Julian Reichelts Kampfansage an AdBlocker: „Wir lassen uns unseren Journalismus nicht von Schutzgelderpressern kaputtschießen“

Julian Reichelt: Chefredakteur von Bild.de
Julian Reichelt: Chefredakteur von Bild.de

Publishing Seit kurzem ist es AdBlocker-Nutzern unmöglich, Inhalte von Bild.de zu sehen. Sie müssen die entsprechenden PlugIns entweder ausschalten oder ein spezielles Abo abschließen. Im MEEDIA-Interview zieht Chefredakteur Julian Reichelt eine positive Bilanz der ersten Tage der Anti-AdBlocker-Initiative und erklärt, warum er die Werbe-Filter für Erpressung hält. Und Reichelt keilt gegen den möglichen Nutznießer Focus Online : "Das sind sehr talentierte Diebe"

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Nach Bekanntwerden der Anti-Adblocker-Initiative von Bild.de erwarteten viele einen Shitstorm gegen die Aktion und die Redaktion. Wie heftig fiel er denn aus?
Es gab überhaupt keinen. Der übliche Twitter-Hass traf nur auf sehr niedrigem Niveau ein. Zudem kamen beim Kundenservice nur sehr, sehr wenige Beschwerden an. Wir schlussfolgern daraus, auch wegen der ersten Zahlen die wir sehen, dass es sehr viel Verständnis für unsere Position gibt. Wir haben uns etwas getraut, und die Menschen folgen unserer Argumentation.

Das hört sich fast schon überrascht an. Sind denn dann wenigstens die Visits etwas eingebrochen?
Nein. Die ersten Ergebnisse sind ausgesprochen motivierend. Wir müssen die langfristigen Effekte natürlich noch analysieren, bislang konnten wir aber nur leichte Schwankungen bei den Visits erkennen und wir sehen, dass viele User die Adblocker bereits ausschalten.

Wie viele Adblocker-Nutzer haben das neue Abo, das speziell für ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurde, abgeschlossen?
Natürlich schalten mehr Leute lieber ihren Adblocker aus, als dann doch 2,99 im Monat auszugeben. Aber es gibt auch schon eine ermutigende Zahl von Abo-Abschlüssen.

Mit welchen Verlusten bei den Reichweiten rechnen Sie denn konkret?
Das lässt sich heute noch nicht abschätzen. Noch sieht alles sehr stabil aus. Genau können wir das erst im nächsten Monat sagen. Diesen Monat kommt ja jeder noch mindestens einmal auf die Seite und stellt dann möglicherweise erst fest, dass er mit seinen Adblocker nichts mehr sieht. Heißt: Die Zahl der Unique User müsste noch stabil sein. Erst im kommenden Monat wissen wir, wie sich der Wert der einzelnen Besucher verändert. Für unsere Strategie, an die wir fest glauben, sind wir auch bereit, Risiken einzugehen.

Realistisch betrachtet steht jedoch nur die Markführerschaft in der AGOF auf dem Spiel. Dort holt Focus seit einiger Zeit auf.  Ist die Aktion auch eine geschickte Möglichkeit sich aus dem Unique-User-Rennen mit Focus Online zu verabschieden? Sollten sie die Münchner tatsächlich überholen, können Sie es immer auf die Anti-Adblocker-Initiative schieben.
Die derzeitige Lage lässt sich aus unserer Sicht so zusammenfassen: Wir sind die Größten. Bei allem, was journalistisch relevant ist: Bei der Tagesreichweite in Unique Usern, da sind wir doppelt so groß wie Focus.de, bei der Nutzungsfrequenz, die zeigt, wie oft ein Nutzer wiederkommt, liegen wir 130 Prozent vor Focus.de, wenn Sie sich die Verweildauer anschauen, sehen Sie, dass ein Nutzer uns im Durchschnitt fast 7 Mal solange nutzt wie Focus.de. Wissen Sie aber, was das entscheidende Kriterium ist?

