergekehrten deutschen Wahn („Er ist wieder da“), die Demokratie (?) müsse durch das Mundtotmachen und die „soziale Hinrichtung“ von Regierungsgegnern „gerettet“ werden, gar durch „Bild“ (jetzt mit eigenem Innenminister?).

    Niemand wird „Nazi“, wenn bei Facebook und Co. „Nazis“ ihre Meinung sagen; niemand wird „Antifa“-Fan, wenn Gabriel Andersdenkende zu „Pack“ erklärt. In einem freien Land darf man das; auch das deutsche Verfassungsgericht urteilt so in ständiger Rechtsprechung. Ein Staat, der Meinungen kriminalisiert, verbrennt bald auch Menschen. Das (einzige) Rezept dagegen: Freiheit um jeden Preis – Anything goes.

    1. Ich stimme mit Herrn Conen überein.
      Folgendes sei vorausgeschickt:
      – ich habe mir den Bild-„Pranger“ online angesehen;
      – ich bin nicht bei Facebook.
      Viele der zitierten Posts überschreiten in der Tat sämtliche Grenzen, auch strafbewehrte (Morddrohungen usw.)
      Andere sind absolut grenzwertig – wobei ich als Journalist i.R. generell dafür werbe, die Meinungsfreiheit eher mal ausufern zu lassen als sie einschränken zu wollen. Da können wir uns ein Beispiel an den USA nehmen.
      Wiederum weitere sind m.E. absolut von der Meinungsfreiheit gedeckt, z.B. „das Boot ist voll und droht zu kentern“.
      Ein Pranger war ein Instrument des finsteren Mittelalters, das wir seit der „Aufklärung“ überwunden zu haben glaubten.
      Dass ausgerechnet Bild zu dieser Methode greift, wäre eigentlich zum Lachen, wenn es nicht so ernst wäre – die Zeitung, die im Zusammenhang etwa mit der Griechenland/Euro-Debatte selbst nicht weit von der Volksverhetzung entfernt war – freundlich ausgedrückt.
      Facebook-Posts sind m.W. keineswegs für eine große Allgemeinheit, sondern für Freunde/Anhänger bestimmt, „Stammtisch“ eben, wenn mal es so sehen will. Man findet sie also nicht ohne eigenes Suchen. Bild sorgt mit seinem Pranger dafür, dass auch Nicht-Facebooker wie ich mit diesen dämlichen oder tatsächlich strafwürdigen Posts Bekanntschaft machen.
      Pseudonyme, wie auch hier wieder gang und gäbe, erleichtern das Absondern von Kommentaren, die man unter Klarnamen nie so abschicken würde. Peinlich und feige. In „meiner“ Zeitung herrschte die Regel, dass kein Leserbrief veröffentlicht wurde ohne komplette Absender-Angaben. Aber die meisten Online-Medien haben es seltsamerweise zugelassen, dass jeder sich unter dem Deckmantel der Anonymität ausschleimen kann. Auch dieser Praxis sind eigentliche „No-go-Posts“ zu verdanken. Aber was macht der Hamburger Datenschutzbeauftragte? Er geht gegen Facebook vor, weil das Unternehmen angeblich demnächst auf Klarnamen-Anmeldungen besteht.
      Was die presserechtlichen Bild-Pranger-Folgen (u.a.Rechte am eigenen Bild) betrifft: Die Antwort überlasse ich gerne dem Presserat und den Gerichten.

  7. Die BILD-Zeitung verstösst eindeutig gegen den Presskodex des Pressrates:
    Richtlinie 13.1 – Vorverurteilung
    „Ziel der Berichterstattung darf in einem Rechtsstaat nicht eine soziale Zusatzbestrafung Verurteilter mit Hilfe eines „Medien-Prangers“ sein.“
    Das sollte nicht auch noch durch Berichterstattung darüber unterstützt werden. Bei Verdacht auf Volksverhetzung ist eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ausreichend.

  8. „Im Gegensatz zu der Bild-Doppelseite hatten im TV die Bloßgestellten allerdings wenigstens die Möglichkeit, sich zu äußern.“

    Warum sollte man denen diese Möglichkeit bieten? Die veröffentlichten Posts waren ja allesamt zuvor öffentlich einsehbar, sind es größtenteils noch immer. Hier wird also nur zitiert, was bereits öffentlich ist.

