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Warum bei Axel Springer die Weihnachtsfeier gestrichen werden soll

Zeit für Besinnung
Zeit für Besinnung

Beim Erfolgsmedienhaus Axel Springer soll die Weihnachtsfeier wegen mieser Anzeigengeschäfte ausfallen. Harald Glööckler war “stinksauer” auf Facebook, die dpa probiert sich im Buzzfeed-Style und der Preis für den lustigsten Beitrag zur Buchmesse geht nicht an Sascha Lobo. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Die Betriebs-Weihnachtsfeier ist für viele Mitarbeiter eine heilige Kuh, die nie geschlachtet werden darf. Wenn es irgendwie geht, findet die Weihnachtsfeier in der Regel statt. Firmen, die ihre Weihnachtsfeier abblasen müssen, gelten gemeinhin als schwindsüchtig in finanzieller Hinsicht. Aber was muss ich da jetzt bei meinem geschätzten Kollegen Kai-Hinrich – aka “die Medienwühlmaus” (Copyright: Peter Turi) – bei handelsblatt.com lesen: Beim Axel Springer sagen sie jetzt die Betriebs-Weihnachtsfeier ab? Wegen des “anhaltend äußerst schwierigen Anzeigen-Marktes” bei Bild- und Welt-Gruppe? “Hier und da” würden Springer-beschäftige für ein inoffizielles Festlein in ihrer Abteilung gar “sammeln”? Auf der einen Seite haben wir also das Digital-Media-Powerhouse, das vor Kraft kaum laufen kann und gerade eben für einige Fantastilliarden den Business Insider mal eben so gekauft hat. Auf der anderen Seite kann man sich trotz Rekordbilanz after Rekordbilanz keine Weihnachtsfeier leisten und die Mitarbeiter müssen mit dem Klingelbeutel rumgehen und womöglich noch Kartoffelsalat in Tupperschüsseln mitbringen? Da passen jetzt aber zwei Bilder in meinem Kopf gar nicht so recht zusammen.

Ui, da war der Harald Glööckler aber “stinksauer” als ihm die bösen Buben von Facebook seine Seite gesperrt haben. Angeblich wollte er Daten für die Seiten-Authentifizierung nicht preisgeben. Der Bild diktierte er in den Reporter-Block, er sei nicht bereit, sich in der geforderten Art zu offenbaren, sondern wünsche sich, „dass Facebook sich lieber verstärkt darauf konzentriert, Hasstiraden, rassistische Hetze sowie bösartige Beleidigungen zu eliminieren und schneller zu löschen!“ Zwischen diesen beiden Möglichkeiten konnte sich Facebook also entscheiden: Entweder den Account vom Glööckler sperren oder diesen ganzen Hass löschen. Blöd halt, dass die Doofköppe bei Facebook sich für die Glööckler-Variante entschieden haben. Don’t panic, liebe Pompöös-Fans: Der Glööckler-Account ist ja schon längst wieder on bei Big F. Ob der Wirbel etwas damit zu tun hat, dass er Glööckler gerade die Werbetrommel für eine Klamotten-Kooperation rührt?

Was mir beim Bild.de-Bericht über diesen Glööckler-PR-Stunt auffiel, waren die Kleinanzeigen: Da wirbt Stern.de bei Bild.de für einen Auto-Fahrbericht, der offensichtlich von einer Agentur eingekauft wurde (oben links). Was soll das?

Bildschirmfoto 2015-10-12 um 16.03.14

Zu Beginn der Woche herrschte noch ein bisschen Aufregung wegen des Rüpel-Auftritts von Vizekanzler Gabriel gegenüber Bettina Schausten im ZDF-Interview. Die dpa hat dazu gleich ein Zusatz-Stückchen gezimmert. Überschrift: “Politiker auf Krawall – ‚Sie sind ein erbärmlicher Journalist‘” Hey, ho, say what!? Das klingt ja fast, als würde die dpa jetzt einen BuzzFeed-Klon oder einen Jugend-Ableger betexten. Der Text bestand dann aber bloß aus vier reichlich abgestandenen Anekdoten von Anno Tobak. Unter anderem das Interview von Friedrich Nowottny mit Willy Brandt, in dem dieser nur mit “Ja”, “Nein” und “Doch”antwortete. Sie wissen schon. Weitere Schoten betrafen Herbert Wehner, Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Aber warum in aller Welt, bezeichnet ihr diese dünne Anekdötchen-Sammlung als “Hits”?

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Ei, da haben sich Sascha Lobo und der Spiegel was Lustiges ausgedacht: Herr Lobo hat für die neue Literaturbeilage des Spiegel einen Roman besprochen, den es gar nicht gibt. “Gnihihi”, würden Internet-Menschen da vielleicht twittern. Leider wurde der Spaß schon recht früh auf Twitter und im Internet enthüllt. Als Sascha Lobo das an diesem Freitag auf der Buchmesse noch einmal offiziell nachholte, gab es auch keinen vernehmbaren Aufschrei der Entrüstung. Lustiger war da schon das Suff-Interview, dass Welt-It-Girl Ronja von Rönne mit einem unfreiwilligen Lobo-Impersonator im nächtlichen Frankfurt führte.

Bildschirmfoto 2015-10-16 um 15.33.48

Das Video ist Teil der Welt-Reihe “Das Buchmessen Dschungelcamp”. Dabei müssen die Welt-Kulturmenschen mehr oder weniger lustige “Dschungelprüfungen” bestehen. Auch ganz witzig: Menjou-Bart-Aficionado Frédéric Schwilden stellte Titanic-Autor Oliver-Maria Schmitt nach, weil dieser ihn als “kuriose Schwuchtel” und “Hitler in Hip” bezeichnet hatte. Hauptsache die jungen Leute haben ihren Spaß!

Fröhliches Wochenende!

 

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Alle Kommentare

  1. Weihnachtsfeiern sind das überflüssigste Pflichtprogramm eines Unternehmens, die über das Finanzamt final die Nichtbeschäftigten löhnen. Und die Leiharbeiter. Ausgequetschte, Ausgesoßte, alle Feinde der Zumwinkels, Ackermänner. WürschterlUlis und Winterkörner. Die dürfen zahlen. Und die Sozis helfen willigst.

  2. Döpfner hat Recht. Weihnachtsfeiern sind das überflüssigste Pflichtprogramm eines Unternehmens. Dass dabei die Rentensicherung – siehe Beckenbauer und FC Bayern – betrieben wird, ist einfach nur: Satire.

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