Sagen Sie es mir.
Wenn Sie fragen, wie kommen die Leute zu einer Marke? Dann werden Sie sehen, dass 72 Prozent bewusst Bild.de in den Browser tippen. Hier hat Focus Online mit fast 40 Prozent von allen Mitbewerbern die deutlich niedrigste Zahl. Die Leute gehen nicht auf Focus.de, sondern auf Google. Dort ist allerdings dann Focus wirklich top. Sie beherrschen es sehr gut, unsere Inhalte zu nehmen, auch unsere Bezahlinhalte, die wir unter großem Aufwand und Kosten erstellt haben, schnellstmöglichst zu kopieren und dann Google-optimiert auszuspielen. Diese Hehlerei funktioniert bei Focus.de sehr gut. Das sind sehr talentierte Diebe.

Wie reagierten die Wettbewerber und Kollegen auf die Anti-Adblocker-Initiative?
Die schauen sich das noch an. Aber die Rückmeldungen, die wir bislang bekommen haben, sind sehr interessiert. Grundsätzlich leiden die ja unter dem selben Problem. Bei vielen Konkurrenten bedrohen die Adblocker ja noch stärker das Geschäftsmodell.

Weil die ohne das Paid-Content-Standbein noch stärker von den Vermarktungserlösen abhängig sind?
Genau. In der Zwischenzeit hat ja eigentlich jeder Kollege verstanden, dass das Modell Journalismus bezahlt werden muss. Und eine wichtige Säule davon ist die Vermarktung. Bricht diese weg, schadet das am Ende des Tages dem gesamten Journalismus.

Machen Sie mit dieser Aktion nicht auch PR für die Adblocker-Angebote? Viele Nutzer, die bislang noch gar nicht wussten, dass es diese kleinen Programme überhaupt gibt, haben jetzt durch die Initiative davon erfahren. So kommunizierte der Eyeo, die Mutter hinter Adblocker Plus, gerade, dass nach dem Start der Bild.de-Aktion die Spendeneingänge bei ihnen geradezu explodiert wären.
Wenn ich an deren Stelle wäre, würde ich auch versuchen, mit solch einer hilflosen Propaganda zu punkten. Man muss aber noch einmal ganz klar sagen: Das Modell, das die fahren, ist das gleiche wie Schutzgelderpressung. Das funktioniert, solange alle Stillhalten. Sobald sich aber einer wehrt, kommt das ganze System in Bedrängnis. Eyeo lebt von Schutzgeld und nicht von Spenden.

Haben die Adblocker-Nutzer nicht auch recht, wenn diese von blinkender und nervender Web-Werbung und aggressiven Layer-Ads genervt sind?
Wir sehen, dass es dieses Bedürfnis gibt, keine Anzeigen zu sehen. Deshalb haben wir auch ein Modell entwickelt, das es den Nutzern erlaubt, beim Besuch von Bild.de ganz auf Werbung zu verzichten. Aber Werbeeinnahmen tragen maßgeblich zu unabhängigem Journalismus bei.

Dann müssen sie halt nur selbst 2,99 pro Monat für die Inhalte bezahlen?
Ja. Wir sind gerne dazu bereit, eine Alternative zur Werbefinanzierung anzubieten. Wir lassen sie uns nur nicht von Schutzgelderpressern kaputtschießen. Es ist doch so: Wenn Paul Ronzheimer nach Syrien fährt, kostet das viel Geld. Dadurch bekommt der Nutzer aber auch ein sehr hochwertiges Produkt. Das muss aber nun mal aber auch finanziert werden. Guter Journalismus ist teuer.

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Alle Kommentare

  1. Bevor Herr Reichelt den Focus kritisiert,

    „Sie beherrschen es sehr gut, unsere Inhalte zu nehmen, auch unsere Bezahlinhalte, die wir unter großem Aufwand und Kosten erstellt haben, schnellstmöglichst zu kopieren und dann Google-optimiert auszuspielen. Diese Hehlerei funktioniert bei Focus.de sehr gut. Das sind sehr talentierte Diebe.“

    sollte er sich mal an seine eigene Nase fassen!

    http://www.bildblog.de/72615/bild-de-streckt-historischen-stoff/

  2. Absoluter Schwachsinn von Erpressung zu reden. Wer mutet denn den Lesern ungefragt aggressive Werbung unter, obwohl ich doch nur meinungsfreie Informationen lesen möchte.