    1. 1. Die BILD bedient sich unerlaubt an fremden Recht und kommerzialisiert dieses auch noch;
      2. ein Beitrag im Netzwerk ist für bestimmte Gruppen gedacht, und die Masse die ein Titel in der BILD erreicht ist wesentlich mehr als es erreichen würde.
      3. Ob Hetze oder nicht, wir leben in welches die Meinungsfreiheit gilt. Diese grenzt an den Punkt, bei der jemand persönlich beleidigt wird…die BILD ist ganz groß darin!
      4. Ganz zu schweigen wie negativ die Auswirkung für den Betroffenen Menschen auf sein soziales Umfeld ist.

      Zu guter Letzt: Wer von euch hat sich noch nie negativ über eine Gruppen, Völker- Ossi, Preussen -schlimmer noch- Freunde/Familie geäußert? …schon alleine die Hetze gegen die Hetzer befördert und in die Zeit, als jeder der sich ein Tee kochte als Hexe denunziert wurde!

  9. Auf in die neue deutsche Denunziationsgesellschaft! Auch wenn die in „Bild“ abgedruckten Facebook-Kommentare übel sind und die Dämlichkeit der sich mit Klarnamen und Foto präsentierenden User kaum zu überbieten ist: Es gehört sich nicht, so etwas in Zeitungen zu publizieren. Hier geriert sich ein Boulevardblatt als selbsternannte ermittelnde Staatsbehörde, nur um den Beifall der „Guten“ zu bekommen. „Bild“ ordnet sich hier willig in den Aktionismus von Justizminister Maas gegen facebook ein. Wann traut sich aber Chefredakteur Dieckmann mal, so eine Aktion gegen linksradikale Foren samt dem Schwachsinn dort zu machen? Dass Innenminister de Maizière die zweifelhafte „Bild“-Aktion in einem Kommentar positiv begleitet, finde isch auch traurig. Ebenso, dass von den Journalistenverbänden bisher noch keine Kritik zu hören ist, inwieweit dies gegen die Richtlinien eines sauberen Journalismus verstößt und wie weit Medienmacher zu planmäßigem Denunziantentum aufstacheln.

  10. Wie sieht es da eigentlich Bild-rechtlich aus? Darf BILD sich fremder Fotos bemächtigen und diese – ungefragt und honorarlos – veröffentlichen?
    Ich dachte immer es gäbe bei uns so etwas wie das Recht am eigenen Bild?!
    Wieder ein Fall für die Medien-Anwälte …?

  11. Die politische Kultur ist auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt. Über einige Themen ist kaum mehr eine sachliche Diskussion möglich, vor allem über Flüchtlingspolitik. Leider gibt es Diffamierungen auf beiden Seiten, aber müssen die noch in die Zeitung?
    Die Regierung müsste eine sachliche Auseinandersetzung führen. Stattdessen beschimpft sie die Kritiker, ohne sich mit ihren Argumenten auseinander zu setzen und für ihre Politik Verantwortung zu übernehmen.

  12. Vielleicht sollte „Der Horst“ die BILD mal lesen und nicht vorab urteilen. Als ich die Seite nämlich mal ganz runter gescrollt hatte, bekam ich BILD-Anzeigen generiert zu Themen die mich auch interessieren könnte. Daruter der Artikel: Islamist prügelt Christen ins Krankenhaus.
    Der frag ich mich doch ganz erlich wer hier der größte Hetzer ist. Ist es Facebook, die BILD oder vielleicht doch Der Horst, der anscheinend ganz mainstreammäßig alles verurteilt was eine Meinung vertritt?
    Ich bin auch gegen „dumme Meinungsäußerung“ aber was BILD da macht in zusammenarbeit mit de Maziere ist nichts anderes als der wage Versuch die Meinung des Volkes doch noch zu kippen, daran merkt man das die Bundesregierung Angst hat.

  13. „Wenn einem Muslim in seinem Gastland etwas nicht gefällt, kann er ja wieder gehen und jeder ist zufrieden.“

    Ist das Hetze? Laut BILD schon…

    Die vermeintlichen Hetzer können einem wirklich leid tun.

    Und wir alle sollten uns fragen:

    Wollen wir in einem Land leben, wo man derlei Sätze nicht mehr aussprechen darf?

    1. Mit diesen Seiten bietet die Bild Zeitung den Facebook Hetzern doch nur noch eine größere Plattform für ihre Hetzereien und verbreitet sie auch noch ausserhalb von Facebook!