  3. Das der Shitstorm ausblieb, ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass kein Mensch mit intaktem Hirn das Angebot von BILD nutzt…

  4. Ich wußte gar nichts davon, dass man bei dieser Zeitung nun diese Schiene fährt. Hab es bei einer anderen Zeitung gelesen und mit der Adblockersoftware auf meinem Ipad ausprobiert. Funktioniert. Kann Bild nicht lesen. Alles gut.

  5. Vorweg genommen, ich bin Betreiber von Metal-FM.com, einem Metal Radio, Metal Magazin und Metal Community, wir sind auch auf die Einnahmen der Werbeanzeigen, angewiesen, deswegen kann ich der Aktion von Bild.de nur zustimmen, jetzt kommt das ganz GROSSE ABER, wenn ich Bild.de ohne Adblocker besuche, werde ich nur noch mit Werbung zugekleistert, der Lesefluss wird fast immer unterbrochen und das ist ein absolutes NOGO, dazu kommt, das vieles der Werbeschaltung gar nicht wirklich als Werbung zu erkennen ist.

    Ein Weitere Punkt, bei dem ich Bild.de zustimmen kann ist die Art von Eyeo, wir hatten selbst schon vor gehabt, Metal-FM.com auf die Whiteliste setzen zu lassen, allerdings haben uns die Kosten davon abgeschreckt einen Antrag dafür zu stellen, da dies nicht Finanzierbar ist.

    Wir haben es ganz anders gelöst, es gibt keine Flash Werbung, dazu wird der Lesefluss nicht durch Werbung unterbrochen und, die Werbung ist immer Gekennzeichnet an der gleichen Stelle, wenn ich das mit den zahlen wie viele Unique User Metal-FM.com mit eingeschalteten Adblocker besuchen, liegt die zahl das Adblock Nutzer gerade mal bei 2%, was mir und meinem Team zeigt, wir brauchen keine Adblock Du darfst hier nicht Rein Aktion starten, einen Hinweis in dein eigentlichen Werbeflächen reicht vollkommen aus, da viele es dann doch ausprobieren und Schwubs haben wir einen User mehr der Metal-FM.com ohne aktivierten Adblocker besucht. Ungläubig??? Einfach mal besuchen!!

    Mal ein Vergleich mit dem direkten Bild.de Konkurrenten, genau das selbe MACHWERK wie auf Bild.de, genauso zugekleistert mit Werbung. Was die Bezahl Methode angeht, ich zahle nicht 2,99 € im Monate und dann zusätzlich nochmals Täglich 1,00 € für die Druckausgabe, also beides abgewählt, dazu ist die Druckausgabe genauso mit Werbung zugekleistert.

    Liebe Bild.de, Unter Journalismus verstehe ich etwas anderes als Werbeblättchen zu verkaufen, da sind die Werbefinanzierten Blätter in Deutschland 1000x besser als Bild.de, zum einen Kostenlos für die Leser, zum andere, sieht man da noch echten Journalismus hinter den Artikeln.

    LG Blood Crusher

  6. Es zaubert einem ein leises Schmunzeln auf die Lippen, wenn Herr Reichelt in seinem Schönsprech die momentane Situation verklärt. Der Erfolg von Adblockern ist nicht von der Hand zu weisen, ebenso wie die klare Absage von Internetnutzern an die Werbewirtschaft, sich ein derartiges aggressives Handeln nicht mehr gefallen zu lassen.

    Es ist nicht nur der Twitter-Hass, Herr Reichelt. Das sind lediglich die süffisanten Spitzen dessen, was es ausmacht wenn Tausende und Abertausende Konsumenten endlich ein Werkzeug an die Hand bekommen, um dieser Werbe-Belästigung Herr zu werden.

    Solange Werbung größtenteils nur ein Selbstzweck ist, um die Existenz von Marketingfirmen und das Verbraten von Budgets gegenüber dem Kunden zu rechtfertigen, solange werden sich die User dagegen auflehnen. Wie sonst ist es auf der anderen Seite zu erklären, dass wirklich gut gemachte und an die Zielgruppe gerichtete Spots so erfolgreich viral gehen? Doch das ist leider die Ausnahme.

    Man kann der ganzen Geschichte bisher zwei gute Aspekte abgewinnen:

    1. Je länger BILD seine Seite für Adblockernutzer sperrt, desto länger werden Menschen nicht mit diesem journalistischen Unsinn fehlinformiert.

    2. BILD wurde im Rahmen der Verhandlung gegen die Eyeo faktisch gezwungen, sein Geschäftsmodell zu offenbaren: Axel Springer sieht Journalismus nur als Vehikel für Werbung (nachzulesen bei etlichen Suchmaschineneinträgen)

    Wer jetzt noch nicht verstanden hat, was Springer wirklich treibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Verständlich, warum der journalistische Anspruch so gering sein kann, wenn man letztendlich nur ein Anzeigenverkäufer ist.

    1. Ein Programm mit dem man kostenlos Wohnungen bewohnen kann und den Vermieter um seine Miete prellen kann wäre auch super erfolgreich, trotzdem falsch!

      Illegale Musik Downloads haben auch so angefangen und die gleichen Leute haben sich darüber aufgeregt und Pseudo Argumente gegeben warum sie zurecht andere Leute beklauen.

      Hoffentlich wird damit den adblockern genauso irgendwann geregelt.

      1. Äpfel ≠ Birnen!

        Das illegale Herunterladen von Musik ist Diebstahl von geistigem Eigentum.

        Was stehle ich mit einem Adblocker?

        Bewohne ich eine Mietwohnung ohne Miete zu zahlen, dann mache ich es dem Eigentümer unmöglich, die Wohnung gegen Entgeld zu vermieten.

        Ich mache die Nutzung einer Website mit dem Adblocker für andere auf welche Weise unmöglich?

        Die Bildzeitung hat sich entschieden, ihren Journalismus(?) frei zugänglich in das Internet zu stellen. Sie hätten auch ihre Paywall auf das gesamte Angebot ausweiten können. Das hat sie nicht und muss nun damit leben, dass der Nutzer eben auch ausblendet, was ihn nicht interessiert. Oder solch selektive Nutzer eben aussperren.

        Das Angebot in das Netz zu stellen und „Hier! Lies!“ zu schreien und dann rumheulen, wenn der Nutzer nur liest, was er will, ist albern aber, siehe LSR, typisch BILD.

        Zudem haben die Rechtsanwälte der Bildzeitung offen legen müssen, das das Geschäftsmodell der Verkauf von Anzeigen ist und der Journalismus(?) nur das Vehikel ist. Das Mimimi von Herrn Reichelt ist also unangebracht und die Polemik gegen Eyeo erinnert mich an die Aussagen gegen Google, als die Bild das LSR wollte (und mit letztendlich auf die Nase fiel)

  7. Ich dachte, die Reisen von Ronzheimer nach Syrien oder in die Ukraine werden von den Propagandaabteilungen der unterschiedlichen Dienste bezahlt. Dass Bild das selbst macht, ist erstaunlich. Hm, dann wird wohl Bild das Geld direkt von eben jenen Propagandaabteilungen erhalten. Anders kann man den einseitigen, tendeziösen Propaganda-Schwachsinn, den Ronzheimer absondert, nicht erklären. Außer evtl. noch mit Dummheit.

  8. „Hochwertige Produkte“ ??? „Guter Journalismus“ ???
    Redet Herr Reichelt da vielleicht wirklich von der BILD Zeitung ???
    Ich halte AdBlocker (den ich selbst auch installiert habe) eher für ein wirksames Schutzmittel um so viele Leute wie möglich von der Lektüre dieses „hochwertigen Produktes“ abzuhalten…

  9. BILD ≠ Journalismus!
    Ich habe mir meinen Adblocker so eingestellt, dass bild.de überhaupt nicht angezeigt wird. Ist besser so. So kommt man nicht beim Anklicken eines Links ausversehen auf dieses Sch***portal und die zählen die Klicks und erhöhen den Kunden noch die Anzeigenpreise. 😉