    2. sehe ich absolut genauso. Dazu kommt, dass so ein total harmloser Kommentar, welcher auch von einem Politiker jeder Partei kommen könnte, im Umfeld von wirklichen Nazi-Parolen abgedruckt wird. Die meisten Kommentare sind aber maximal eher scharfe Kritik. Dazu dann ein paar wirklich sicherlich strafbare Nazis-Aussagen. Dass die Bild jetzt selbst wirklich so was durchgehen lässt, und von Kai Diekmann dieses offensichtlich schlecht recherchierte Zusammenstellung (man hätte diese homogener machen können ganz ohne Probleme) unterstützt, ist sehr bedenklich. Aber es macht mich auch ratlos. Denn letztlich „heizt“ dieser Artikel doch die Stimmung hier weiter an. Viele denken doch exakt genauso „ach das darf man jetzt nicht sagen?“. „Ich lasse mir den Mund nicht verbieten“, „die Regierung setzt eine Gedankenpolizei ein“, „(Facebook)-Zensur!“, „Angriff auf freie Meinungsäusserung“ etc. Heisst: dieses fällt nicht negativ auf die Bild, sondern auf die Regierung, welche mit Bild ihren so angeblichen Verbünden hat, zurück. Und diese fällt dabei noch darauf rein, siehe Justizminister Haas. Also bedeutet das doch: die Bild will vielleicht genau das *Gegenteil* von dem erreichen, als dass sie angeblich vorgibt! Das gleiche auch mit der Flüchtlingshilfe „Refugees welcome“. Denn letztendlich ist es doch so gewesen in den letzten Wochen: je mehr die Bild diese für ihr Profil vollkommen unpassende Strategie umsetzt, desto schlechter geht es Merkel&Co nun wirklich. Merkel ist inzwischen doch in ihrer tiefsten Krise ihrer Amtszeit. Und die „Hilfen“ der Bild sind meiner Meinung nach ein klar kalkulierter sogenannter *Bärendienst*. Man sieht das gut auch an der Welt, welche im selben Haus sitzt und zeitgleich schärfer schreibt, als viele dieser angeblichen Hetzkommentare. Es kann hingegen auch sein, dass Kai Diekmann nun plötzlich zum größten Merkel-Fan und Humanisten geworden ist – ich glaube es aber nicht. Denn man darf hier nicht die Position von ihm in der Griechenland-Krise vergessen. Dann wird so einiges klarer.

  14. Wahrer Grund: „Axel Springer sieht Journalismus nur als Vehikel für Werbung“!?

    Hallo zusammen. Wer muss sich denn noch aufregen? BILD oder die 149 anderen Titel des Axel Springer Verlages interessieren doch nicht die Wahrheit, sondern einzig für die von der Besatzungsmacht USA „gefilterten“, passenden News, die einfach Werbegeld bringen. Das ist nun amtlich.

    Der Hintergrund: nach Angaben von Eyeo erklärten die Springer-Anwälte dem Gericht in einem Schriftsatz: „Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.“
    http://www.golem.de/news/adblock-plus-axel-springer-sieht-journalismus-nur-als-vehikel-fuer-werbung-1509-116587.html

    Ob die mindestens 80 000 Kinder, die in New York wegen der radioaktiven, asbesthaltigen usw. Nanopartikel durch die Sprengungen der drei Wolkenkratzer WTC 1, 2 & 7 am 9/11 (rememberbuilding7.org) noch sterben werden, die 1,5 Millionen Toten im irak oder ob 10 000ende Gefangene in China bei lebendigem Leibe „Organspender spielen“ mussten (hardtobelievemovie.com/the-issue) – das interessiert so ein Magazin nicht wirklich.

    Das ist wohl die traurige Wahrheit. Denn mit positiver Berichterstattung zu Flüchtlingen machte sich das Blatt „Freunde“, also zahlende Kunden. Aber das Blatt wird sich wenden.
    Traurig nur, dass es auch dort viele Journalisten-Kollegen gibt, die sich nicht die Wahrheit zu schreiben trauen (können) und evtl. bald arbeitslos werden könnten, wenn der Chefredakteur mittelalterliche Methoden gegen das deutsche Volk mit einer „Meinung“ in der Manier auftischt, wie er es mit den armen Eltern des Germanwings-Piloten schon einmal gemacht hat.