  10. Ich benutze den Adblocker seit Jahren und er hält mir den Browser ziemlich werbefrei. Ein Tool, das hält, was versprochen wird. Ich frage mich schon lange, wann die Werbekunden wohl endlich realisieren, dass ihre Anzeigen gar nicht mehr beim Verbraucher ankommen. Dass viel von dem Geld, das sie in die Werbung im Internet investiert haben schlichtweg verbrannt wurde. Sie sollten sich von Anbietern wie bild.de betrogen fühlen, denn dort dürfte schon seit Langem bekannt sein, wie einfach es ist, die teuren Anzeigen mit wenigen Klicks auszublenden. Spätestens jetzt sollten die Strategen darüber nachdenken, ob nicht die von den Onlinern totgesagten Printmedien die viel bessere und nachhaltigere Alternative sind.
    BTW: Im Zusammenhang mit Bild von Journalismus zu sprechen, halte ich für sehr gewagt…

    1. Dem kann ich nur beipflichten. Ein Printmedium wird für mich immer die beste Nachrichten- und Geschichtenquelle sein. Die „Copy-Paste“-Methodik im Internet interessiert mich nicht.

  11. Die von BILD dargestellte Problematik und deren Argumentation ist für mich nachvollziehbar und auch schon länger bekannt. Auch der Begriff Schutzgelderpressung ist in diesem Zusammenhang an anderer Stelle schon gefallen. Ob zu Recht oder nicht, sei dahingestellt, aber ich kann auch dies zumindest nachvollziehen.
    Somit bin ich, obwohl definitiv kein BILD-Leser, doch in einer Linie mit dieser Zeitung. Ich nutze überhaupt keinen Adblocker und werde es auch nicht tun. Die Arbeit von Journalisten, egal ob für BILD oder die Bäckerblume sollte nicht unbezahlt bleiben. Da klicke ich gerne die Werbung weg oder verlasse meinetwegen auch mal die Seite, wenn es dort arg bunt zugeht.
    Frage nebenbei: Wenn die Adblocker-Anbieter tatsächlich Schutzgelderpressung betreiben: Warum stellt dann eigentlich niemand einen Strafantrag?

  12. Da hab ich dann gleich mal 50€ an adblock plus gespendet bevor ich das Geld an den Springerverlag für Propagandazwecke verschenke.

  13. Beim Axel Springer sagen sie jetzt die Betriebs-Weihnachtsfeier ab? Wegen des “anhaltend äußerst schwierigen Anzeigen-Marktes” bei Bild- und Welt-Gruppe? “Hier und da” würden Springer-beschäftige für ein inoffizielles Festlein in ihrer Abteilung gar “sammeln”?

    Abteilung „Ohne Worte“

  14. „Seit kurzem ist es AdBlocker-Nutzern unmöglich, Inhalte von Bild.de zu sehen.“

    Könnten sie das auch mal meinem laufenden Adblocker sagen? Der scheint das anscheinend nicht mitbekommen zu haben und zeigt mir weiterhin bild.de ohne Werbung und ohne Adblock-Hinweis an…

  15. Ich hoffe doch, das Focus und Eyeo gegen diese Aussagen vorgehen.

    Und Hr. Reichelt redet von Niveau und Journalismus. Haha.

  16. WAS will Herr Reichelt sich nicht ‚kaputtschießen lassen‘? ‚Journalismus‘ nennt der das? Junge, Junge…!

    Im Übrigen muss jemand schon ein wenig masochistisch sein, wenn er heutzutage noch ohne Adblocker unterwegs ist. Die Werbewirtschaft scheint keinen blassen Schimmer davon zu haben, wie ihre Bemühungen auf den durchschnittlichen User wirken. Die Werber scheinen zu glauben, dass es nur gehörig blinken, bimmeln, zappeln, tröten und kreischen – kurz gesagt nerven muss, um ‚anzukommen‘. Dass Unternehmen für solche Belästigungen Geld ausgeben, wundert mich schon lange; nach meinem Dafürhalten macht sich jeder, der auf solche Art werben lässt, sein Image kaputt. Dazu kommen Tracking und Spionage – also bitte, wer tut sich das freiwillig an?

    Nichts gegen gut gemachte Werbung, aber so geht’s leider nicht.

  17. Vielen Dank, dass mein Adblocker nun auch so effektiv den Bild Mist raus filtert… Super, das erste sinnvolle was die Bild gemacht hat.