    Euer treuer MEEDIA-Leser,
    Markus

  15. Dem Umsatz ist nichts heilig, das zu „Bild“ und solchem Denunziantentum. – Ein Land, dass von „Hasenfüßen“ regiert und kontrolliert wird, wo Keiner ohne demokratischen Mehrheitsbeschluss im Rücken eine Meinung aufrecht vertritt und durchsetzt, wird an dieser Flüchtlingsproblematik unweigerlich scheitern. Es wird im Nachgang völlig irrelevant sein, welche politische Couleur, falsche oder richtige Meinung vertreten wurde. Schon heute läßt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen. Wir werden nie mehr eine Bundesrepublik haben, im vertrauten Kleid vom „Juni/Juli“ 2015. Das, was zu tun bleibt ist lediglich, wie arrangieren wir uns, was bleibt übrig oder auch nicht von uns. – Ein Glas, das voll ist läuft über, wenn man weiter Wasser hineingießt, das verhindern auch keine frommen Sprüche. Die gesamte aktuelle Politkaste hat aus Weimar nicht nur nichts gelernt, nein sie versagt auch heute mit aufgeblähter Borniertheit, stumpfsinnigen sich pausenlos wiederholenden Märchen und telegener Schönrednerei aus den gleichen Gründen wie damals! In wenigen Monaten sind unser Wohlstand, unsere Kultur und Tradition, unsere sozialen Errungenschaften und Rechte, alles ist eitel und einfältig zur Disposition gestellt und wird verspielt und verzockt. Dafür schäme ich mich in Grund und Boden.

  16. So langsam aber sicher habe ich Angst, meine Meinung zu sagen/schreiben. Denn vielleicht entspricht sie nicht der BILD-Zeitung – und dann werde ich einfach „runter gemacht“.

  17. Ich bin schockiert darüber, dass eine Zeitung sich etwas derartiges erlaubt! Ich könnte mir gut vorstellen, dass hier einige Persönlichkeitsrechte verletzt werden und evtl sogar Rufschädigung!
    Ich frage mich wirklich, was mit der Meinungsfreiheit passiert ist..
    Das Aufrufe zu Gewalt oder wirklich rechtsextreme Dinge gepostet werden – kann die Staatsanwaltschaft gern ermitteln – aber erstens keine Zeitung und zweitens – zu mindestens 50% handelt es sich doch nur um Meinungen, auch wenn natürlich Beschimpfungen nicht gehen – aber das ist Teil der Erziehung und des Umfelds und nicht strafbar … Oder??

  18. Unter den von „Bild“ veröffentlichten Hetz-Kommentaren sind viele wirklich übel. Am schlimmsten finde ich den von Claudia Roth: „Politik muss auch mal gegen die Stimmung in der Bevölkerung durchgesetzt werden. Wie beim Euro“ Soweit zur Demokratie in unserem Land.

  19. Die BILD als Volkszeitung oder als Initiator der Hexenjagt?!

    Es ist überhaupt fragwürdig ob es rechtens ist Namen und Bilder aus dem Netzwerk zu veröffentlichen geschweige denn zu vermarkten.
    Ich vermute, dass die Foto Rechtsübertragung an Facebook lediglich dafür gedacht ist, dass dieses Netzwerk es weltweit ausschließlich auf seiner Plattform veröffentlichen darf. Eine Weitergabe an Dritte muss vom eigentlichen Verfasser und Bildrecht-Inhaber gestattet werden, vor allem bei kommerzieller Verwendung.

    Ich sehe eine Klagewelle auf diese Volkszeitung zurollen.

  20. Bild sollte sich selbst anprangern und ihre Journalisten. Oder soll Facebook ihre Berichteal auskramen? Also ich würde sagen wer Dreck im eigenen Haus hat soll nicht über andere hetzen. Klar das Hass und Gewalt mit Morddrohungen nicht öffentlich gemacht werden darf. Aber wenn Bild das jetzt noch abdrücken will, verschafft das ein nich größeren Zulauf. Das meine Meinung

  21. Ja ja die Linke Hetze Bild.

    Andere als Hetzer hinstellen weil Sie sowas machen und selber nicht besser.
    Was soll man von Heuchlern auch halten.

    Jeder der sein Foto findet kann ich nur Raten, Strafantrag zustellen und einen Anwalt für Schadensersatz Forderung einzuschalten.

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