  18. Herr Reichelt lebt in seiner eigenen Welt. Unglaublich was dieser Herr von sich gibt. Die BILD ist kein Journalismus. Die BILD ist einfach nur ein Sammelbecken unser niedrigsten Gesellschaftschicht, die alles Glauben und auf Autobahnen extra anhalten um Fotos von verunfallten Menschen zu machen oder denen bei billigen nackten C Promis, Rockerchefvergötterung, Zuhältern und Leichenbilder einer abgeht.

  19. Das was ich bei Bild lesen kann, kann ich auch bei anderen Zeitungen online lesen. Nur dass dort der Journalismus auf das wesentliche begrenzt ist.

  20. Das sehr hochwertige Produkt von Ronzheimer sind übrigens Fotos vor toten Menschen und deren zerstörten Häusern. Da werden AdBlocker doch direkt noch sympathischer.

  21. Ich sehe hier in den Kommentaren „ich will ja nur lesen und keine Werbung“, im Grunde hameissr das: ich will Leistung und dafür nichts zurück geben.

    All diese Leute arbeiten sicher auch umsonst und wollen nie eine Gehaltserhöhung.

    Andere wollen auch dass Ihnen der Müll abgeholt wird aber doch nicht dafür bezahlen! Also muss der Müllmann umsonst arbeiten – ist doch klar.
    Und wenn eine Gebühr trotzdem verlangt wird dann fälsche ich zurecht die Mullmarke, steht mir schließlich zu!

    Kein Adblocker würde auch nur ansatzweise umsonst als Journalist arbeiten. Im Gegenteil, das sind meist die die in der Arbeit am häufigsten krank sind weil ihnenndas schließlich zusteht dass die anderen ihre Arbeit machen.

    Arbeitslos? Steht mir zu! Und überhaupt ich will nichts tun und alle anderen sollen sich um mich kümmern.

    1. Ich hab nichts dagegen wenn Verlage ihr Angebot mit Paywalls und Co verdongeln. Ich kann dann ja entscheiden ob ich es lesen will oder nicht. Ihre Argument alles Kostenlos haben zu wollen geht also in die falsche Richtung und trifft mich nicht. Wenn Sie mir also Artikel verkaufen wollen müssen sich dann aber auch leider bemühen mir ein Produkt anzubieten was ich auch haben möchte. Sprich: Gut recherchierte und geschriebene Artikel die mich persönlich weiterbringen und für die ich gerne Geld ausgebe und vor allem das kostbarste Gut was ich habe – meine Zeit – dafür aufzuwenden.

      Ich habe aber was dagegen wenn mir mein Internet auf dem Handy verteuert wird (Bandbreite…), mir ungewollt aufdringliche Werbung – womöglich noch mit Schadsoftware verseucht – reingedrückt wird, mein eh schon zu gläsernes Surfverhalten noch gläserner werden soll usw usf.

      Und mir dann noch verbieten zu wollen zu bestimmen was auf meinem Rechner wie läuft wie AS es gerade versucht ist schon mehr als dreist. Meinen Rechner und Internetzugang hab ich selber teuer bezahlt. Da hat niemand ein Recht zu bestimmen was ich wie drauf laufen habe oder Programme verbieten zu wollen die mir dabei helfen mein Surfverhalten zu optimieren.

  22. In meinen Augen schreibt die BILD nur Mist, daher kaufe ich sie nicht.
    Und ich finde dieses Interview dermaßen daneben, dass es mir schon fasst schwer fällt hier Partei zu ergreifen.
    Trotzdem sind Adblocker ein Unding. Ich unterstütze die Initiative der BILD. Es scheint viele Leute zu geben die den Mist der Bold gerne lesen und diese sollen gefälligst dafür zahlen.

  23. Das Besondere an der BILD-Nummer ist ja: Ich bin Bild Plus Abonnent (fragen Sie nicht, warum), aber selbst als zahlender Kunde soll ich den Ablocker deaktivieren oder alternativ ein weiteres (wenn auch kostenloses bzw. „gesponsertes“) Abo abschließen. Wo ist da eigentlich das Erlösargument??? BILD scheint noch dümmer als gedacht oder hält mich dafür.

    Die Entscheidung war einfach: Das Restguthaben können sie behalten, App und Favoriten sind gelöscht. Ich war seither nicht mehr auf dem Angebot. Ich kann ohne BILD leben, ohne Leser kann BILD aber nicht leben. Gut so!

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